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Strom

Stromrechnung richtig lesen: So behalten Sie den Überblick!

11. April 2023

von Michel Vo

Jedes Jahr flattert die Stromrechnung wieder ins Haus. Doch in dem zumeist mehrseitigen Dokument findet sich nicht nur eine bloße Angabe der Zahlungssumme, sondern in der Regel eine ausführliche Aufschlüsselung von Jahresverbrauch und Rechnungsbetrag. Gar nicht so leicht, in all dem Zahlenchaos durchzublicken – viele Verbraucher fühlen sich deswegen überfordert und studieren ihre Rechnung nur oberflächlich.

Dabei kann sich eine genauere Überprüfung durchaus lohnen, denn mitunter haben sich versehentlich Fehler eingeschlichen, die Sie bares Geld kosten können. Unsere Empfehlung: Kontrollieren Sie deshalb stets Ihre Stromrechnung! Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, worauf Sie dabei achten müssen.

Bestandteile einer Stromrechnung: Ein Leitfaden

Eine Stromrechnung setzt sich aus einer Vielzahl an Bestandteilen zusammen, wodurch sie auf den ersten Blick sehr unübersichtlich erscheint. Erfahren Sie hier, welche Begriffe besonders relevant sind, und was sie bedeuten.

Überprüfen Sie all diese Angaben auf Ihre Richtigkeit. Eine inkorrekte Zählernummer oder Verbrauchsstelle ist oft ein Hinweis darauf, dass eine irrtümliche Verwechslung vorliegen könnte und Sie eine falsche Stromrechnung erhalten haben. Auch müssen Tarif, Grundpreis und Arbeitspreis mit den Werten aus Ihrem Vertrag übereinstimmen. Eine Preiserhöhung muss Ihnen eigens mitgeteilt werden, und zwar sobald sie in Kraft tritt – Ihr Versorger kann also nicht einfach nachträglich oder heimlich den Strompreis erhöhen.

Wichtig ist zudem, dass der angegebene Jahresverbrauch dem tatsächlichen Verbrauch entspricht. Fehler beim Ablesen sind selten, aber nicht unvermeidbar. Falls Sie es versäumt haben, Ihrem Netzbetreiber Zugang zum Zähler zu ermöglichen, wird der Verbrauch zudem schlichtweg geschätzt. Das kann sich zu Ihrem Nachteil auswirken: Überprüfen Sie deshalb auf Ihrem Zähler, wie viel Strom Sie wirklich verbraucht haben, und teilen Sie dies Ihrem Versorger gegebenenfalls mit – so vermeiden Sie unnötige Ausgaben.

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Bilanz nach einem Jahr: Nachzahlung oder Gutschrift?

Der wichtigste Wert auf einer Stromrechnung ist der Gesamtrechnungsbetrag. Damit Verbraucher nachvollziehen können, wie sich dieser zusammensetzt, wird er auf der Rechnung in seine Einzelkomponenten aufgeschlüsselt. Der Strompreis setzt sich generell aus drei Teilen zusammen: Einerseits sind hier Steuern und Abgaben, andererseits die Netzentgelte zu nennen. Letztere werden für die Nutzung des Stromnetzes fällig und lassen sich mit Porto für Strom vergleichen, es handelt sich also um einen festen Preissatz, auf den Ihr Versorger keinen Einfluss hat. Ein Anbieter bestimmt lediglich die Kosten für den Einkauf und die Bereitstellung des Stroms, das ist die dritte Strompreiskomponente.

Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben werden automatisch vom Versorger hinzugerechnet und dann später weitergeleitet, für Verbraucher gibt es also nur einen einzigen Gesamtstrompreis. Dennoch wird in einer Stromrechnung normalerweise detailliert dargelegt, aus welchen Bestandteilen sich der Strompreis zusammensetzt.

