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Gas

Plötzlich Preissieger: Darum lohnt sich jetzt ein Wechsel in die Grundversorgung

8. September 2022

von Michel Vo

Wer nicht eigens einen Energievertrag abgeschlossen hat, landet automatisch in der Grundversorgung. Das hatte bisher allerdings einen entscheidenden Nachteil, denn die Grundversorgung ist eigentlich gleichbedeutend mit Preisen über Marktdurchschnitt.

Eigentlich – die aktuelle Energiekrise hat nämlich einst unumstößliche Grundsätze aufgeweicht. War ein Grundversorgungstarif lange Zeit lediglich eine verhältnismäßig teure Notlösung, so ist dieser vielerorts mittlerweile die günstigste verfügbare Option. Sollten Sie demnach selbst in die Grundversorgung wechseln? Das kann zumeist in der Tat ratsam sein, aber ist nicht automatisch die beste Lösung. Ganz so einfach ist es also nicht: Wir klären Sie deswegen auf!

Was ist die Grundversorgung überhaupt? Wieso sind Grundversorger auf einmal attraktiver geworden? Und wie überprüfen Sie, ob sich ein Wechsel für Sie lohnt? Antworten auf alle wichtigen Fragen finden Sie in diesem Artikel.

Recht auf Energie: Deswegen gibt es Grundversorger

Strom und Gas sind ein staatlich garantiertes Grundrecht. Dies wird hierzulande durch Grundversorger gewährleistet, sie beliefern automatisch alle Kunden, die sich nicht in einem laufenden Strom- oder Gasvertrag befinden. Als permanente Lösung ist das nicht unbedingt gedacht, dennoch nimmt etwa ein Sechstel aller Verbraucher einen Grundversorgungstarif dauerhaft in Anspruch, ob aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit.

Grundversorger sind zudem für die sogenannte Ersatzversorgung verantwortlich: Diese springt etwa dann ein, wenn Ihr Energieanbieter insolvent geht oder es eine Belieferungslücke beim Wechsel zwischen zwei Versorgern gibt. So wird sichergestellt, dass jeder Verbraucher rund um die Uhr auch Zugang zu Strom und Gas hat. Kunden verbleiben dann bis zu drei Monate im Ersatzversorgungstarif – kommt es in diesem Zeitraum nicht zu einem neuen Vertragsabschluss, werden sie automatisch in der Grundversorgung aufgefangen.

Die Grundversorgung existiert also eigentlich vor allem, um das allgemeine Recht auf Energie umzusetzen. Wer in einen anderen Tarif wechseln will, muss nicht lange warten, denn die Kündigungsfrist beträgt lediglich zwei Wochen. Kunden müssen also nicht einmal bis zum Monatsende ausharren. Beachten Sie allerdings, dass eine ordentliche Kündigung dennoch notwendig ist; dies gilt auch bei einem Umzug.

Wer ist mein Grundversorger?

Durch die Grundversorgung gibt es also stets einen Anbieter, der einen mit Strom und Gas versorgt. Doch wer fungiert eigentlich als Grundversorger? Die Antwort auf diese Frage findet sich im Energiewirtschaftsgesetz: Demzufolge übernimmt die Grundversorgung derjenige Anbieter, der im betreffenden Netzgebiet die meisten Kunden beliefert.

In den meisten Fällen sind das schlichtweg die örtlichen Stadtwerke, aber auch Energieriesen wie Vattenfall oder E.ON übernehmen diese Rolle in manchen Regionen. Grundversorger sind also keine speziell für diese Aufgabe geschaffenen Anbieter, sondern ganz normale Energieunternehmen.

Tatsächlich beziehen aktuell beispielsweise 65 Prozent aller Kunden ihr Gas von ihrem Grundversorger, in den meisten Fällen haben sie aber schlichtweg einen regulären Vertrag mit dem größten Anbieter der Region abgeschlossen. Das trifft auf 48 Prozent aller Haushalte zu, nur die restlichen 17 Prozent haben auch wirklich einen Grundversorgungstarif. Ähnlich sieht es beim Strom aus, hier sind 62 Prozent aller Verbraucher bei einem Grundversorger, wobei 25 Prozent einen Grundversorgungstarif beziehen.

