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Das Wichtigste in 30 Sekunden

Erneuerbare Energien bestehen nicht nur aus Wind und Sonne: Geothermie, Biomasse und Wasserkraft sind wichtige Ergänzungen, weil sie Energie teils planbarer liefern können. Geothermie nutzt Wärme aus dem Erdinneren zum Heizen, Kühlen und Stromerzeugung. Biomasse entsteht aus organischem Material wie Holz oder Biogas und ist vor allem fürs Heizen wichtig: 2025 lieferte sie den größten Anteil der erneuerbaren Wärme. Wasserkraft gewinnt Strom aus fließendem oder fallendem Wasser, ist effizient und gut regelbar, greift aber in Flüsse und Ökosysteme ein.

Erneuerbare Energien sind Quellen, die sich auf natürlichem Weg ständig nachbilden oder dauerhaft zur Verfügung stehen. Dazu zählen zum Beispiel Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse. Fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl oder Erdgas sind dagegen über sehr lange Zeiträume aus alter Biomasse entstanden und stehen deshalb nur begrenzt zur Verfügung.  

Deshalb sollen Erneuerbare Energien in Zukunft immer stärker die Stromversorgung decken und fossile Energieträger ablösen. Doch welche Energiequellen sind neben Wind und Sonne außerdem wichtig? 

Deutschland bezieht fast 60 % seines Stroms aus erneuerbaren Energien und liegt im globalen Vergleich weit vorne. Wer den weiteren Fortschritt persönlich unterstützen möchte, kann zum Beispiel den eigenen ökologischen Fußabdruck senken. Wie durch den Wechsel zu einem Ökostromtarif, durch das Senken des Strom- und Heizungsverbrauchs oder durch die Nutzung energieeffizienter Geräte.  

Was ist Biomasse?

Biomasse ist ein Sammelbegriff für organisches Material, das von Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen stammt oder daraus entsteht. Zur Biomasse zählen Stoffe wie Holz, Stroh, Erntereste, Pflanzen wie Mais und Raps, aber auch Bioabfälle aus Haushalten, Speisereste, Gülle und Klärschlamm. Wenn daraus Energie gewonnen wird, wird von Bioenergie gesprochen.  

Energie aus Biomasse kann auf verschiedenen Wegen gewonnen werden: 

  • Verbrennung: Biomasse wird verbrannt, um Wärme zu erzeugen, zum Beispiel in Heizungen oder Heizkraftwerken. 
  • Biogas (Vergärung): Biomasse wird in einer Anlage von Bakterien ohne Sauerstoff zersetzt. Dabei entsteht Biogas, das für Strom und Wärme genutzt oder zu Biomethan aufbereitet werden kann. 
  • Flüssige Biokraftstoffe: Aus bestimmten Pflanzenölen oder Reststoffen, wie Bioabfall oder Erntereste, lassen sich Kraftstoffe herstellen, die im Verkehr eingesetzt werden können. 
Biomasse: Biogasanlagen hinter einem Rapsfeld
Es gibt 9.315 Biogas- und 276 Biomethananlagen in Deutschland (Stand 2025) 

Welche Vor- und Nachteile hat Biomasse?

Vorteile  Nachteile 
Vielseitig einsetzbar: Biomasse kann als Wärme, Strom und als Kraftsoff genutzt werden.  Flächenkonkurrenz: Wenn Energiepflanzen wie Mais speziell für Biogas oder Biokraftstoffe angebaut werden, braucht das viel Land, welches dann für Nahrungsmittel oder Naturschutz fehlt. 
Kombinierbar mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Biomasse eignet sich häufig für Anlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen, z.B. für Fernwärme.  Risiko für Biodiversität und Ökosysteme: Intensiver Anbau oder Holzentnahme kann Lebensräume zerstören, Böden belasten und zu Abholzung beitragen. 
Regional verfügbar und speicherbar: Biomasse kann lokal gewonnen werden und ist im Gegensatz zu Wind und Sonne als Brennstoff lagerfähig, also bedarfsgerechter einsetzbar.  Oft ineffiziente Energienutzung: Der Energiegehalt von Biomasse wird in der Praxis nicht immer effizient genutzt, besonders wenn Wärme nicht mitgenutzt wird. 
Im Idealfall klimafreundlicher als fossile Energien: Pflanzen nehmen beim Wachsen ungefähr so viel CO₂ auf, wie sie bei der Nutzung oder Verbrennung wieder freisetzen. Auch wenn Verarbeitungsschritte zusätzlich CO₂ verursachen, ist die CO₂-Bilanz immer noch klimaschonend.  Nicht automatisch klimafreundlich: Biomasse ist vor allem dann nicht mehr Treibhausgasneutral, wenn mehr Biomasse genutzt wird, als im selben Zeitraum nachwachsen kann. Die Nachhaltigkeit von Holz ist damit beispielsweise schon lange überschritten. 

Wie wichtig ist Biomasse für Deutschland?

