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Strom

Nachtstrom

Von günstigeren Strompreisen in der Nacht profitieren?

9. April 2019

von Dennis Tiedge

Was ist Nachtstrom?

Als Nachtstrom wird ein spezieller Niederstromtarif bezeichnet, der nur zu bestimmten Zeiten in der Nacht gilt. Da in diesen Zeiten der Verbrauch deutlich niedriger ist als tagsüber, wird der Strom günstiger angeboten. Die Stromanbieter wollen damit einen Anreiz geben, Strom während diesen Perioden zu verbrauchen. Auf diese Weise soll die Auslastung der Kraftwerke verbessert werden. Kohle- und Kernkraftwerke, aber auch Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen erzeugen rund um die Uhr Strom. Da Strom verlustfrei faktisch nicht gespeichert werden kann, ist es sinnvoller, diesen möglichst zeitnah zu verbrauchen. In Schwachlastphasen, also wenn der Verbrauch niedriger ist als die erzeugte Strommenge, ist dies jedoch oft nicht möglich. Speziell für die Schwachlastphasen wurde dann der Niedertarif erschaffen, um in diesen Zeiten den Stromverbrauch zu steigern.

Wie wird der Nachtstrom gemessen?

Bei den Verbrauchern wird der Nachtstromtarif mithilfe von speziellen Zählern abgerechnet. Diese Zweitarifzähler sind in der Lage, Nieder- und Hochtarif voneinander zu trennen. Tagsüber ist der Zähler dann im Modus für den Hochtarif und schaltet nachts in den Niedertarif. Wann genau der Wechsel zwischen Tages- und Nachtstromtarif stattfindet, ist nicht exakt festgelegt. Dies variiert von Anbieter zu Anbieter. In der Regel erstreckt sich der Nachtstromtarif auf die Zeit zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Welche Zeiten genau als HT (Hochtarif) und NT (Niedertarif) festgelegt sind, lässt sich beim jeweiligen Versorger erfragen.

Ein klassischer Zweitarifzähler mit Hoch- und Niedertarif Messung.

Ist Nachtstrom günstiger?

Ein großer Vorteil vom Nachtstrom ist der niedrigere Preis pro Kilowattstunde. Während Kunden, die einen einheitlichen Tarif haben, zu jeder Tageszeit einen konstanten Arbeitspreis bezahlen, ist der Strompreis im Nachtstromtarif deutlich günstiger. Der Unterschied liegt im Schnitt bei rund 30 Prozent. Gleichzeitig ist der Strom tagsüber, also im Hochtarif, deutlich teurer. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen und nachzurechnen.

Welche Versorger bieten Nachtstromtarife an?

Nicht alle Versorger bieten ihren Kunden einen Nachtstromtarif an. Der Grundversorger ist zwar immer verpflichtet, einen Nachstromtarif anzubieten, dieser ist jedoch meist sehr teuer. Da der Nachtstrommarkt sich nur für größere Anbieter oder Unternehmen mit eigener Stromerzeugung rentiert, ist die Auswahl an alternativen Lieferanten begrenzt. Bei der Suche nach einem Anbieter beziehungsweise einem Preisvergleich sollte also zunächst überprüft werden, ob der gewünschte Nachtstromtarif überhaupt angeboten wird.

Für wen lohnt sich Nachtstrom?

Die meisten Verbraucher haben tagsüber den größten Strombedarf. Nachts sind in der Regel nur wenige elektrische Geräte in Betrieb. Bei einem solchen Verbrauchsprofil wird sich ein Nachtstromtarif vermutlich nicht rentieren. Unter dem Strich kostet der teurere HT deutlich mehr, als mit dem NT zu sparen ist. Anders sieht es hingegen aus, wenn Sie mit Strom heizen. Klassisch wird der Nachtstrom in Kombination mit einer Nachtspeicherheizung genutzt. Diese besitzen eine große Speicherfähigkeit und geben die aufgenommene Wärme langsam über den Tag hinweg ab. Es lässt sich also über Nacht günstig Wärme in einer Nachtspeicherheizung speichern, die dann tagsüber den Wohnraum beheizt.

In der Zukunft kann der Nachtstrom immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wärmepumpen beispielsweise drängen verstärkt auf den Markt. Diese lassen sich teilweise so steuern, dass sie primär zur Nachtzeit arbeiten und sind deutlich effizienter als eine Nachtspeicherheizung. Eine weiteres Argument für einen Nachtstromtarif stellen Elektrofahrzeuge dar. Die Batterien haben eine relativ hohe Speicherkapazität und lassen sich problemlos in den Zeiten des Niedertarifs aufladen. Eine weitere lohnenswerte Konstellation ergibt sich, wenn tagsüber der Eigenbedarf aus einer Fotovoltaikanlage gedeckt wird. Dann ist der Verbrauch tagsüber so niedrig, dass der höhere Strompreis nicht ins Gewicht fällt.

Kann man Nachtstromtarife wechseln?

Der Wechsel zwischen Anbietern von Nachtstrom wird einerseits durch das Angebot eingeschränkt. Je nach Wohnort kann es sein, dass nur wenige Anbieter zur Auswahl stehen. Andererseits wird es in naher Zukunft höchstwahrscheinlich mehr Anbieter mit einem Nachtstromtarif im Portfolio geben. Das Bundeskartellamt hat Maßnahmen eingeleitet, um alternativen Anbietern den Weg an den Markt zu erleichtern. Dementsprechend werden Kunden nicht nur von mehr Auswahl profitieren, es ist außerdem zu erwarten, dass die steigende Konkurrenz die Preise drückt.

Grundsätzlich ist der Wechsel kein Problem, besonders wenn Sie Ihren Nachtstrom vom Grundversorger beziehen. Der Wechselprozess verläuft wie bei jedem anderen Stromanbieterwechsel auch. Beachtet werden müssen somit etwaige Kündigungsfristen oder Restlaufzeiten eines Vertrags.

Tipp: Nachtstromtarif wechseln lassen

Um Geld, Zeit und Papierkram zu sparen, lohnt es sich den Wechsel einfach abzugeben. Wechselpilot übernimmt für Sie jedes Jahr den Wechsel und wählt automatisch den besten Nachtstromtarif aus. Dadurch profitieren Sie automatisch und ohne Aufwand von jährlichen Bonuszahlungen und dauerhaft günstigen Preisen.

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