Strompreis steigt auf 31,37 ct/kWh – ist ein Ende in Sicht?

Lassen Sie uns raten: Sie zahlen über 30 Cent für eine Kilowattstunde Strom. Das trifft nämlich auf die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland zu. Das soll aber nicht heißen, dass dieser Preis fair ist. Ganz im Gegenteil. Mit 31,37 Cent pro kWh Strom (Stand Januar 2020) ist der 2020 Strompreis im Vergleich zum Vorjahr um 0,91 Cent gestiegen. Seit Jahren steigt der Strompreis und hat in diesem Jahr damit ein neues Hoch erreicht. Ob Strom in Zukunft noch teurer wird und wie sich 2020 die Corona-Krise auf den Strompreis ausgewirkt hat, erklären wir Ihnen hier.

Zusammensetzung & Entwicklung

Was ist der Strompreis und was beeinflusst ihn?

Der Strompreis ist der Preis, den Sie für eine Kilowattstunde Strom zahlen. Er taucht auf Ihrer Stromrechnung als Arbeits– oder Verbrauchspreis auf und wird mit Ihrem Jahresverbrauch multipliziert. Für einen Verbrauch von 3.500 kWh zahlen deutsche Verbraucher in diesem Jahr 31,47 Cent pro Kilowattstunde, im Jahr sind das Kosten in Höhe von 1.101,45 Euro. Der Grundpreis, der je nach Anbieter zwischen 10 und 30 Euro im Monat liegen kann, ist hier noch nicht zugerechnet.

Der Strompreis setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Steuern, Abgaben, Umlagen: 52,4 Prozent (Mehrwertsteuer, Stromsteuer, EEG-Umlage, KWKG-Umlage, Konzessionsabgabe)
  • Beschaffung, Vertrieb, Marge: 22,4 Prozent
  • Netznutzungsentgelte, Messung: 25,2 Prozent

Wie die Aufteilung zeigt, macht der eigentliche Preis für Strom mit 22,4 Prozent einen geringeren Teil am gesamten Strompreis aus. Was dafür zunehmend ins Gewicht fällt, sind die Netznutzungsentgelte (gestiegen um sieben Prozent) sowie die EEG-Umlage, die inzwischen bei 6,756 ct/kWh liegt.

Auch die Kosten für die Mehrwertsteuer (19 Prozent) fallen dadurch entsprechend höher aus als letztes Jahr. Einzig die KWKG-Umlage ist gesunken. Für die Stromsteuer zahlen Verbraucher auch in diesem Jahr 2,05 Cent pro Kilowattstunde, dieser Betrag hat sich seit 2003 nicht erhöht. Auch die Konzessionsabgabe bliebt unverändert, hier schreibt das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz je nach Verbrauch und Wohnort einen festen Satz vor.

EEG-Umlage und Netzentgelte 2020 teurer

Die EEG-Umlage0, die 2003 im Rahmen der Energiewende zur Finanzierung des Ausbaus Erneuerbaren Energien eingeführt wurde, stieg 2020 um 0,351 Cent im Vergleich zum Vorjahr. Den Anstieg begründeten die vier Netzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW mit dem notwendigen Ausgleich des EEG-Kontos. Dessen Überschuss war aufgrund niedriger Börsenpreise für Strom zuletzt gesunken und um 40 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum.

grafik mit der entwicklung der eeg umlage

Ebenso erhöhten sich die Netznutzungsentgelte in fast allen Bundesländern – mancherorts sogar um über 10 Prozent. Allein in Bremen fielen sie um ein Prozent. In einigen anderen Ländern, zum Beispiel in Skandinavien, wird dieses Entgelt separat auf der Rechnung ausgewiesen. In Deutschland hingegen ist es fest im Strompreis integriert. In diesem Jahr zahlen private Abnehmer rund 7,27 Cent pro verbrauchte kWh an Netznutzungsentgelten. Hinter diesem Posten verbergen sich Kosten für die Wartung und den Ausbau des Stromnetzes sowie die Durchleitung des Stroms.

