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Strom

Strompreisentwicklung

Aktuelle Zahlen & Prognose für 2019

22. November 2018

von Stephanie Hein

Steigende Strompreise in 2019

Was werden Verbraucher in Zukunft zahlen müssen?

Jan Rabe, Gründer von Wechselpilot, rechnet in der näheren Zukunft nicht mit sinkenden Strompreisen. Zwar ist der Satz für die EEG Umlage für das kommende Jahr 2019 auf 6,405 Cent/kWh gesunken. Allerdings deutet die aktuelle Lage der Weltkonjunktur kurz- und mittelfristig darauf hin, dass die Nachfrage nach Kohle, Gas und Öl weiterhin hoch bleiben wird. Länder wie China oder Indien werden aufgrund zunehmender Urbanisierung mehr und mehr Rohstoffe benötigen. Da Deutschland nach wie vor abhängig von fossilen Brennstoffen ist, wird diese Entwicklung auch weiterhin den Strompreis in Deutschland beeinflussen.

Ebenfalls direkte Auswirkungen auf den Strompreis haben die Zertifikate für Emissionen. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Emissionszertifikate stark im Preis gestiegen und haben ihre Kosten vervierfacht. Durch die Neuregelung des Europäischen Emissionshandelssystems werden im nächsten Jahr deutlich weniger Zertifikate ausgegeben; ihr Preis wird daher vermutlich weiter steigen. Dass diese Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden, zeigt die aktuelle Welle der Strompreiserhöhungen. Zum Jahreswechsel werden mehr als 200 Versorger ihre Preise anziehen – im Schnitt werden Preiserhöhungen von 4 bis 5 Prozent erwartet.

Wie können Verbraucher auf steigende Strompreise reagieren? 

Versorger, die den vertraglich vereinbarten Strompreis erhöhen, sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Kunden über die Preiserhöhung zu informieren. Das geschieht meist per E-Mail oder postalisch. Durch die Preisänderung wird der bestehende Vertrag gebrochen, wodurch für den Kunden automatisch das Recht zur Sonderkündigung entsteht.

Unabhängige Stellen wie der Verbraucherschutz und das Bundeskartellamt empfehlen in solchen Fällen einen Lieferantenwechsel. Während ein einmaliger Wechsel die Stromkosten meist nur im ersten Jahr reduziert, profitieren Verbraucher, die jedes Jahr wechseln, immer wieder von neuen Bonuszahlungen und günstigeren Tarifen – und zahlen langfristig bis zu 30 % weniger für Strom.

Unser Tipp: Jedes Jahr wechseln lassen! Wer keine Lust hat, jedes Jahr selbst zu wechseln, kann unseren unabhängigen Stromwechselservice nutzen. Wir suchen kontinuierlich nach günstigeren Stromtarifen und übernehmen anschließend alle Aufgaben, die mit dem Anbieterwechsel verbunden sind (Kündigung von alten Verträgen, Kommunikation mit dem Versorger, fristgerechter Wechsel).

 

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Der Strompreis – so setzt er sich zusammen

Unter der Strompreisentwicklung versteht man die Preisentwicklung von Strom für einen Haushaltkunden in Deutschland. Dabei ist zu beachten, dass sich der Strompreis für Endverbraucher aus mehreren Kostenpunkten zusammensetzt:

  1. EEG Umlage
  2. Großhandelspreis
  3. Netznutzungsentgelte
  4. Stromsteuer & Mehrwertsteuer

Diese werden wiederum durch mehrere Umstände beeinflusst und unterliegen permanenten Schwankungen. Für viele Verbraucher ist der Strompreis ein Streitthema, vor allem, weil die Kosten pro kWh in den letzten Jahren stetig gestiegen sind.

Die EEG Umlage ist in den letzten Jahren besonders häufig erwähnt worden. Vielfach wird allein die EEG Umlage für die gestiegenen Strompreise verantwortlich gemacht. Das stimmt jedoch nur bedingt. Im Jahr 2018 beträgt die EEG Umlage 6,79 Cent pro kWh. Damit hat die Umlage einen Anteil von etwa 23,1 % am Gesamtstrompreis. Als die EEG Umlage im Jahr 2003 eingeführt wurde, betrug sie 0,41 Cent pro kWh. Gezahlt wird diese feste Vergütung an private und gewerbliche Betreiber von Erneuerbaren Energien-Anlagen. So soll die Umlage helfen, die Energiewende in Deutschland voranzutreiben und den Anteil fossiler Brennstoffe in der Stromerzeugung zu senken.

grafik mit der entwicklung der eeg umlage
Die Netzbetreiber veröffentlichen jedes Jahr bis zum 15. Oktober die Höhe der EEG Umlage für das folgende Kalenderjahr. Für 2019 wird der Satz auf 6,405 Cent/kWh sinken (Quelle: www.netztransparenz.de).

