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Strom

In 8 Schritten zur eigenen Photovoltaikanlage

24. Mai 2022

von Anne Härtling

Die Strompreise stehen auf einem Rekordhoch, eine deutliche Preissenkung ist nicht in Sicht. Die Politik steht nun in der Verantwortung, die Folgen der Energiekrise abzufedern und die Haushalte vor explodierenden Kosten zu schützen. Wer schon länger mit dem Gedanken gespielt hat, auf dem eigenen Dach eine Photovoltaikanlage zu installieren, wird das Vorhaben nun vielleicht energischer vorantreiben. Denken auch Sie über die Installation einer Photovoltaikanlage nach? Wir zeigen, woran Sie denken müssen.

1. Darf ich eine Photovoltaikanlage installieren?

Grundsätzlich gilt: Ja. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können auf und an ihren Gebäuden Photovoltaikanlagen installieren. In der Regel können kleinere und mittlere Anlagen ohne Erteilung einer Baugenehmigung errichtet werden. Die genauen Regeln können sich je nach Bundesland unterscheiden.

Gegen die Errichtung einer Photovoltaikanlage können im Einzelfall der Denkmalschutz oder Bestimmungen im örtlichen Bebauungsplan sprechen. Ob Ihre geplante Anlage einer Baugenehmigung bedarf, weiß im Zweifel das Installationsunternehmen – oder Sie informieren sich bei Ihrem zuständigen Bauamt.

Sind Sie Eigentümer eines Einfamilienhauses, ist die Installation einer genehmigungsfreien PV-Anlage besonders einfach. Leben Sie in einer Eigentumswohnung, gestaltet sich das Vorhaben dagegen etwas schwieriger, da Sie mindestens eine einfache Mehrheit in der Wohnungseigentümergemeinschaft benötigen.

2. Ist eine Photovoltaikanlage das Richtige für mich?

In den meisten Fällen lässt sich diese Frage mit Ja beantworten. Es kommt nicht darauf an, ob Sie in erster Linie Ihre monatlichen Stromkosten senken möchten oder ob es Ihnen vor allem auf die Produktion grüner Energie und Ihren Beitrag zum Umweltschutz ankommt. In beiden Fällen ist eine Photovoltaikanlage der erste Schritt in die richtige Richtung.

Besonders wenn Sie große Stromfresser wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe haben, kann eine eigene PV-Anlage Sie bei den Stromkosten langfristig entlasten. Dann rentieren sich außerdem die Kosten für die Anschaffung der Anlage noch schneller.

PV-Anlage sowie Batteriespeicher können sowohl gekauft als auch gemietet werden. Entscheiden Sie sich für den Kauf, tragen Sie die Verantwortung und die Kosten für Wartung und eventuelle Reparaturen – Sie sparen sich aber auch eine monatliche oder jährliche Miete. Bei der Mietanlage können Sie den auf Ihrem Dach produzierten Strom ebenso kostenfrei nutzen und einspeisen und erhalten dafür eine Vergütung. Sie zahlen aber eine Miete für die Anlage und deren Wartung. Rechnen Sie durch, ob sich ein Mietmodell über die mehrjährige Laufzeit der Anlage für Sie lohnt.

3. Erfülle ich alle Voraussetzungen?

Nicht auf jedem Dach lohnt sich die Installation einer Photovoltaikanlage und in manchen Fällen erfüllt das vorhandene Dach die erforderlichen Kriterien gar nicht oder nur unzureichend. Dann ist die Installation einer PV-Anlage entsprechend komplizierter.

Die optimalen Voraussetzungen liegen vor, wenn Ihre Dachfläche möglichst verschattungsfrei und nach Süden ausgerichtet ist. Dann fällt am meisten Sonnenlicht auf die Solarzellen und es kann am effektivsten Strom produziert werden. Zwar können auch Anlagen mit Ost- oder Westausrichtung dank moderner Technik mit einem hohen Wirkungsgrad Strom erzeugen, aber die effizientesten Anlagen sind weiterhin diejenigen, die nach Süden ausgerichtet sind.

