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Gas

Gaspreis im Höhenflug – alle Hintergründe

24. Januar 2022

von Michel Vo

Verbraucher müssen sich 2022 auf steigende Heizkosten einstellen, zahlreiche Energieversorger haben bereits Preiserhöhungen durchgesetzt. Die Mehrbelastung für Privathaushalte ist erheblich – manche Anbieter haben ihren Preis gar mehr als verdoppelt. Für Kunden stehen nächstes Jahr im Falle einer Erhöhung somit hunderte Euro zusätzlich auf der Gasrechnung.

Dieser Trend ist eine Fortführung der Entwicklung aus dem Vorjahr, als der Gaspreis im Mittel um knapp 20 Prozent anstieg. Das ist insofern überraschend, als jener Wert im vergangenen Jahrzehnt weitgehend konstant geblieben bzw. zeitweise gar gesunken war, ehe es 2021 zur plötzlichen Preisexplosion kam.

Viele Kunden stehen dieser gegenwärtigen Marktlage deshalb ratlos gegenüber: Wie sieht es konkret mit der Entwicklung des Gaspreises aus? Weshalb steigt er gerade derart stark an? Und wie kann man dem als Verbraucher entgegenwirken? Wir klären auf.

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Ähnlich wie beim Pendant Strom gibt es auch beim Gaspreis drei Hauptkomponenten:

Lange Zeit galt die einfache Faustregel: Ungefähr die Hälfte des gesamten Gaspreises entfällt auf den Wettbewerbsanteil, während ungefähr 25 Prozent für Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben fällig werden. Dieses Verhältnis hat sich mittlerweile verschoben – während Beschaffungs- und Vertriebskosten nur noch circa 40 Prozent des Gaspreises ausmachen, beläuft sich der steuerliche Anteil bereits auf etwa ein Drittel. Das liegt zu einem großen Teil auch an der Einführung der CO2-Steuer.

So entwickelt sich der Gaspreis

Jene CO2-Steuer wurde 2021 eingeführt: Demzufolge müssen Gasversorger seitdem einen steuerlichen Aufschlag entrichten, wenn sie Produkte vertreiben, die Treibhausgase verursachen – damit soll der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden. Im Einführungsjahr lag die Kostenpauschale bei 25 Euro je Tonne CO2. Diese Mehrbelastung wurde allerdings größtenteils schlichtweg an den Verbraucher weitergegeben – das macht sich auch beim Gesamtpreis für Gas deutlich bemerkbar.

So hatte sich der Gaspreis zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts bei einem Wert von ungefähr 6,5 Cent pro Kilowattstunde eingependelt und war ab 2015 sogar signifikant gesunken, ehe es 2021 dann aus dem Nichts zu einem gewaltigen Kostensprung kam. Lag der Gaspreis für Haushalte mit einem Durchschnittsverbrauch von 20.000 kWh 2020 noch bei 5,97 ct/kWh, so betrug dieses Wert ein Jahr später bereits 7,06 ct/kWh.

Dieser kann aber nicht nur durch höhere Abgaben an den Staat erklärt werden, denn auch Gasanbieter haben am Preishahn gedreht. Belief sich der Wettbewerbsanteil 2017 noch auf 2,65 ct/kWh, so waren es im letzten Jahr bereits 3,25 ct/kWh. Die Tendenz geht weiterhin steil nach oben, zahlreiche Versorgungsunternehmen haben ihre Preise gesteigert. Millionen Kunden sind deutschlandweit betroffen, im Schnitt liegt die Erhöhung bei weit über 20 Prozent.

Hoch geht es zudem auch mit den Netzentgelten. Diese waren schon seit 2019 kontinuierlich angestiegen und hatten im Vorjahr einen Rekordwert von 1,64 ct/kWh erreicht. Für das neue Jahr ist nun ein weiterer Zuwachs in Höhe von etwa zwei Prozent festzustellen.

Was sind die Gründe für die Preisexplosion?

