Die Grundversorgung ist als gesetzliches Sicherheitsnetz initiiert worden, wird aber teuer, wenn nicht aktiv herausgewechselt wird: Im Schnitt liegen 88 Prozent der Grundversorger 30 Prozent über günstigeren Alternativen. Der WEX 2026 macht erstmals sichtbar, wie stark Preise je nach Region, Netzentgelten und Versorger variieren – mit besonderem Sparpotenzial in Thüringen, Berlin und Hamburg. Trotzdem bleiben viele Haushalte “wechselfaul”: 25 Prozent erwarten weniger als 100 Euro Ersparnis bei einem Wechsel, dabei sind es tatsächlich mehr als dreimal so viel.
Laut Bundesnetzagentur beziehen rund 23 Prozent der deutschen Haushalte Strom aus der Grundversorgung, obwohl viele günstigere Alternativen verfügbar sind. Auswertungen unseres Wechsel-Ersparnis-Index (WEX) ergeben, dass hochgerechnet zusammen rund 2,7 Milliarden Euro pro Jahr verschenkt werden – nur, weil kein aktiver Wechsel stattfindet.
Der WEX 2026 macht erstmals sichtbar, wie groß das Sparpotenzial je nach Bundesland und Versorger tatsächlich ist – und wie stark Wahrnehmung und Realität dabei auseinandergehen.
Wieso ist die Grundversorgung so viel teurer?
Wer in Deutschland Strom oder Gas verbraucht, ohne einen aktiven Liefervertrag abgeschlossen zu haben, wird automatisch vom Grundversorger beliefert und landet im Grundversorgungs-Tarif. Der Grundversorger ist das Energieunternehmen, das in einem Netzgebiet die meisten Haushaltskunden beliefert. Meistens sind das die örtlichen Stadtwerke, es können jedoch auch überregionale Konzerne diese Rollen übernehmen – wie etwa Vattenfall in Hamburg oder E.ON in Essen.
Die Grundversorgung ist gesetzlich nach § 36 des Energiewirtschaftsgesetz (ENWG) geregelt und wurde initiiert, um ein Sicherheitsnetzt für diejenigen zu schaffen, die durch einen Umzug, Probleme beim Anbieter oder durch Insolvenz des Versorgers, ohne einen Energievertrag dastehen.
Der Haken: Wer den Vertrag nicht aktiv wechselt, bleibt automatisch in der Grundversorgung und zahlt in der Regel deutlich mehr als nötig. Im Durchschnitt liegen die Grundversorgungspreise laut unserer Berechnung des WEX nämlich 41 Prozent über dem günstigsten Angebot am Markt.
Das bedeutet aber nicht, dass sich ein Wechsel nur aus der Grundversorgung lohnt: Auch wer bereits einen günstigeren Tarif hat, profitiert von einem regelmäßigen Wechsel. Denn Strom- und Gasanbieter zahlen beispielsweise im ersten Jahr häufig Boni und Prämien aus, die in den Folgejahren entfallen.

Welches Problem löst der Wechsel-Ersparnis-Index (WEX)?
“Das Problem ist Intransparenz. Verbraucher wissen nicht, ob sie zu viel zahlen – und wie viel”, sagt Wechselpilot-Mitgründer und Geschäftsführer Maximilian Both.
Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Preise in Deutschland je nach Region stark unterscheiden: Im Norden Deutschlands treiben hohe Netzausbaukosten für Windenergie die Preise nach oben, während der Süden zwar mehr Strom verbraucht, aber trotzdem oft von günstigen Netzentgelten profitiert. Die Netzentgelte, also die Kosten für den Transport des Stroms durch lokale Leitungen, machen fast 28 Prozent des Strompreises aus.
Genau hier setzt der Wechsel-Ersparnis-Index (WEX) an: Er schafft Transparenz, indem er regionale Preisunterschiede sichtbar macht und konkrete Einsparpotenziale aufzeigt.
Unsere Daten aus dem WEX sind eindeutig: 88 Prozent aller Grundversorger liegen mehr als 30 Prozent über dem günstigsten Alternativtarif in ihrem Gebiet. Im Bundesländer-Ranking liegt Thüringen mit einer durchschnittlichen Ersparnis von 641 Euro pro Jahr an der Spitze, gefolgt von Berlin mit 496 Euro und Hamburg mit 393 Euro. Am geringsten fällt das Sparpotenzial in Bremen aus, wo der Wechsel im Schnitt 211 Euro im Jahr bringt (Stand 04.2026).
Der WEX soll zudem Druck im Markt erzeugen: Wird transparent, welche Anbieter in welchen Regionen besonders hohe Aufschläge erheben, wächst die Rechtschaffenheitspflicht. Gegenüber dem Wettbewerb und gegenüber Versorgern, deren Aufschläge nach § 19 GWB kartellrechtlich bedenklich sein können.
Warum wechseln so wenig Haushalte ihren Stromanbieter?
Bequemlichkeit kostet Geld: Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von Wechselpilot glauben 25 Prozent der Befragten, dass sie bei einem Anbieterwechsel weniger als 100 Euro pro Jahr sparen können. Das tatsächliche Einsparpotenzial liegt für Wechselpilot-Kundinnen und –Kunden im Schnitt bei 360 Euro im Jahr. Das ist mehr als dreimal so viel. Die Frage ist also nicht, ob sich ein Wechsel lohnt, sondern warum so viele Haushalte darauf verzichten.
Besonders groß ist das Sparpotenzial dort, wo Kunden und Kundinnen aus langjährigen Verträgen oder der Grundversorgung herauswechseln. 61 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrem Vertag grundsätzlich zufrieden zu sein, obwohl sie sehr wahrscheinlich mehr zahlen als nötig. Weitere Hürden sind die Unübersichtlichkeit des Marktes (13 Prozent), ein als zu kompliziert empfundener Wechselprozess (12 Prozent) sowie die Sorge, beim Wechsel ohne Strom dazustehen (10 Prozent) – eine Angst die unbegründet ist, da die Grundversorgung automatisch als Sicherheitsnetz greift, sobald Strom oder Gas genutzt wird.
Diese “Wechselfaulheit” führt dazu, dass mehr als ein Drittel der Befragten noch nie den Anbieter gewechselt haben. Dabei ist der Preis für 80 Prozent der wichtigste Faktor bei der Tarifwahl. Ein Hinweis darauf, dass der Wechsel als zu anstrengend und kompliziert empfunden wird: Und genau deshalb gibt es Wechselpilot. Wir übernehmen den jährlichen Anbieterwechsel in den günstigsten Tarif ganz automatisch und ohne Aufwand: Jetzt einfach mal ausprobieren.