Ebenfalls direkte Auswirkungen auf den Strompreis haben die Zertifikate für Emissionen. Der Handel mit diesen Zertifikaten wird europaweit betrieben und betrifft Industrie, Strommarkt sowie Flugverkehr. Sie legen fest, wie viel eine Tonne CO2 kostet. Wer also CO2 produziert, muss entsprechend Zertifikate erwerben – deren Anzahl ist allerdings begrenzt. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Emissionszertifikate stark im Preis gestiegen und haben ihre Kosten vervierfacht. Durch die Neuregelung des Europäischen Emissionshandelssystems werden deutlich weniger Zertifikate ausgegeben. Deshalb wurden für 2020 ursprünglich weiter steigende Preise für CO2-Zertifikate prognostiziert. Doch aufgrund der Corona-Krise (mehr dazu lesen Sie weiter unten) und den damit einhergehenden Maßnahmen fielen die Preise stark. Städte verbrauchen weniger Strom, viele Unternehmen stellten ihre Produktionen ein und der Flugverkehr verläuft eingeschränkt. Kosteten die Emissionszertifikate im Januar 2020 in Deutschland noch 24 Euro pro Tonne CO2, waren es im April nur noch 16 Euro.

So viel geben Stromanbieter für Strom aus

In Deutschland gibt es über tausend Stromanbieter. Nur ein Teil davon produziert Strom selbst; die vier größten Erzeuger („Big Four„) sind Vattenfall, RWE, E.ON sowie EnBW. Wer als Stromanbieter keinen Strom erzeugt, kann ihn entweder bei einem Erzeuger zum Festpreis oder an der Strombörse einkaufen.

Seit 2002 wird Strom an der EEX (European Energy Exchange) in Leipzig, allgemein Strombörse genannt, gehandelt. Er variiert je nach Angebot und Nachfrage, wirtschaftlichen sowie politischen Ereignissen. Das zeigt sich 2020 aufgrund der Corona-Krise besonders deutlich. Während der Börsenpreis für Strom im Mai 2019 noch bei etwa 3 ct/kWh lag, sind es in diesem Jahr weniger als 2 ct/kWh. So günstig war Strom schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Eine erfreuliche Nachricht für Verbraucher? Leider nein.

Die meisten dieser Versorger erwerben im Direkthandel mit dem Erzeuger bis zu 80 Prozent ihres benötigten Stroms und den Rest kurzfristig an der Strombörse. Entsprechend fließen günstige Börsenpreise selten direkt in den Strompreis der Anbieter hinein. Es gibt allerdings auch Stromanbieter, die ihren Strom hauptsächlich kurzfristig einkaufen oder die günstige Wirtschaftslage jetzt nutzen. Dadurch können sie billigere Preise für Neukunden anbieten. Was trotzdem bleibt, sind die hohen Kosten für die anderen Strompreiskomponenten. Ob also niedrige Großhandelspreise den Anteil von EEG-Umlage und Netzentgelten ausgleichen können, kann nicht allgemein gesagt werden.

Strompreiserhöhungen sind zum Beispiel eine sehr gute Chance, um den Stromanbieterwechsel anzustoßen. Das empfehlen auch unabhängige Stellen, wie der Verbraucherschutz und das Bundeskartellamt. Erhöht Ihr Stromanbieter die Preise, bricht der damit nämlich den laufenden Vertrag. Die Folge: Sie haben ein Recht auf Sonderkündigung. Schon innerhalb weniger Wochen können Sie so Strom von einem günstigeren Versorger beziehen.

Raus aus der Grundversorgung!

Eine deutliche Mehrheit deutscher Verbraucher bezieht Strom in der Grundversorgung. Das ist bequem, denn dafür müssen Sie sich um nichts kümmern. Schließlich ist der Grundversorger gesetzlich verpflichtet, jeden Haushalt mit Strom zu versorgen. Wer das nicht wünscht, muss sich aktiv um einen anderen Vertrag bemühen. Der Nachteil am Tarif in der Grundversorgung: Sie zahlen stolze 30 Prozent mehr für Strom als in jedem anderen Tarif.

Unser Appell an Sie lautet daher: Raus aus der Grundversorgung! Zum Glück geht das ganz schnell, da Sie in der Grundversorgung eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen haben.

Kurz & knapp

Das Wichtigste zur Strompreisentwicklung

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Regionale Unterschiede

Wo ist Strom am teuersten?

