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Strom

Ökostrom: Ist Windenergie die Zukunft?

18. August 2021

von Anne Härtling

Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, ist man auf emissionsfrei gewonnenen Strom angewiesen. Eine große Rolle bei der Versorgung spielt die Windenergie. Sie gilt als die sicherste und ertragreichste Form der Ökostromgewinnung und macht bereits jetzt den größten Anteil im deutschen Gesamtstrommix aus.

Wie funktioniert Windenergie?

Im Grunde funktioniert eine moderne Windkraftanlage wie eine historische Windmühle. Die natürliche Kraft des Windes trifft auf die Rotorblätter und die besondere Form der Rotorblätter sorgt für einen Auftrieb – die Flügel der Windkraftanlage drehen sich. Dadurch wird ein Generator angetrieben, der die elektrische Energie produziert. Diese kann ins Netz eingespeist werden und wird über das Übertragungsnetz an die Verbrauchsschwerpunkte geliefert.

In Deutschland stehen gut 31.000 Windkraftanlagen – rund fünf Prozent davon Offshore, also vor der Küste Deutschlands. Der Anteil der Offshore-Windparks soll allerdings steigen. Aufgrund des vielen und starken Windes auf See ist dieser Standort besonders attraktiv. Die Energieausbeute ist bei Offshore-Anlagen nicht selten doppelt so hoch wie bei vergleichbaren Anlagen auf dem Festland.

Vorteile der Windenergie

Die Vorteile der Windenergie liegen auf der Hand: Sie ist sauber und setzt keine klimaschädlichen Emissionen frei. Darüber hinaus ist diese Art der Energiegewinnung nicht an den Verbrauch von Ressourcen geknüpft, was sie nachhaltig, einfach zugänglich und praktisch unerschöpflich macht.

Der technische Fortschritt hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, den Wirkungsgrad von Windkraftanlagen zu erhöhen. Die Anlagen werden immer effizienter und können daher auf weniger Platz und mit weniger Wind mehr Strom erzeugen.

Nachteile und Kritik

Bei steigender Nachfrage und immer mehr Sichtbarkeit im Landschaftsbild wächst auch die Kritik an der Windkraft, denn natürlich hat diese Form der Energiegewinnung nicht nur Vorteile.

1. Einfluss auf Natur und Landschaft

Der erste Nachteil ist offensichtlich: Die Windkraftanlagen beeinflussen das Landschaftsbild massiv und stellen in vielen Fällen einen Eingriff in die Natur dar. Die rotierenden Flügel können beispielsweise Gefahren für Vögel oder Fledermäuse darstellen.

Um sicherzustellen, dass der Ausbau im Einklang mit der Natur erfolgt, gibt es strenge Planungs- und Genehmigungsvorgaben. So sollen die Belange des Naturschutzes mit dem Interesse an einem raschen Windkraftbau in Einklang gebracht werden.

2. Wind weht nicht immer

Zwar ist Wind an sich unerschöpflich, er weht aber nicht immer und nicht in einer konstanten Geschwindigkeit.

So können unvorhergesehene Versorgungsengpässe entstehen, die durch andere Energiequellen ausgeglichen werden müssen.

3. Windenergie ist nicht speicherbar

Weht der Wind, muss der erzeugte Strom abgenommen werden. Gibt es keine Abnehmer, geht der Strom ungenutzt verloren. Um Windenergie dauerhaft wirtschaftlich zu nutzen, müssen Speichermethoden entwickelt werden. So könnte auch Versorgungsengpässen vorgebeugt werden.

Große Hoffnung liegt in der Power-to-Gas-Technologie, die Windkraft in Gas umwandelt, um sie speichern zu können.

4. Windkraftanlagen verursachen Emissionen

Der Ausbau der Windkraft in Deutschland stockt vielerorts, weil Gemeinden oder einzelne Anwohner sich an den Emissionen stören, die von Windkraftanlagen ausgehen. Auch wenn es aus der Ferne anders aussieht: Die Rotorblätter drehen sich nicht geräuschlos.

Dazu kommen die Lichter an den Anlagen sowie der Schattenwurf bei Sonnenschein. Um negative Einflüsse auf Anwohner zu vermeiden, müssen bereits in der Planung Grenzwerte und Mindestabstände eingehalten werden.

Wie nachhaltig ist eine Windkraftanlage?

Windenergie gilt als sauber und zukunftsfähig, doch auch Produktion, Installation, Betrieb und Entsorgung der Anlage spielen eine Rolle für die Umweltbilanz. Die Anlagen verbrauchen bereits vor ihrer Inbetriebnahme Graue Energie.

Doch der hohe Wirkungsgrad von Windenergieanlagen sorgt dafür, dass die negative Emissionsbilanz bereits nach wenigen Monaten wieder umgekehrt ist.

Innerhalb weniger Monate können die Anlagen auch ihren Energieverbrauch für die Herstellung und den Betrieb ausgleichen. Bei modernen Anlagen geht man etwa von sechs Monaten aus, in denen ein Windrad so viel Energie erzeugt, wie für seine Herstellung und den Betrieb benötigt wurden. Nach Ablauf dieser Zeit hat die Windkraftanlage ihre Schulden ausgeglichen und arbeitet nachhaltig und zukunftsgewandt.

Ausblick: Wind als Energielieferant der Zukunft

Wir können festhalten: Trotz der Kritik an Windenergieanlagen haben sie großes Potenzial. Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung führt wohl kein Weg an ihnen vorbei.

Die Tatsache, dass bereits jetzt die Windenergie den größten Anteil des deutschen Strommixes ausmacht, stimmt positiv. Für eine stabile Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien bedarf es aber noch eines Netzausbaus und der Weiterentwicklung der Speicherfähigkeit von grünem Strom.

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