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Deutschland verfügt über eines der sichersten Stromnetze der Welt, mit kurzer durchschnittlicher Ausfallzeit, einer stabilen Netzstruktur und unterirdischen Leitungen, die vor Sturmschäden und Sabotage schützen. Dennoch zeigte der Berliner Stromausfall 2026, dass der gezielte Angriff und fehlende Sicherheitsvorkehrungen Schwachstellen offenbaren. Um solche Stromausfälle in Zukunft zu verhindern, sind Maßnahmen wie der Schutz sensibler Infrastrukturpunkte, der Ausbau mobiler Notfallkapazitäten und kommunaler Strukturen notwendig. Haushalte können Vorsorge treffen, indem sie Wasser- und Lebensmittelvorräte bereithalten. 

Der schwerste Stromausfall in Berlin seit Jahrzehnten hat gezeigt, wie anfällig selbst eine sichere Infrastruktur sein kann. Anfang Januar 2026 waren rund 100.000 Menschen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf mehrere Tage ohne Licht, Wärme und Kommunikationsmöglichkeiten. Verursacht wurde der Stromausfall durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal. 

Obwohl Deutschland über ein zuverlässiges Stromnetz verfügt, hat der Vorfall in Berlin gezeigt, wie schnell menschliches Einwirken die Stabilität des Netzes gefährden kann.

Wie sicher ist das deutsche Stromnetz wirklich?

Haushalte waren 2023 durchschnittlich nur 13 Minuten ohne Strom, ein Spitzenwert im europäischen Vergleich. Stromausfälle durch Bauarbeiten, Unwetter oder technische Defekte sind daher normal, in der Regel lokal begrenzt und schnell wieder behoben. 

Deutschland hat nämlich eines der sichersten Stromnetze der Welt, welches sich durch folgende Faktoren auszeichnet: 

  • Stabile Netzstruktur: Das deutsche Stromnetz ist durch das enge Zusammenspiel von Übertragungs- und Verteilernetz so aufgebaut, dass der Strom auf vielen unterschiedlichen Wegen fließen kann. Dadurch lassen sich regionale Störungen meist schnell ausgleichen oder automatisch umlenken. 
  • Das N-1-Prinzip: Zusätzlich ist das Netz so geplant, dass der Ausfall einer zentralen Leitung jederzeit mit eingeplant ist. Fällt eine Komponente aus, übernimmt automatisch ein anderes Netzteil. 
  • Hoher Anteil unterirdischer Leitungen: In Städten wie Berlin verlaufen rund 99% der Leitungen bereits unter der Erde. Das schützt vor Sturmschäden, Witterungseinflüssen und erschwert Sabotage. 
  • Europäische Vernetzung: Deutschland ist eng in das europäische Stromnetz eingebunden und kann bei Bedarf Strom mit den Nachbarländern austauschen. Diese gegenseitige Unterstützung erhöht die allgemeine Versorgungssicherheit. 
Stromausfall in einer Stadt

Wie konnte es zu dem Berliner-Stromausfall kommen?

In seltenen Fällen, wie kürzlich in Teilen Berlins, wird ein Stromausfall durch menschliches Handeln ausgelöst. Solche Vorfälle sind schwer vorherzusagen, aber nicht unmöglich zu verhindern. So lagen die Haupt- und Ersatzleitung beim Teltowkanal an einer besonders sensiblen Stelle ungeschützt nebeneinander. Zudem waren die betroffenen Ortsteile nur aus einer Richtung ans Netz angeschlossen, wodurch eine zweite Einspeisemöglichkeit fehlte.  

Trotz des grundsätzlich hohen Sicherheitsstandards bleiben also Bereiche, die besser erkannt und reduziert werden müssen: 

  • Sensible Infrastrukturpunkte schützen: Orte, die nur aus einer Richtung angebunden sind, benötigen Redundanzen. Netzbetreiber und Behörden überprüfen seit dem Vorfall ihre Sicherheitskonzepte, vor allem für oberirdische Leitungen und neuralgische Knotenpunkte. 
  • Mobile Notfallkapazitäten ausbauenDer Deutsche Städtetag fordert mobile Kraftwerke, um im Ernstfall ganze Stadtteile übergangsweise versorgen zu können. Eine solche Reserve ist bisher nicht flächendeckend vorhanden.  
  • Kommunale Notfallstrukturen stärken: Notfalltreffpunkte, die in Städten wie Essen und Arnsberg bereits existieren, könnten bundesweit eingerichtet werden. Sie dienen als Anlaufstelle für Informationen und Hilfe, falls die reguläre Kommunikation ausfällt.  
  • Bevölkerung informieren: Viele Menschen wissen nicht, wo sie im Notfall Informationen erhalten oder wie sie sich auf einen längeren Stromausfall vorbereiten können. Hier fehlt es an Aufklärung. 