Strom in Deutschland ist teuer, das zeigt der Vergleich mit anderen Ländern: Europaweit liegt der Strompreis im Schnitt nur bei 21,66 ct/kWh. Mit 31,47 ct/kWh führt Deutschland damit die Liste an, nur in Dänemark und Belgien ist der Strompreis ähnlich hoch. Auch hierzulande unterscheidet sich der Strompreis von Bundesland zu Bundesland. Das liegt unter anderem an den Netzentgelten, die von Wohnort zu Wohnort variieren. Faktoren, die Netzentgelt-Kosten beeinflussen, sind:

  • Auslastung der Netze in Abhängigkeit von Einwohnerzahl und Industriestärke.
  • Alter der Netze. Derzeit profitieren Gebiete in Westdeutschland noch von den älteren Netzen, die einen geringeren REstwert sowie Netzkosten aufweisen als die neuen Netze in Ostdeutschland. Sobald diese Netze ausgetauscht und modernisiert werden müssen, ändert sich das.
  • Zustand/Qualität der Netze.
  • Integrationskosten der Erneuerbaren Energien.
  • Kosten für Netzausbau und Versorgungssicherheit.
  • Durch Wind- und Photovoltaik-Anlagen steigt die Erzeugung in den unteren Spannungsebenen an (Nieder- und Mittelspannung).
  • Auftretende Kosten für vermiedene Netzentgelte.

In Deutschland gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber: 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW. Wiederum 857 Verteilnetzbetreiber sorgen regional dafür, dass Strom in den Haushalten ankommt. Der Bundesnetzagentur zufolge sind gerade ländlichere Gegenden sowie Städte im Norden und in den neuen Bundesländern stärker von hohen Netzentgelten betroffen.

Am stärksten betroffen von den Netzentgelt-Erhöhungen 2020 sind Schleswig-Holstein (+11 Prozent), Hamburg (+9 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (+9 Prozent) und Saarland (+9 Prozent). Entsprechend zählen – außer Saarland – diese Bundesländer zu den teuersten in puncto Strompreis. Auch in Thüringen und Brandenburg kostet Strom deutlich mehr Geld als anderswo. Günstig ist es hingegen in Bremen (hier fielen 2020 die Netzentgelte um ein Prozent), Niedersachsen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Wie teuer Strom in welcher Stadt ist, hat nicht selten auch etwas mit dem Wohlstand des Ortes zu tun.

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Im Folgenden zeigen wir Ihnen Stromtarife in vier deutschen Großstädten:

Günstige Stromtarife in Berlin

Die jährlichen Kosten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 2200 kWh

ESWE Natur STROM

Kosten 454,34 €

Ersparnis 354,56 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

EnBW Online

Kosten 473,97 €

Ersparnis 334,93 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

eprimo PrimaKlima

Kosten 479,03 €

Ersparnis 329,87 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00
Die Ersparnis berechnet sich im Vergleich zur örtlichen Grundversorgung

Günstige Stromtarife in München

Die jährlichen Kosten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20000 kWh

LogoStrom Bonus

Kosten 4.891,36 €

Ersparnis 620,76 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

LogoStrom Clever

Kosten 5.033,60 €

Ersparnis 478,52 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

SAUBER Wasser&Wald

Kosten 5.040,56 €

Ersparnis 471,56 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00
Die Ersparnis berechnet sich im Vergleich zur örtlichen Grundversorgung

Günstige Stromtarife in Hamburg

Die jährlichen Kosten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20000 kWh

LogoStrom Bonus

Kosten 5.327,20 €

Ersparnis 1.078,04 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

SAUBER Wasser&Wald

Kosten 5.479,44 €

Ersparnis 925,80 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

LogoStrom Clever

Kosten 5.479,44 €

Ersparnis 925,80 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00
Die Ersparnis berechnet sich im Vergleich zur örtlichen Grundversorgung

Günstige Stromtarife in Köln

Die jährlichen Kosten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 2200 kWh

EnBW Online

Kosten 509,84 €

Ersparnis 287,80 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

LichtBlick-Öko 12

Kosten 554,85 €

Ersparnis 242,79 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00

eprimo PrimaKlima

Kosten 558,47 €

Ersparnis 239,17 €

  • Regenerativ (EEG gefördert)55,6
  • Regenerativ44,4
  • Radioaktiver Abfall0.00
  • CO2-Emissionen0.00
Die Ersparnis berechnet sich im Vergleich zur örtlichen Grundversorgung
Going Up

Darum lohnt sich der Stromwechsel!

Strom wird teurer – aber Ihre Stromrechnung kann trotzdem günstig sein. Wie? Mit einem jährlichen Strompreisvergleich und -wechsel. Wer jedes Jahr beim Versorger Neukunde ist, kriegt die besten Preise und zudem attraktive Boni. Das lohnt sich!