Biomasse ist in Deutschland vor allem beim Heizen wichtig. Im Jahr 2025 kam der größte Teil der erneuerbaren Wärme aus Biomasse, also zum Beispiel Holz oder Biogas. Sie lieferte 84 Prozent der erneuerbaren Wärme, was insgesamt 175 TWh sind. Insgesamt stieg die Biomasse-Wärmenutzung im Vergleich zu 2024 um 5 Prozent, vor allem wegen der kühleren Witterung. Für die Stromerzeugung ist Biomasse dagegen eher eine ergänzende Energiequelle. Die Zahl zur “installierten Leistung” sagt nicht, wie viel Strom tatsächlich erzeugt wurde, sondern wie viel Strom Biomasseanlagen maximal liefern könnten, wenn sie laufen. Diese Stromerzeugungskapazität blieb 2025 ungefähr gleich, weil zwar einige Anlagen stillgelegt wurden, aber ungefähr genauso viel Neue dazugekommen sind. Die installierte Leistung lag bei rund 9,2 GW.  

Was ist Geothermie?

Geothermische Energie (Geothermie) ist die Wärmeenergie, die in der Erdkruste und tiefer im Erdinneren gespeichert ist. Diese Wärme kann man zum Heizen, zum Kühlen und bei hohen Temperaturen auch zur Stromversorgung einsetzen.  

Gewonnen wird Geothermie unter der Erde, wo es immer wärmer wird, je tiefer gebohrt wird.  

Dabei wird in zwei Hauptformen unterschieden: 

  1. Oberflächennahe Geothermie (bis ca. 400 m):
    Nutzt Wärme aus geringer Tiefe, also aus Bereichen, die zwar nicht extrem heiß sind, dafür aber das ganze Jahr über eine konstante Temperatur haben. Damit diese Wärme für das Heizen reicht, setzt man meistens eine Wärmepumpe ein. Diese nimmt die vorhandene, mildere Wärme aus dem Erdreich auf und hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau, damit sie als Heizwärme im Haus genutzt werden kann. 
  2. Tiefe Geothermie (bis mehrere Kilometer):
    Arbeitet in sehr viel tieferen Ebenen, wofür mehrere Kilometer tief gebohrt wird. In solchen Tiefen ist das Gestein deutlich heißer und dadurch lässt sich viel mehr nutzbare Wärme gewinnen. Diese Wärme kann dann zum Beispiel in ein Fernwärmenetz eingespeist werden, also in ein Wärmenetz, das viele Gebäude in einem Ort oder Stadtteil versorgt. Wenn die Temperaturen hoch genug sind, kann die Wärme auch zur Stromerzeugung genutzt werden – ähnlich wie in einem Kraftwerk. Nur dass die Energiequelle nicht Kohle oder Gas ist, sondern Erdwärme. 

Welche Vor- und Nachteile hat Geothermie?

Vorteile  Nachteile 
Wetterunabhängig, jederzeit verfügbar und vielseitig nutzbar: Geothermie kann heizen, kühlen und bei ausreichend hohen Temperaturen auch Strom liefern.  Standortabhängigkeit: Geothermie funktioniert nicht überall gleich gut, es braucht geeignete Bedingungen im Untergrund (Temperatur, Durchlässigkeit, Gestein).  
Geringe Treibhausgase: Im Vergleich zu fossilen Energien entstehen nur sehr geringe CO₂-Emissionen. 

 

Mögliche Umweltwirkungen: Tiefbohrungen können lokales Grundwasser und Ökosysteme beeinflussen, wenn die Bohrungen technisch nicht ausreichend überwacht und abgesichert werden. 
Lange Nutzung: Erdwärme ist eine Energiequelle, die nahezu unerschöpflich ist.  Risiko von kleinen Erdbeben: Tiefe Geothermie kann Mikrobeben auslösen. 
Wirtschaftlichkeit: Trotz hoher Startkosten, hat Geothermie niedrige Betriebskosten und günstige Energiepreise.  Hohe Anfangsinvestitionen: Besonders Bohrungen und Spezialtechniken sind teuer, die Kosten sind teils schwer planbar. Außerdem besteht das Risiko von Fehlbohrungen oder Verzögerungen. 

Will Deutschland Geothermie ausbauen?

Aktuell gibt es rund 40 Tiefengeothermie-Anlagen für Wärme und zwei Anlagen, die ausschließlich Strom erzeugen. Insgesamt liefert Geothermie etwa 1,8 TWh pro Jahr und deckt damit nur einen sehr kleinen Teil von 0,1 Prozent des deutschen Wärmebedarfs – das sind 1 Prozent der erneuerbaren Fernwärme. Gleichzeitig wächst der Markt, denn 15 Anlagen sind in Bau und etwa 155 in Planung. 