Relevanter ist hingegen die Unterscheidung zwischen Grundpreis und Arbeitspreis – hier sollten Sie kontrollieren, ob die Stromrechnung auch wirklich stimmt. Multiplizieren Sie hierzu den Grundpreis mit der Anzahl der Abrechnungsmonate (zumeist sind das 12) sowie den Arbeitspreis mit dem Stromverbrauch. Die Summe beider Werte ergibt den Rechnungsbetrag für den Abrechnungszeitraum. Wenn Ihnen die Stromkosten zu hoch vorkommen, dann überprüfen Sie zuerst den Verbrauch und rechnen Sie dann nach, um eine Fehlkalkulation auszuschließen!

Die auf der Rechnung angegebenen Stromkosten müssen Sie aber nicht in dieser Höhe bezahlen, schließlich dürften Sie bereits jeden Monat einen Abschlag an Ihren Versorger überweisen. Mit diesen Abschlägen soll antizipiert werden, wie viel Geld Sie für Strom bezahlen müssen, ihre Höhe richtet sich deshalb nach Ihrem Vorjahresverbrauch. Die tatsächlichen Stromkosten werden also mit den im Abrechnungszeitraum getätigten Abschlägen verglichen. Wenn die Stromkosten die Abschläge überschreiten, dann müssen Sie eine Nachzahlung tätigen. Im Gegenzug erhalten Sie eine Gutschrift, wenn Sie mehr per Abschlag gezahlt haben, als Sie eigentlich verbraucht haben.

Eine Nachzahlung ist oftmals ein Indiz dafür, dass sich Ihr Verbrauch erhöht hat. Überlegen Sie sich in diesem Fall unter Umständen, wie Sie Strom sparen können!

Stromrechnung fehlerhaft? Das können Sie tun

Auch wenn sich eine genaue Nachprüfung stets lohnt: In fast allen Fällen wird die Stromrechnung korrekt abgewickelt, übermäßige Sorgen sind also unbegründet.

Falls Sie aber doch einen Fehler entdecken, sollten Sie zuerst einfach den Kontakt zum Versorger aufnehmen, dieser muss auf der Rechnung all seine Kontaktinformationen nennen. Legen Sie schriftlich Wiederspruch bei Ihrem Stromversorger ein und geben Sie dabei genau an, welchen Teil der Abrechnung Sie beanstanden. Nennen Sie zudem am besten immer Ihre Kundennummer, so lässt sich Ihr Anliegen schneller zuordnen und bearbeiten. Eine Stromrechnung verjährt erst nach drei Jahren, Sie haben dafür also viel Zeit und können den geforderten Betrag bis zur Klärung des Sachverhalts zurückhalten. In der Mehrheit der Fälle handelt es sich um einen unbeabsichtigten Irrtum, der schnell aus der Welt geschafft werden kann.

Komplizierter wird es, wenn Ihr Widerspruch abgelehnt wird. Manche dubiose Versorger versuchen auch, die Unwissenheit ihrer Kunden ausnutzen und stellen absichtlich falsche Abrechnungen aus. Oft lohnt sich dann eine Nachfrage bei der Verbraucherzentrale, und es ist auch ratsam, sich an eine Schlichtungsstelle zu wenden. Die Schlichtungsstelle Energie e. V. ist etwa auf Probleme mit Energieversorgern spezialisiert und kann ein Schlichtungsverfahren in die Wege leiten; ein solcher Prozess dauert normalerweise höchstens drei Monate. Eine Einigung ist für alle Beteiligten verbindlich, während bei einer Schlichtungsempfehlung beide Parteien das Recht haben, diese abzulehnen. Falls all diese Schritte fehlschlagen, bleibt nur noch der offizielle Rechtsweg, welcher aber mit viel Aufwand und Mühen verbunden ist.

So weit kommt es aber normalerweise nur bei unseriösen Anbietern. Vermeiden Sie eine Situation komplett, indem Sie lediglich einen Vertrag mit vertrauenswürdigen Versorgungsunternehmen abschließen. Falls Sie nicht wissen, wie sich das überprüfen lässt, übernehmen wir gerne die Arbeit für Sie: Wechselpilot schlägt nur Anbieter vor, die einen strengen Qualitätscheck bestehen.

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