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Strompreis in Deutschland

Strompreisentwicklung in der Corona-Krise

Die Preisentwicklung der Rohstoffe Kohle, Öl, Gas sowie in Deutschland für CO2 hat einen direkten Einfluss auf den Großhandelspreis für Strom an der Börse. Nachdem aufgrund der Corona-Maßnahmen die Preise für Kohle, Öl und Gas regelrecht fielen, war abzusehen, dass auch der Strompreis sich nicht lange halten würde. Anfang Februar war es so weit: Die Kurve ging bergab, die Preise lagen im Frühjahr mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Alles fing mit dem Ausbruch von COVID-19 in China an. Wie sich das Land daraufhin verhielt, löste eine regelrechte Kettenreaktion auf der gesamten Welt aus (s. Infografik). China drosselte massiv Produktionen und schränkte weitflächig den Reiseverkehr ein. Infolgedessen ging Chinas Rohstoffnachfrage stark zurück. Da China als „Werkbank der Welt“ und größter Kohlebetreiber gilt, machte sich dieses Verhalten sofort am Weltmarkt bemerkbar.

Der ohnehin schon geschwächte Rohstoffmarkt reagierte entsprechend mit sinkenden Preisen. Ausschlaggebend hierfür waren zudem die wachsende Unsicherheit der Unternehmen hinsichtlich der Exporte nach China. Nachdem sich das Virus weltweit ausgebreitet hat und auch andere Länder mit Maßnahmen nachzogen, nahm die Rohstoffnachfrage immer weiter ab.

Infografik zur Entwicklung des Strompreises an der Börse in der Corona-Krise.

Anfang März verzeichnete der Markt ein Ölpreis-Tief wie schon seit Jahren nicht mehr. Hinzu kommt, dass durch den wirtschaftlichen Shutdown in Europa die Nachfrage nach CO2-Zertifikaten abnimmt. Folglich ging auch hier der Preis zurück, genauer gesagt um 40 Prozent (Stand 18. März 2020).

All das führte schlussendlich zu einem Rückgang des Großhandelspreises für Strom. Im März 2020 belief sich dieser auf 34,50 Euro/MWh für das Kalenderjahr 2021, dabei gingen Schätzungen ursprünglich von 50 Euro/MWh aus.

Was bedeutet das für Sie und Ihre Stromkosten?

Stromanbieter haben aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise die Möglichkeit, Strom sowie CO2-Zertifikate günstig einzukaufen und dadurch für Neukunden günstigere Tarife anzubieten. Eine vielversprechende Aussicht, nicht zuletzt, da der Strompreis 2020 bei durchschnittlichen 31,47 ct/kWh liegt.

Versorger geben in der Regel fallende Strompreise nur dann an Verbraucher weiter, wenn diese einen neuen Vertrag abschließen. Unser Wechselpilot-Rat: Verlassen Sie sich als Verbraucher also besser nicht darauf, dass Ihr jetziger Stromanbieter aufgrund der aktuellen Lage auch die Strompreise für Sie senken wird. Wie viel Verbraucher für Strom zahlen, hängt von mehr Faktoren als dem Großhandelspreis für Strom oder dem Preis für CO2-Zertifikate ab. In den letzten Monaten etwa erhöhten viele Stromanbieter die Preise aufgrund gestiegener Kosten für Netzentgelte und der höheren EEG-Umlage.

Ob die Krise und damit auch die fallenden Preise anhalten, lässt sich nicht vorhersehen. Damit Sie auf Preisschwankungen am Markt reagieren und die Kontrolle über ihre Stromkosten behalten können, bleiben Sie am besten nur 12 Monate lang in einem Stromvertrag. Wechselpilot-Gründer Jan Rabe erklärt: „Machen Sie als Verbraucher mindestens einmal im Jahr einen Tarifcheck und wechseln Sie, falls es bessere Angebote gibt. So haben Sie es im Griff, wie viel Sie für Strom bezahlen – ganz unabhängig von aktuellen Entwicklungen.“ Auch in Zeiten der Corona-Krise gilt daher: Wohlüberlegt handeln und die Preislage im Blick behalten. Prüfen und vergleichen Sie Tarife und Versorger gründlich und schließen Sie nur Einjahresverträge mit Bonus ab. So handhaben wir es für Wechselpilot-Kunden ebenfalls.