Was tun, wenn der Strom in der Wohnung ausfällt?

Auch wenn ein Stromausfall meist nur kurz andauert, kann er ein Gefühl der Hilflosigkeit auslösen. Der wichtigste Schritt besteht daher darin, Ruhe zu bewahren. Anschließend sollten folgende Maßnahmen beachtet werden: 

  1. Sicherungskasten überprüfen: Zu Beginn sollte der Sicherungskasten kontrolliert werden. Dabei lässt sich feststellen, ob eine Sicherung durchgebrannt ist oder der FI-Schalter ausgelöst hat. Beim Wiedereinschalten ist darauf zu achten, dass keine Gefahr durch beschädigte Geräte oder Feuchtigkeit besteht. 
  2. Umfang des Ausfalls klären: Anschließend sollte festgestellt werden, ob der Stromausfall nur die eigene Wohnung oder ein größeres Gebiet betrifft. Hinweise können Gespräche mit Nachbarn geben sowie Beobachtungen, ob etwa die Hausflurbeleuchtung oder Straßenlaternen noch funktionieren. Wenn auch umliegende Wohnungen oder ganze Straßenzüge ohne Strom sind, liegt die Ursache vermutlich außerhalb der Haus-Anlage. 
  3. Weitere Auswirkungen prüfen: Es ist hilfreich zu prüfen, ob neben dem Strom auch andere Dienste ausgefallen sind. Dazu gehören Heizung und Warmwasser, Mobilfunk, Festnetztelefon oder die gesamte Wasserversorgung. Wenn das Internet weiterhin funktioniert, kann die Störungsauskunft darüber informieren, ob ein größerer Ausfall gemeldet wurde. 
  4. Störung melden: Bei einem größeren Stromausfall sollte die Störung an den zuständigen Netzbetreiber gemeldet werden. In Berlin steht dafür die kostenlose Störungsnummer 0800 211 25 25 zur Verfügung. In anderen Regionen können die jeweiligen Kontaktstellen der örtlichen Netzbetreiber genutzt werden. Liegt die Ursache in der elektrischen Hausinstallation, kann ein Elektro-Notdienst weiterhelfen. 
  5. Hilfe suchen: Wenn weder Telefon noch Internet funktionieren, können lokale Anlaufstellen wichtig werden. Einige Städte haben für solche Situationen Notfalltreffpunkte oder sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme eingerichtet. Beim Berliner Stromausfall wurden zusätzliche Notunterkünfte bereitgestellt, beispielsweise im Rathaus Zehlendorf oder in Sporthallen in Teltow. Supermärkte boten zeitweise warme Getränke und Lademöglichkeiten an. Zudem ermöglichen die Berliner Verwaltung, dass Betroffene bei Unbewohnbarkeit ihrer Wohnung vorübergehend Hotelkosten über das Bezirksamt abrechnen konnten.   

Wie kann man sich auf einen Stromausfall vorbereiten?

Es ist sinnvoll, auf einen möglichen Stromausfall vorbereitet zu sein. Vorsorge bedeutet jedoch nicht, Katastrophenszenarien zu erwarten, sondern im Alltag einige grundlegende Dinge bereitzuhalten, die im Ernstfall Sicherheit bieten können. 

Ein Grundvorrat umfasst: 

  • Ausreichend Trinkwasser, idealerweise mindestens zwei Liter pro Person und Tag. 
  • Haltbare Lebensmittel, die auch ohne Erwärmung verzehrt werden können. 
  • Ein Campingkocher mit Gaskartusche oder eine andere sichere Möglichkeit zum Kochen. 
  • Zuverlässige Informations- und Kommunikationsmittel wie ein Solar- oder Batterieradio, eine geladene Powerbank und Warn-Apps. 
  • Unabhängige Lichtquelle, beispielsweise Taschenlampen, Kerzen oder Outdoorlampen. 
  • Warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke für den Fall eines längeren Ausfalls. 
  • Eine gut ausgestattete Hausapotheke oder ein Erste-Hilfe-Set. 
  • Etwas Bargeld, da Kartenzahlungen und Geldautomaten bei Stromausfällen nicht funktionieren können.