Neben einer stabilen Dachdeckung spielt auch die Dachneigung eine wichtige Rolle. Eine Neigung zwischen 25 und 60 Grad gilt als optimal, um die Anlage besonders wirkungsvoll zu betreiben.

4. Habe ich die Chance auf staatliche Förderung?

Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage wird in vielen Haushalten nicht einfach aus der Portokasse gezahlt. Meist entscheidet man sich für eine Finanzierung in Form eines Darlehens. Die Förderbank KfW unterstützt klimafördernde Bauvorhaben wie Photovoltaikanlagen mit besonders zinsgünstigen Darlehen. Außerdem vergibt die Bank unter bestimmten Voraussetzungen Förderungen und Zuschüsse.

Auch die Länder und Kommunen haben teilweise Programme zur Förderung von nachhaltigen Energieerzeugungsanlagen und vergeben finanzielle Zuschüsse. Informieren Sie sich hierzu am besten bei einer Energieberatung vor Ort.

5. Ergibt ein ergänzender Energiespeicher Sinn?

Entscheiden Sie im Vorhinein, ob Sie einen Batteriespeicher möchten. Dieser lädt sich den Tag über durch den auf dem Dach produzierten Strom auf, sodass Sie auch in den Abend- und Nachtstunden den eigenen Strom nutzen können. Auf diese Weise können Sie noch mehr eigenen Strom nutzen und müssen weniger Strom aus dem Netz beziehen – so senken Sie Ihre Stromkosten noch mehr.

Die Speicher sind in verschiedenen Größen erhältlich und von Anlage zu Anlage unterschiedlich sinnvoll. Zusätzlich stellt ein Batteriespeicher eine weitere Investition dar, die den Gesamtpreis für Ihre PV-Anlage in die Höhe treibt. Lassen Sie sich also dazu beraten, ob ein Speicher für Sie sinnvoll ist.

6. Angebote einholen

Setzen Sie sich mit verschiedenen Installationsunternehmen in Verbindung und besprechen Sie Ihre persönlichen Gegebenheiten vor Ort, bevor Sie ein Angebot anfordern. Achten Sie bei Ihrer Entscheidung nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Erfahrung und Expertise des Installationsunternehmens.

Liegen Ihnen die Angebote vor, sehen Sie genau hin: Unterschiedliche Preise ergeben sich auch häufig daraus, welche Anlagen von den Installationsunternehmen verbaut werden. Informieren Sie sich über die Anlagen, lesen Sie Erfahrungsberichte. Eine solch kostspielige Entscheidung sollten Sie mit Bedacht treffen.

Bevor Sie ein Angebot annehmen, müssen unbedingt alle Fragen der Finanzierung geklärt sein und alle etwaigen Förderungen bewilligt sein. Vorher sollten Sie keinesfalls einen Auftrag erteilen.

7. Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister

Ist Ihre Anlage installiert, kann es fast losgehen. Bevor Sie Ihre Anlage aber in Betrieb nehmen, muss diese zwingend beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden. In der Regel übernimmt Ihr Installationsbetrieb diesen Schritt.

Darüber hinaus müssen Sie Ihre Anlage und einen etwaigen Batteriespeicher im Marktstammdatenregister bei der Bundesnetzagentur anmelden.

8. Versicherung abschließen

Denken Sie an eine Versicherung: Nehmen Sie Ihre neue Anlage mindestens in Ihre bestehende Wohngebäudeversicherung mit auf. So ist Ihre Solaranlage vor Schäden durch Sturm, Witterung und Feuer geschützt. Setzen Sie sich dafür mit Ihrer Versicherung in Verbindung.

Für größere Anlagen lohnt sich in manchen Fällen auch eine eigene Photovoltaikversicherung, die nur die Anlage abdeckt. Verschiedene Versicherungen bieten solche Modelle an und bei manchen Herstellern sind diese sogar im Kaufpreis enthalten.