FAQ

Die wichtigsten Fragen zum Strompreis

Eine Kilowattstunde Strom kostet 2020 durchschnittlich (bei einem Verbrauch von 3.500 kWh) 31,47 Cent. Damit ist der Strompreis im Vergleich zum Vorjahr um 0,91 Cent angestiegen.

Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW geben für gewöhnlich im Oktober bekannt, wie hoch die Netzentgelte ausfallen werden. Die Kosten für die EEG-Umlage pro Kilowattstunde werden im September veröffentlicht. Entsprechend lassen sich im Herbst 2020 Schlüsse auf den Strompreis 2021 ziehen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass Strom seit der Marktliberalisierung 1998 im Prinzip immer teurer wird. Diese Tendenz zeichnet sich auch für 2021 ab – ein Grund dafür ist unter anderem die Corona-Krise.

Was Sie als Verbraucher für die EEG-Umlage zahlen, ergibt sich aus der Differenz zwischen den EEG-Stromproduktionskosten und dem Strompreis an der Börse. Weil der Börsenpreis für Strom als Folge der Corona-Maßnahmen jedoch stark gesunken ist, ist die Differenz entsprechend höher als erwartet. Analysten prophezeiten daher im Frühjahr Kosten von über 8 Cent pro Kilowattstunde für die EEG-Umlage (2020 liegt sie bei 6,756 ct/kWh). In der Politik wird derzeit an einer Lösung gearbeitet, um die EEG-Umlage zu senken. Ob das funktionieren wird, bleibt abzuwarten.

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Aussicht

Wird Strom 2021 noch teurer?

Der Strompreis entwickelt sich seit der Marktliberalisierung von 1998 eher nach oben statt nach unten. Es bleibt anzunehmen, dass auch 2021 nicht mit günstigeren Preisen zu rechnen ist. Vor allem die EEG-Umlage wird weiterhin eine tragende Rolle dabei spielen. Analysten gingen im Frühjahr davon aus, dass sich die EEG-Umlage 2021 auf über 8 Cent pro Kilowattstunde erhöhen wird. Gründe dafür sind die aktuell niedrigen Preise an der Strombörse und ein voraussichtlich milliardenschweres Defizit auf dem EEG-Konto zum Jahresende.

Sinkt die EEG-Umlage 2021?

Damit die EEG-Umlage 2021 nicht wie prognostiziert auf 8ct/kWh steigt, wird bereits in der Politik eifrig dazu diskutiert. Im Mai 2020 wurde im ersten Schritt beschlossen, die EEG-Umlage mit Einnahmen aus dem Emissionshandel zu senken. CO2-Zertifikate werden 2021 fest 25 Euro pro Tonne kosten und damit einen Euro teurer als Anfang diesen Jahres. Mit der Verabschiedung des Konjunkturpaketes Anfang Juni 2020 soll eine Senkung der EEG-Umlage 2021 nun gesichert sein. Neben den Einnahmen aus dem Emissionshandel wird der Bund über Haushaltsmittel die EEG-Umlage bezuschussen. Damit wird die EEG-Umlage 2021 voraussichtlich bei 6,5 Ct/kWh liegen, für 2022 sind 6 ct/kWh prognostiziert.

Die Strompreisentwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten

Im Jahr 1998 erfolgte die Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland. Vorausgegangen war eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 1996, die die Elektrizitätsmarktliberalisierung in Europa vorschrieb. Das generelle Ziel war es, den Wettbewerb am Markt zu erhöhen und so den Strompreis zu senken. Verbraucher sollten frei wählen können, von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen, und so den Wettbewerb anheizen.

Seit der Liberalisierung sind Stromanbieter nicht mehr an bestimmte Regionen gebunden, sondern können ihre Leistungen frei im gesamten Bundesgebiet anbieten. Im Zuge dessen entstanden viele neue Anbieter mit speziellen Tarifmodellen, beispielsweise Energiediscounter. Dennoch sind vor allem die großen und bekannten Anbieter nach wie vor am Markt gefestigt. Die zehn größten Stromanbieter beliefern beispielsweise rund 80 Prozent der privaten Haushalte mit Strom.

Während die Liberalisierung zwar für einen freien und offenen Markt in Deutschland sorgte, sanken die Strompreise nicht. Im Gegenteil: Im Jahr 1998 zahlen private Verbraucher im Schnitt noch 17,11 ct/kWh. Seither ist der Strompreis folglich um fast 50 Prozent angestiegen!

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