Einen weiteren großen Teil der Stromkosten machen die Netznutzungsentgelte aus. In einigen anderen Ländern, zum Beispiel in Skandinavien, wird dieses Entgelt separat auf der Rechnung ausgewiesen. In Deutschland hingegen ist es fest im Strompreis integriert. In diesem Jahr zahlen private Abnehmer rund 7,27 Cent pro verbrauchte kWh an Netznutzungsentgelten. Das sind rund 24,7% der Kosten pro kWh. Hinter diesem Posten verbergen sich Kosten für die Wartung und den Ausbau des Stromnetzes sowie die Durchleitung des Stroms.

Hinzu kommt der Anteil des Preises, der durch den Staat beeinflusst wird: die Stromsteuer sowie die Mehrwertsteuer. Auf die Mehrwertsteuer für Strom entfallen 2018 4,7 Cent pro kWh, das entspricht 16% am Gesamtpreis. Die Stromsteuer wurde 1999 eingeführt und liegt in diesem Jahr bei 2,05 Cent pro kWh. Seit 2003 fand bei der Stromsteuer jedoch keine Anhebung mehr statt. Eine Ausnahme bildet der reduzierte Satz für Nachtspeicherheizungen, der sukzessive abgeschafft wurde.

 

Die Strompreisentwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten

Im Jahr 1998 erfolgte die Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland. Vorausgegangen war eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 1996, die die Elektrizitätsmarktliberalisierung in Europa vorschrieb. Das generelle Ziel war es, den Wettbewerb am Markt zu erhöhen und so den Strompreis zu senken. Verbraucher sollten frei wählen können, von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen, und so den Wettbewerb anheizen. Seit der Liberalisierung sind Stromanbieter nicht mehr an bestimmte Regionen gebunden, sondern können ihre Leistungen frei im gesamten Bundesgebiet anbieten. Im Zuge dessen entstanden viele neue Anbieter mit speziellen Tarifmodellen, beispielsweise Energiediscounter, die Strom zu besonders niedrigen Preisen vermarkten. Dennoch sind vor allem die großen und bekannten Anbieter nach wie vor am Markt gefestigt. Die zehn größten Stromanbieter beliefern beispielsweise rund 80% der privaten Haushalte mit Strom.

 

Strompreis: seit 1998 um 70% gestiegen

Während die Liberalisierung also in der Tat einen freien und offenen Markt nach Deutschland gebracht hat, erfüllte sich das zweite Ziel, eine positive Strompreisentwicklung, hingegen nicht. Im Jahr 1998 zahlte ein privater Haushalt im Schnitt 17,11 Cent für eine Kilowattstunde. 2017 lag der Preis für eine Kilowattstunde bereits bei durchschnittlich 29,16 Cent. Damit ist der Strompreis innerhalb von knapp 20 Jahren um etwa 70% gestiegen. Für viele Verbraucher stellt diese Strompreisentwicklung eine hohe Belastung dar – insbesondere einkommensschwache Gruppen sind betroffen.

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Die aktuelle Strompreisentwicklung: Gründe für steigende Preise

Bei einem Blick auf die Strompreisentwicklung muss genau beachtet werden, welche Faktoren den Gesamtpreis beeinflussen.

Großhandelspreis

Seit Beginn des Jahres 2018 ist beispielsweise der Großhandelspreis für Strom in Deutschland deutlich gestiegen. In den letzten Jahren lag der Großhandelspreis nur im Herbst 2015 sowie zu Jahresbeginn 2017 in ähnlich hohen Regionen. Dieser Preis, für den unter anderem Strom an der Leipziger Strombörse gehandelt wird, beeinflusst direkt den Preis pro kWh, den Ihr Anbieter Ihnen in Rechnung stellt.