Der hohe Gaspreis ist nicht durch einen einzigen Faktor zu erklären, sondern durch das Zusammenspiel zahlreicher Ursachen bedingt. Die CO2-Steuer hatten wir bereits erwähnt, sie erhöht sich 2022 von 25 auf 30 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid und wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen.

Hinzu kommen enorme Beschaffungskosten für Gasanbieter. Diese müssen das Gas erst an der Energiebörse einkaufen, ehe es dann zu eigenen Preisen an den Verbraucher weitergeliefert wird. 2021 kam es hier zu einem astronomischen Kostensprung: Lag der Großhandelspreis für Erdgas Ende 2020 noch bei unter 20 Euro pro Megawattstunde, so verfünffachte sich diese Zahl im Laufe des folgenden Jahres und erreichte kurz vor Silvester einen kurzzeitigen Höhepunkt von mehr als 200 EUR/MWh. Das liegt vor allem an der sich unerwartet schnell erholenden Konjunkturlage, insbesondere auf dem asiatischen Markt, dessen hohe Nachfrage den Preis nur noch weiter in die Höhe treibt. Zu allem Überfluss hat Deutschland obendrein mit relativ leeren Gasspeichern zu kämpfen, hier spielt auch der verhältnismäßig kalte Winter 2020/21 eine Rolle.

Dank Flüssiggaslieferungen der USA nach Europa hat sich die Lage etwas entspannt, aktuell liegt der Preis relativ stabil auf einem allerdings noch immer recht hohen Wert von circa 80 EUR/MWh. Dieser Umstand macht aber auch deutlich: Deutschland ist stetig auf Gaslieferungen aus dem Ausland angewiesen, denn eigene Förderanlagen gibt es aufgrund mangelnder natürlicher Reserven nicht. Eine Hauptrolle kommt deswegen Russland zu, doch gerade hier schwelt seit geraumer Zeit ein noch immer ungeklärter Disput um die Inbetriebnahme der Nord Stream 2-Pipeline. Sich abermals entfachende Spannungen mit dem Nachbarn Ukraine sorgen für zusätzliche Sorgenfalten.

Was kann man als Verbraucher tun?

Angesichts all dieser Faktoren ist für Verbraucher auch in den kommenden Jahren wohl keine Entspannung beim Gaspreis zu erwarten. Gerade deshalb suchen viele Kunden nach einem günstigeren Energievertrag – wir empfehlen unbedingt, den aktuellen Vertrag mit anderen Tarifen zu vergleichen. Ein großer Teil aller Bundesbürger wird zudem weiterhin vom Grundversorger beliefert – dieser garantiert das staatlich zugesicherte Recht auf Energieversorgung. Somit bleibt kein Haushalt auf der Strecke, selbst wenn der aktuelle Gasanbieter insolvent geht oder den Vertrag kündigt.

Der Nachteil: Die Grundversorgung ist zumeist signifikant teurer, hier ist in vielen Fällen also großes Einsparpotenzial vorhanden. Auch bei einer Preiserhöhung lohnt sich die Suche nach einem neuen Anbieter, dann steht Kunden nämlich ein Sonderkündigungsrecht zu, welches die gültigen Vertragskonditionen (Laufzeit, Kündigungsfrist) für kurze Zeit außer Kraft setzt und einen sofortigen Wechsel ermöglicht.

Wer die zusätzliche Zeit und Mühe scheut, die mit einem neuen Gasvertrag einhergehen, sollte einen Wechselservice in Anspruch nehmen. Wechselpilot sucht für Sie automatisch den billigsten Tarif heraus – und zwar nicht nur einmalig, sondern jedes Jahr aufs Neue. Um es Ihnen so leicht wie möglich zu machen, übernehmen wir zudem die gesamte Kommunikation mit dem Versorger. So gelangen sie mithilfe von Wechselpilot ohne weiteren Papierkram zu einem günstigeren Vertrag!