CCBot/2.0 (https://commoncrawl.org/faq/)
Wechselpilot Logo Info-Magazin für Energiesparer & mehr
Strom

In 9 Schritten zur eigenen Photovoltaikanlage

19. Mai 2023

von Anne Härtling

In den vergangenen zwei Jahren haben Verbraucher*innen und Versorgungsunternehmen im Energiemarkt einiges mitmachen müssen. Zwischen Preisrekorden, staatlichen Finanzhilfen und Entlastungspaketen stellen sich Verbraucher*innen immer häufiger die Frage: Wie kann ich vorsorgen?  

Eine attraktive Möglichkeit ist für viele Hauseigentümer*innen eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach. Wir haben alle Informationen zu Kosten, Installation und Einspeisung aufbereitet und geben Ihnen einen Leitfaden für den Weg zur eigenen Photovoltaikanlage.  

1. Ist eine Photovoltaikanlage das richtige für mich?

Es gibt viele gute Gründe für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage. Es kommt nicht darauf an, ob Sie in erster Linie Ihre monatlichen Stromkosten senken möchten oder ob es Ihnen vor allem auf die Produktion grüner Energie und Ihren Beitrag zum Umweltschutz ankommt. In beiden Fällen ist eine Photovoltaikanlage der erste Schritt in die richtige Richtung. 

Besonders wenn Sie große Stromfresser wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe haben, kann eine eigene PV-Anlage Sie bei den Stromkosten langfristig entlasten. Dann rentieren sich außerdem die Kosten für die Anschaffung der Anlage noch schneller. 

PV-Anlage sowie Batteriespeicher können sowohl gekauft als auch gemietet werden. Entscheiden Sie sich für den Kauf, tragen Sie die Verantwortung und die Kosten für Wartung und eventuelle Reparaturen – Sie sparen sich aber auch eine monatliche oder jährliche Miete. Bei der Mietanlage können Sie den auf Ihrem Dach produzierten Strom ebenso kostenfrei nutzen und einspeisen und erhalten dafür eine Vergütung. Sie zahlen aber eine Miete für die Anlage und deren Wartung. Rechnen Sie durch, ob sich ein Mietmodell über die mehrjährige Laufzeit der Anlage für Sie lohnt. 

2. Gibt es Alternativen, die besser zu mir passen?

Nicht immer ist eine Photovoltaikanlage die einzige Möglichkeit, die eigenen Stromkosten durch selbst produzierten Strom zu senken. Sogenannte Balkonkraftwerke können in einigen Fällen kostengünstiger und damit rentabler sein.  

Diese werden nicht zwingend auf dem Dach installiert, sondern können auch an der Balkonfassade, auf dem Garagendach oder freistehend – zum Beispiel auf Rasenflächen – installiert werden. Es handelt sich dabei um herkömmliche Photovoltaikanlagen, die in einem kleineren Format genutzt werden.

Ein Balkonkraftwerk besteht meist aus einem oder zwei Photovoltaikmodulen, die mit einem Wechselrichter verbunden sind, um den von den PV-Modulen produzierten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. Über ein Stromkabel, das mit einer herkömmlichen Steckdose im Haushalt verbunden wird, wird der eigens produzierte Strom eingespeist. Ihre Geräte im Haushalt nutzen dann automatisch diesen Strom, statt des teuren Stroms aus dem Netz.  

Können Sie all Ihre Verbraucher im Haushalt mit dem eigenen Strom versorgen und bleibt etwas über, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Sie bekommen dafür anders als bei einer großen Photovoltaikanlage zwar keine Vergütung, Sie leisten aber einen Beitrag zur Energiewende.

Balkonkraftwerke können für Sie anstelle einer PV-Anlage dann interessant sein, wenn Sie zur Miete wohnen oder eine Eigentumswohnung besitzen, die einen Balkon oder Zugang zu einer Terrasse hat.

3. Darf ich eine Photovoltaikanlage installieren?

Grundsätzlich gilt: Ja. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können auf und an ihren Gebäuden Photovoltaikanlagen installieren. In der Regel können kleinere und mittlere Anlagen ohne Erteilung einer Baugenehmigung errichtet werden. Die genauen Regeln können sich je nach Bundesland unterscheiden.

Gegen die Errichtung einer Photovoltaikanlage können im Einzelfall der Denkmalschutz oder Bestimmungen im örtlichen Bebauungsplan sprechen. Ob Ihre geplante Anlage einer Baugenehmigung bedarf, weiß im Zweifel das Installationsunternehmen – oder Sie informieren sich bei Ihrem zuständigen Bauamt.

Sind Sie Eigentümer eines Einfamilienhauses, ist die Installation einer genehmigungsfreien PV-Anlage besonders einfach. Leben Sie in einer Eigentumswohnung, gestaltet sich das Vorhaben dagegen etwas schwieriger, da Sie mindestens eine einfache Mehrheit in der Wohnungseigentümergemeinschaft benötigen, um auf dem gemeinsamen Dach eine Anlage zu installieren.