Rohstoffpreise

Ein Grund für gestiegenen Großhandelspreise sind die Kosten für die Energieerzeugung. Deutschland gewinnt nach wie vor einen großen Teil seines Stroms aus fossilen Brennstoffen. So liegt der Anteil von Steinkohle im Jahre 2018 bei rund 13% und aus Erdgas werden 7% des Stroms erzeugt. Auch Braunkohle hat mit 24,4% einen hohen Anteil am Energiemix. Obwohl der Betrieb von Kraftwerken, die Strom aus Braun- und Steinkohle sowie Erdgas erzeugen, sehr rentabel ist, beeinflussen die Rohstoffpreise die Kosten pro kWh direkt.
In der jüngeren Vergangenheit konnte beispielsweise eine deutliche Verteuerung von Kohle beobachtet werden. Der Preis pro Tonne lag im Jahr 2016 noch bei rund 35 Euro, mittlerweile bewegt sich der Kurs bei etwa 55 Euro. Erdgas hingegen wird zum Großteil importiert. Da Deutschland weltweit als einer der größten Importeure auftritt, ist die Gaspreisentwicklung besonders abhängig von stabilen Weltmarktpreisen. Ein Grund für die steigende Rohstoffpreise ist der rasante Anstieg des Verbrauchs in Schwellenländern. Zwar ist Deutschland einer der weltweit führenden Erzeuger von Braun- und Steinkohle, beim Verbrauch hingegen führen Länder wie China und Indien die Liste deutlich an. Beide Länder importieren Jahr für Jahr größere Mengen, um ihren stetig steigenden Energiebedarf zu decken. Die Folge: die Preise für diese Energieträger steigen – und das wirkt sich schlussendlich auch auf die Verbraucher in Deutschland aus.

Preis für Emissionszertifikate

Ebenfalls direkten Einfluss auf den Strompreis haben die Emissionszertifikate. Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen arbeiten, stoßen große Mengen an CO² aus und benötigen aus diesem Grund Emissionszertifikate. Auch diese sind deutlich teurer geworden: Während der Preis für ein Zertifikat zum Ende des Jahres 2017 noch bei 4,40 Euro pro Tonne CO² lag, mussten die Firmen im Frühjahr 2018 bereits 13,67 Euro zahlen.

Politische Entwicklungen

Auch das tagesaktuelle Politgeschehen beeinflusst den Energiemarkt. Insbesondere der Ölpreis reagiert sensibel auf Spannungen im Nahen und Mittleren Osten. Als aktuelles Beispiel sei an dieser Stelle der Iran genannt. Nachdem der amerikanische Präsident den Nuklear-Deal mit dem Iran kündigte und Sanktionen androhte, stieg der weltweite Ölpreis faktisch sofort an. Erdöl hat in Deutschland zwar nur einen Anteil von etwa einem Prozent an der Stromerzeugung, aber: steigende Ölpreise wirken sich auch auf die Preise anderer fossilen Rohstoffe aus. Zum einen ersetzen Länder, in denen Strom aus Erdöl erzeugt wird, diesen Rohstoff durch Kohle oder Gas. Zum anderen steigen die Produktionskosten von fossilen Brennstoffen, da Öl als Treibstoff für deren Förderung und Transport benötigt wird.

EEG Umlage

Mit rund 24% Anteil an den Gesamtkosten ist die EEG Umlage ebenfalls einer der Gründe, warum die Strompreise gestiegen sind. Mit dieser Umlage werden Anlagen gefördert, die Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz speisen. Da die Zahl solcher Anlagen stetig gestiegen ist, wuchs auch die Summe, die zur Förderung bereitgestellt werden muss.

Regionale Unterschiede

Nicht zu vernachlässigen sind außerdem regionale Unterschiede beim Strompreis, die in Deutschland recht beachtlich ausfallen können. Ein Grund hierfür ist das durch die Energiewende geänderte Anforderungsprofil an das Stromnetz. Vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurde die Windkraft massiv ausgebaut. Dies belastet die Netze, die vor allem Strom in die südlichen Bundesländer leiten müssen, was zu höheren Netznutzungsentgelten führt.

Modernisierungsbedarf

Weiterhin besteht für das Stromnetz in Deutschland ein akuter Modernisierungsbedarf. Zwischen 1993 und 2003 wurde wenig in die Infrastruktur investiert. Es besteht somit Nachholbedarf, den die Unternehmen wiederum über den Strompreis an ihre Kunden weitergeben.

Aktuelle Preise in Deutschland

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Die jährlichen Stromkosten
bei einem ∅ Verbrauch von 2000 kWh im PLZ-Gebiet 12345

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