Auch ist 2026 das Geothermie-Beschleunigungsgesetz in Kraft getreten, dass Geothermie den anderen Erneuerbaren Energien gleichstellt und als “überragendes öffentliches Interesse” einstuft. Geplant sind digitale Verfahren, verbindliche Fristen und Erleichterungen, damit Projekte samt Fernwärmeleistungen schneller genehmigt und gebaut werden. Ziel der Bundesregierung ist es, Tiefengeothermie bis 2030 auf 10 TWh pro Jahr auszubauen.  

Geothermie: Wasserfontäne schießt aus Erdwärmequelle des Vulkangesteins
Auf der Vulkaninsel Island wird Strom zu fast 30 Prozent aus Geothermie gewonnen.

Was ist Wasserkraft?

Wasserkraft ist Energie, die aus fließendem oder fallendem Wasser gewonnen wird, meist in Flüssen oder an Staudämmen. Sie ist nicht zu verwechseln mit Wellenenergie: Auch diese gehört zur Wasserenergie, nutzt jedoch die Bewegung der Meeresoberfläche, also die Energie der Wellen. 

Das Grundprinzip von Wasserkraft: Wasser besitzt entweder durch seine Bewegung (Strömung) oder durch seine Höhenlage (Gefälle/Fallhöhe) Energie. Diese Energie kann genutzt werden, indem Wasser durch eine Turbine geleitet wird. Wenn das Wasser auf die Turbine trifft und sie sich dreht, treibt die Turbine einen Generator an, der daraus elektrische Energie macht. Zum Schluss fließt das Wasser wieder zurück in den Fluss oder unterhalb der Kraftwerke weiter. 

Arten von Wasserkraftwerken: 

  • Laufwasserkraftwerk: Es nutzt die aktuelle Strömung eines Flusses und produziert gleichmäßig Strom, solange der Fluss genug Wasser führt. 
  • Speicherkraftwerk: Es staut Wasser in einem Stausee und lässt es bei Bedarf ab, sodass Strom gezielter erzeugt werden kann. 
  • Pumpspeicherkraftwerk: Es speichert Energie, indem bei Stromüberschuss Wasser in ein oberes Becken gepumpt wird. Bei Strombedarf wird das Wasser wieder abgelassen, strömt durch Turbinen und fließt ins untere Becken zurück. 

Welche Vor- und Nachteile hat Wasserkraft?

Vorteile  Nachteile 
Zuverlässig: Strom aus Wasserkraft kann gleichmäßig bereitgestellt werden. Vor allem das Speicher- und Pumpspeicherkraftwerk können präzise gesteuert werden.  Abhängig von Wasserverfügbarkeiten: Dürre und veränderte Niederschläge können die Stromproduktion senken. 
Geringe Emissionen: Im laufenden Betrieb entstehen keine direkten CO₂-Emissionen.  Ökologische Belastung: Staustufen und Turbinen verändern Flüsse, schädigen Lebensräume, behindern Fischwanderungen und können den Grundwasserhaushalt beeinflussen. 
Zusatznutzen durch Speicher: Speicherkraftwerke können Hochwasserschutz unterstützen, Wasser bewirtschaften und aufgestaute Flüsse besser beschiffbar machen.  Starker Eingriff in Landschaft und Flächenverbrauch: Stauseen brauchen viel Raum, können Überflutungen, Umsiedlungen und den Wasserverlust anderer Regionen nach sich ziehen. 
Lange Nutzungsdauer und niedrigere Betriebskosten: Einmal gebaut, laufen Anlagen sehr lange und verursachen vergleichsweise geringe laufende Kosten.  Hohe Anfangskosten: Bau von Dämmen, Stauseen und Infrastruktur ist kapitalintensiv. 
Geothermie, Biomasse, Wasserkraft: Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) am Bau des Nils
Der “Grand Ethopian Renaissance Dam” erhöht Äthiopiens Möglichkeiten zur Stromversorgung aus Wasserkraft, verschlechtert aber auch den Nilzufluss im Sudan und Ägypten.

Wie nutzt Deutschland Wasserkraft als Energieträger?

Wasserkraft ist in Deutschland nur ein kleiner Teil der Stromerzeugung, aber sie ist trotzdem zuverlässig und gut steuerbar. Besonders wichtig ist Wasserkraft für die Netz- und Systemstabilität, weil die Systemdienstleistungen Schwarzstartfähigkeit liefern kann. Schwarzstartfähigkeit ist, wenn ein Kraftwerk ohne Netzstrom anlaufen und nach einem Blackout beim Wiederaufbau des Netztes einspringen kann 
In Baden-Württemberg und Bayern decken Laufwasserkraftwerke einen Teil der Grundlast und haben einen 8-16 Prozent höheren Anteil am Strommix, als der Bundesdurchschnitt. Insgesamt liegt die Bruttostromerzeugnis aus Wasserkraft bei 3,3 % und 16,9 Mrd kWh (Stand: 2025). Die Anlagen reichen von Kleinstanlagen bis zu großen Flusskraftwerken mit 120 MW Leistung. Auch hängt die Stromerzeugung stark von der Witterung und Wasserführung ab.