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Strom

Earth Overshoot Day

20. Juli 2021

von Anne Härtling

Voraussichtlich am 29. Juli 2021 ist es so weit – die Menschheit nimmt Schulden bei der Erde auf. Dann findet der sogenannte Earth Overshoot Day statt.

An diesem Stichtag hat die Menschheit die Ressourcen für 2021 verbraucht, die die Erde auf natürliche Weise innerhalb eines Jahres zur Verfügung stellt. Alle Ressourcen, die darüber hinaus verbraucht werden, stellt die Erde nicht wieder her.

Die verbrauchten Ressourcen ergeben sich aus der gesamten Bewirtschaftung der Erdoberfläche und umfassen insbesondere:

Der Stichtag wird jährlich vom Global Footprint Network unter Einbeziehung des ökologischen Fußabdrucks der Weltbevölkerung errechnet. Eine wichtige Rolle bei der Berechnung spielen die in Anspruch genommenen Ressourcen und die produzierten Abfälle und Emissionen auf der einen Seite und die Biokapazität der Erde auf der anderen Seite. Die Biokapazität beschreibt die Fähigkeit der Erde, natürliche Materialien zu reproduzieren und Abfälle und Emissionen zu absorbieren.

Aktionstag mit wichtigem Hintergrund

Der Earth Overshoot Day ist auch als Erdüberlastungstag oder Welterschöpfungstag bekannt. Es handelt sich natürlich um einen symbolischen Aktionstag – faktisch ändert sich nichts und alle Ressourcen stehen auch weiterhin zur Verfügung. Dennoch sollte der Tag dazu anregen, den eigenen Ressourcenverbrauch und den der Weltbevölkerung kritisch zu hinterfragen.

Zu Beginn eines jeden Jahres findet für den ökologischen Fußabdruck und die Berechnung des Overshoots eine Zurücksetzung auf Null statt. Für das neue Jahr stellt die Erde eine gewisse Menge an Ressourcen zur Verfügung, die innerhalb eines Jahres erneuerbar sind. Das Konto für 2021 ist im Januar also noch prall gefüllt.

Während des Jahres verbraucht die Weltbevölkerung immer mehr Ressourcen und stößt CO2 und Schadstoffe aus, die von der Erde absorbiert werden müssen. Die für ein Jahr zur Verfügung gestellten Ressourcen und die verfügbare Biokapazität sind 2021 aber bereits im April zur Hälfte verbraucht.

Ende Juli ist der Akku für 2021 verbraucht. Die innerhalb eines Jahres erneuerbaren Ressourcen sind verbraucht und es bestehen rechnerisch für dieses Jahr keine Kapazitäten mehr, um Abfälle und Emissionen zu absorbieren. Theoretisch müsste das Jahr nun beendet sein, der Akku füllt sich erst 2022 wieder. Tatsächlich hat das Jahr aber noch fünf weitere Monate, obwohl der Akku leer ist.

Ab August lebt die Weltbevölkerung auf Pump. Natürlich ändert sich nach dem Erdüberlastungstag faktisch nichts. Die Umwelt ist unverändert und wird im gleichen Maße bewirtschaftet. Der Unterschied ist nun aber, dass die Ressourcen, die ab August verbraucht werden, nicht wiederhergestellt werden – sie sind verloren und fehlen eines Tages einer anderen Generation. Es wird ein neuer Akku eingesetzt, der nicht wieder geladen werden kann.

Erdüberlastung entsteht im globalen Norden

Das große Problem am Overshoot Day: Der globale Norden ist in beträchtlichem Maße dafür verantwortlich, dass sich der Tag so weit nach vorne verschoben hat. Die Konsequenzen dieses Lebensstils sind aber vor allem im globalen Süden spürbar. Hier sorgt der übermäßige Ressourcenverbrauch zu Temperaturanstiegen, Wassermangel und Extremwetterphänomenen. In der Folge kann es vor allem im globalen Süden zu Missernten und vermehrtem Artensterben kommen.

Besonders CO2-Emissionen verschärfen die Situation. Sie machen etwa 60 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks aus.

Entwicklung

Der Hashtag #moveTheDate soll Aufmerksamkeit schaffen und die Weltbevölkerung dazu veranlassen, den Tag zu verschieben. Im Jahr 2020 ist das erstmals seit vielen Jahren gelungen. Lag der Overshoot Day 2019 noch am 29. Juli, hat die Coronavirus-Pandemie den Stichtag 2020 um fast einen Monat nach hinten verlegt – auf den 22. August 2020.

Das hing vor allem mit Lockdown-Maßnahmen überall auf der Welt zusammen. Der eingeschränkte Flugverkehr sorgte für weniger CO2-Emissionen, der Stillstand der Industrie und der geringere Rohstoffverbrauch begünstigten die Situation.

Schon gewusst?

2020 wurden nur 1,55 Erden verbraucht. So wenig wurde zuletzt 2005 verbraucht.

2019 waren es 1,7 Erden.

In diesem Jahr ist der Stichtag wieder auf dem Niveau von 2019, die Auswirkungen der Pandemie können keinen dauerhaften Wandel herbeiführen. Außerdem zeigt die Geschwindigkeit, mit der der Tag sich nach vorn verschoben hat, wie groß der Handlungsbedarf ist.

Zwischen 1970 und 2020 hat die Weltbevölkerung die Ressourcen von 18,71 Erden zu viel verbraucht – 7,55 Erden davon allein seit 2010.

1970 überstieg der jährliche Verbrauch erstmals die verfügbaren Ressourcen der Erde. Damals lag der Überlastungstag am 29. Dezember, 1973 war der Tag bereits auf Ende November vorgerückt. Seitdem hat sich der Überlastungstag kontinuierlich nach vorn verschoben, mittlerweile bis in den Juli.

National Overshoot Day

Für Deutschland sieht es noch schlechter aus: Der nationale Overshoot Day lag für Deutschland in diesem Jahr bereits auf dem 5. Mai. Würde die gesamte Weltbevölkerung so leben wie die Deutschen, bräuchte man 3 Erden pro Jahr. Bei den aktuellen Verhältnissen verbraucht die Weltbevölkerung etwa 1,7 Erden pro Jahr.

Um einer Verschärfung der Situation entgegenzuwirken, muss die Weltbevölkerung ihren Ressourcenverbrauch drastisch reduzieren. Ein Tipp, der für jede*n umsetzbar ist: Sparen Sie Strom und Energie. Besonders einfach lassen sich elektrische Energie und Graue Energie mit unseren Wechselpilot-Tipps sparen.

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