4. Erfülle ich alle Voraussetzungen?

Nicht auf jedem Dach lohnt sich die Installation einer Photovoltaikanlage und in manchen Fällen erfüllt das vorhandene Dach die erforderlichen Kriterien gar nicht oder nur unzureichend. Dann ist die Installation einer PV-Anlage entsprechend komplizierter.

Die optimalen Voraussetzungen liegen vor, wenn Ihre Dachfläche möglichst verschattungsfrei und nach Süden ausgerichtet ist. Dann fällt am meisten Sonnenlicht auf die Solarzellen und es kann am effektivsten Strom produziert werden. Zwar können auch Anlagen mit Ost- oder Westausrichtung dank moderner Technik mit einem hohen Wirkungsgrad Strom erzeugen, aber die effizientesten Anlagen sind weiterhin diejenigen, die nach Süden ausgerichtet sind.

Neben einer stabilen Dachdeckung spielt auch die Dachneigung eine wichtige Rolle. Eine Neigung zwischen 25 und 60 Grad gilt als optimal, um die Anlage besonders wirkungsvoll zu betreiben.

5. Habe ich die Chance auf staatliche Förderung?

Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage wird in vielen Haushalten nicht einfach aus der Portokasse gezahlt. Meist entscheidet man sich für eine Finanzierung in Form eines Darlehens. Die Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) unterstützt klimafördernde Bauvorhaben wie Photovoltaikanlagen mit besonders zinsgünstigen Darlehen. Außerdem vergibt die Bank unter bestimmten Voraussetzungen Förderungen und Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Auch die Länder und Kommunen haben teilweise Programme zur Förderung von nachhaltigen Energieerzeugungsanlagen und vergeben finanzielle Zuschüsse. Informieren Sie sich hierzu bei einer Energieberatung vor Ort.

6. Macht ein ergänzender Energiespeicher Sinn?

Entscheiden Sie im Vorhinein, ob Sie einen Batteriespeicher möchten. Dieser lädt sich den Tag über durch den auf dem Dach produzierten Strom auf, sodass Sie auch in den Abend- und Nachtstunden den eigenen Strom nutzen können. Auf diese Weise können Sie noch mehr eigenen Strom nutzen und müssen weniger Strom aus dem Netz beziehen – so senken Sie Ihre Stromkosten noch mehr.

Die Speicher sind in verschiedenen Größen erhältlich und von Anlage zu Anlage unterschiedlich sinnvoll. Zusätzlich stellt ein Batteriespeicher eine weitere Investition dar, die den Gesamtpreis für Ihre PV-Anlage in die Höhe treibt. Lassen Sie sich also dazu beraten, ob ein Speicher für Sie sinnvoll ist.

7. Angebote einholen

Setzen Sie sich mit verschiedenen Installationsunternehmen in Verbindung und besprechen Sie Ihre persönlichen Gegebenheiten vor Ort, bevor Sie ein Angebot anfordern. Achten Sie bei Ihrer Entscheidung nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Erfahrung und Expertise des Installationsunternehmens.

Liegen Ihnen die Angebote vor, sehen Sie genau hin: Unterschiedliche Preise ergeben sich auch häufig daraus, welche Anlagen von den Installationsunternehmen verbaut werden. Informieren Sie sich über die Anlagen, indem Sie Erfahrungsberichte und Bewertungen lesen. Eine solch kostspielige Entscheidung sollten Sie mit Bedacht treffen.

Bevor Sie ein Angebot annehmen, müssen unbedingt alle Fragen der Finanzierung geklärt sein und alle etwaigen Förderungen bewilligt sein. Vorher sollten Sie keinesfalls einen Auftrag erteilen.

8. Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister

Ist Ihre Anlage installiert, kann es fast losgehen. Bevor Sie Ihre Anlage aber in Betrieb nehmen, muss diese zwingend beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden. In der Regel übernimmt Ihr Installationsbetrieb diesen Schritt.

Darüber hinaus müssen Sie Ihre Anlage und einen etwaiger Batteriespeicher im Marktstammdatenregister bei der Bundesnetzagentur anmelden.

9. Versicherung abschließen

Denken Sie an eine Versicherung! Nehmen Sie Ihre neue Anlage mindestens in Ihre bestehende Wohngebäudeversicherung mit auf. So ist Ihre Solaranlage vor Schäden durch Sturm, Witterung und Feuer geschützt. Setzen Sie sich dafür mit Ihrer Versicherung in Verbindung.

Für größere Anlagen lohnt sich in manchen Fällen auch eine eigene Photovoltaikversicherung, die nur die Anlage abdeckt. Verschiedene Versicherungen bieten solche Modelle an und bei manchen Herstellern sind diese sogar im Kaufpreis enthalten.

Auch wenn Ihr Strom bald vom eigenen Dach kommt, einen herkömmlichen Stromvertrag brauchen Sie weiterhin – dann aber immerhin nur noch für einen geringeren Verbrauch. Umso mehr ein Grund, hierbei weiter clever Kosten zu sparen und jährlich den Vertrag zu wechseln. Wir von Wechselpilot erledigen das für Sie. Einfach kostenlos & unverbindlich registrieren, Tarife vergleichen lassen und Wechsel in Auftrag geben.

?>