Sind Sie neugierig, wer Ihr Grundversorger ist? Hier bietet sich eine kurze Internetsuche an, geben Sie dabei Ihre Gemeinde oder Ihren Landkreis ein. Für die zwanzig größten Städte Deutschlands haben wir hier beispielhaft den jeweiligen Grundversorger aufgelistet.

Ist die Grundversorgung der neue Spartarif?

Lange Zeit galt als fester Leitsatz: Die Grundversorgung ist teurer als ein normaler Strom- oder Gastarif. Wer es sich also bequem machen wollte und einfach keinen Energietarif abschloss, wurde vom Fangnetz der Grundversorgung aufgefangen, musste dafür aber auch höhere Preise in Kauf nehmen. Bis zu 30 Prozent mussten Verbraucher mitunter zusätzlich berappen.

Daher hatten wir unseren Kunden stets empfohlen, nicht in der Grundversorgung zu bleiben, sondern in einen anderen Tarif zu wechseln. Von diesem Ratschlag müssen wir aktuell jedoch Abstand nehmen, denn die Energiekrise hat die alten Verhältnisse auf den Kopf gestellt. In vielen Regionen ist jetzt die Grundversorgung die günstigste Option!

Grund dafür ist die gegenwärtige Marktsituation, Energie muss nämlich wie jedes andere Gut auf dem Großmarkt eingekauft werden. Durch den Russland-Ukraine-Krieg sind die ohnehin schon im Höhenflug befindlichen Einkaufspreise auf der Energiebörse nochmals stark angestiegen. Versorgungsunternehmen müssen also mit signifikant höheren Beschaffungskosten kämpfen und geben diese deshalb einfach an ihre Kunden weiter. Verbraucher mit einem regulären Energievertrag zahlen daher gerade Rekordpreise.

Anders sieht es bei den Grundversorgern aus, denn diese müssen eine riesige Anzahl an Haushalten versorgen und verfügen zudem über große Reserven, um ihrer Grundversorgungspflicht nachkommen und neu dazugekommene Kunden beliefern zu können. Daher kaufen Grundversorger ihre Energie zu einem beträchtlichen Teil auf Vorrat – und zwar schon Jahre im Voraus. Die momentanen Einkaufspreise betreffen Grundversorger somit deutlich weniger, was sich auch auf die Preise auswirkt.

Deswegen ist die Grundversorgung in Krisenzeiten vielerorts tatsächlich der günstigste Tarif. Das ist aber nicht immer so, denn manche Anbieter müssen dennoch kurzfristig Energie zu hohen Preisen auf dem Markt einkaufen, wenn die Vorräte nicht ausreichen. Das kommt vor allem dann vor, wenn große Versorgungsunternehmen insolvent gehen, wodurch Grundversorger sich einem plötzlichen Zustrom an zusätzlichen Kunden ausgesetzt sehen.

Einige Grundversorger haben deswegen zu rigorosen Maßnahmen gegriffen und schlichtweg horrende Preise für Neukunden eingeführt. Diese Preissplitting ist allerdings nicht mehr zulässig – es bleibt aber abzuwarten, ob und in welchem Maße die allgemeinen Preise ansteigen.

Lohnt sich ein Wechsel in die Grundversorgung? Überprüfen Sie es selbst!

Kunden sollten also selbst schauen: Welcher Tarif ist aktuell der günstigste in meiner Region, und ist das wirklich die Grundversorgung? Das geht am besten mit unserem Preisrechner: Geben Sie in Sekundenschnelle Ihren Wohnort ein, und wir verraten Ihnen sofort, welcher Tarif am besten ist. In den meisten Fällen dürfte das in der Tat die Grundversorgung sein!

Sollte es eine günstigere Alternative als Ihren aktuellen Energietarif geben, raten wir Ihnen zu einem sofortigen Wechsel. So können Sie schon ab dem nächsten Monat kostbares Geld einsparen. Am bequemsten geht das mit einem Wechseldienst. Wir übernehmen sämtlichen Papierkram und wechseln Sie automatisch in Ihren Wunschtarif – und zwar nicht nur einmal, sondern jedes Jahr aufs Neue!

Sollte der beste Tarif für Sie die Grundversorgung sein, erhalten wir keine Provision. Aber keine Sorge: Wir führen den Wechsel natürlich trotzdem durch! Das Wichtigste ist für uns, dass all unsere Kunden gut durch die Krise kommen – das geht am besten im günstigsten Energietarif.