CCBot/2.0 (https://commoncrawl.org/faq/)
Wechselpilot Logo Info-Magazin für Energiesparer & mehr
Strom

Energiemarkt-Update 2022

15. Februar 2022

von Anne Härtling

Im letzten Quartal 2021 ging auf dem Energiemarkt plötzlich alles drunter und drüber. Die Strompreise sind in die Höhe geschossen, wöchentlich waren andere Themen rund um Strom und Gas in den Schlagzeilen. Wir fassen für Sie zusammen, was gerade wichtig ist, um alle Zusammenhänge zu verstehen.

Strompreissteigerungen halten an

Die ersten Strompreisanalysen für 2022 zeigen, wie stark der Strompreis tatsächlich gestiegen ist. Private Haushalte mussten im Januar 2022 ganze 12,5 Prozent mehr für ihren Strom zahlen als 2021. In Zahlen: 2021 lag der durchschnittliche Strompreis bei 32,16 ct/kWh, im Januar 2022 liegt er bereits bei 36,19 ct/kWh.

Zwar sind die Anteile für Steuern, Umlagen und Abgaben gesunken, die Kosten für Beschaffung und Vertrieb sind dafür aber um 72 Prozent im Vergleich zu 2021 gestiegen. Die Gründe für die stark gestiegenen Beschaffungskosten sind vielfältig. Die wichtigsten hier in Kürze:

  1. Die wirtschaftliche Lage erholt sich nach der Corona-Krise rasanter als erwartet und der Strombedarf steigt. Wie in jedem Markt bestimmt eine hohe Nachfrage auch den Preis des Produkts.  
  2. Die europäischen Gasspeicher sind auf einem Tiefstand und die Nachfrage ist entsprechend hoch. Die Preise für Gas steigen also gleichermaßen. Der schwelende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine trägt dazu bei.
  3. Die europäische Klimapolitik trägt ebenfalls ihren Teil bei: CO2-Zertifikate haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Preissprung gemacht, der den Strom im Allgemeinen verteuert.
  4. 2021 war ein schwaches Jahr für die nachhaltige Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Sonne und Wind waren weniger ertragreich als die Jahre zuvor. Daher mussten mehr fossile Energieträger verbraucht werden, die nun fehlen.

Das Ergebnis: Die Preise für Strom an der Strombörse sind sowohl im langfristigen als auch im kurzfristigen Handel in die Höhe geklettert. Stromversorger müssen nun einen deutlich höheren Preis zahlen, um ihre Kunden mit Strom versorgen zu können.

Steigende Großhandelspreise sorgen für Turbulenzen

Kleinere Anbieter, die häufig auf die früher kostengünstigen Day-Ahead-Kurse von Strom setzten und immer nur kurzfristig Strom an der Strombörse kauften, standen Ende 2021 plötzlich vor astronomischen Preisen.

Ohne Absicherung durch einen großen Konzern führte das bei einigen kleinen Strom-Discountern zur Insolvenz. Andere konnten sich vor einer Insolvenz nur retten, indem sie von jetzt auf gleich die Belieferung der Stromkunden einstellten. Mehrere Tausend Haushalte erhielten kurzfristig die Mitteilung über eine Vertragsauflösung.

Grundversorger müssen einspringen

Der kurzfristige Belieferungsstopp war nicht nur für die Verbraucher eine Überraschung. Auch die Grundversorger, die all diese Kunden von einem Tag auf den anderen auffangen mussten, standen vor einer Herausforderung.

Die Grundversorger müssen ebenso wie alternative Anbieter ihren Strom an der Strombörse kaufen. Plötzlich hatten die Grundversorger mehrere Tausend Kunden zusätzlich zu beliefern. Die einzige Möglichkeit: Der kurzfristige Einkauf von Strom an der Strombörse. Hier ist der Strompreis aber eben in die Höhe geschnellt. Das Kostenrisiko wurde also letztlich von den kleinen Energie-Discountern durch den Belieferungsstopp oder die Insolvenzanmeldung auf die Grundversorger abgewälzt, die zur Belieferung verpflichtet sind.

Um die plötzlich gestiegenen Einkaufskosten zu decken, mussten Grundversorger bereits unterschiedliche Tarife für Bestands- und Neukunden ausrufen. Für die Verbraucher bedeutet ein Umstieg auf die Grundversorgung also auch nicht unbedingt mehr Sicherheit.

Wir empfehlen Ihnen daher dringend – sollten Sie von den Belieferungsstopps betroffen sein: Sehen Sie sich nach einem anderen Anbieter um, der seriös ist und angemessene Tarife anbietet.

Möchten Sie bei Strom und Gas immer in sicheren Händen sein? Wir übernehmen das gerne für Sie! Wir finden die besten Tarife für Sie, übernehmen den Wechsel vollautomatisch und stehen Ihnen bei allen Fragen rund um Strom und Gas jederzeit gerne zur Verfügung.