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Strom- und Gaspreise auf Rekordhoch

Alle wichtigen Informationen im Überblick

Energiekunden sind derzeit einem rasanten Kostenzuwachs ausgesetzt: Die ohnehin schon hohen Preise für Strom und Gas sind in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen und bewegen sich aktuell auf Rekordniveau. Infolge dieses prekären Status quo sehen sich viele Kunden nach Einsparmöglichkeiten um, die Anzahl an günstigen Alternativen ist allerdings zumeist begrenzt. 

Diese Misere lässt viele Verbraucher ratlos zurück. Wir geben Ihnen hier deswegen alle Antworten auf die wichtigsten Fragen: Wie sieht die gegenwärtige Lage konkret aus? Welche Faktoren sind für die nachteilige Preisentwicklung ursächlich? Und was bedeutet das für Sie?  

Wie haben sich Energiepreise in den letzten Jahren entwickelt?

Neuer Höchstwert der Preise in 2021

Energiepreise setzen sich aus drei Hauptfaktoren zusammen: Neben Beschaffungs- und Vertriebskosten (auch als Wettbewerbsanteil bezeichnet) sowie Netzentgelten zahlen Verbraucher zudem für Steuern und Abgaben. Beim Strompreis etwa geht knapp die Hälfte der Kosten an den Staat, zu nennen sind hier vor allem Mehrwertsteuer, Stromsteuer und die EEG-Umlage. Die anderen beiden Komponenten machen ungefähr ein Viertel des Gesamtpreises aus. 

Seit 2013, als die EEG-Umlage um mehr als 50 Prozent erhöht worden war, ist der Strompreis lange Zeit weitgehend konstant geblieben bzw. nur minimal gestiegen. In den letzten Jahren hat sich die Situation allerdings zunehmend verschärft, eine graduelle Preisspirale kulminierte Ende 2021 in einem Höchstwert von durchschnittlich 32,16 Cent pro Kilowattstunde; vor acht Jahren hatte jener Wert noch lediglich 28,84 ct/kWh betragen. 

Den Strompreis für Haushalte von 2013 bis 2021 mit Wechselpilot im Blick haben

Das ist auf anwachsende Netzentgelte zurückzuführen, diese erhöhten sich im letzten Jahrzehnt um etwa 1,5 ct/kWh. Gerade der Preisanstieg seit 2019 ist indessen vor allem durch höhere Beschaffungs- und Vertriebskosten vonseiten der Versorger bedingt: Nach einem Tiefstand von 5,71 ct/kWh im Jahr 2017 lag dieser Preisanteil 2021 bereits bei 7,93 Cent ct/kWh.

Ähnlich verhält es sich beim Gas: Auch hier gibt es stark ansteigende Einkaufskosten für Erdgas zu beklagen – ein Trend, der durch die aktuelle politische Lage in Russland und der Ukraine noch weiter verschärft wird. Höhere Netzentgelte tun ihr Übrigens, sodass Haushalte in diesem Jahrzehnt unter einer deutlich stärkeren Kostenbelastung für Energie leiden.

Was sind die Gründe für den plötzlichen Preisanstieg?

Die Entwicklung des Strompreises

Die aktuelle Situation für Energiekunden spiegelt direkt das Chaos auf dem derzeitigen Markt wider: Wir wollen Ihnen die Situation exemplarisch anhand der Einkaufsbedingungen für Stromversorger veranschaulichen. Diese müssen Strom zuerst an der Strombörse einkaufen, dort sind die Preise 2021 jedoch in astronomische Höhen geklettert. Zu Jahresbeginn hatte der Großhandelspreis noch knapp 40 Euro pro Megawattstunde betragen, ehe er sich in den Folgemonaten plötzlich vervielfachte. Im Spätsommer wurde schließlich die Schallmauer von 100 EUR/MWh durchbrochen.

Die Strompreisentwicklung von 2003 bis 2021 mit Wechselpilot verstehen

Dieser Kurssprung stellt ein absolutes Novum dar, doch ein Ende ist nicht in Sicht: Kurz vor Silvester erreichte der Börsenpreis für Strom seinen zwischenzeitlichen Zenit – im Day-Ahead-Handel von Strom für den Folgetag lag der Preis für einige Stunden bei 620 EUR/MWh. Aktuell hat sich dieser Wert in einem Korridor von etwa 100 bis 300 EUR/MWh eingependelt, doch nach wie vor herrscht große Volatilität vor, wodurch sich exaktere Vorhersagen schwierig gestalten. Der gleiche Trend ist auch auf der Gasbörse zu beobachten, zumal sich die Preise für Strom und Gas ohnehin immer gegenseitig bedingen.

Vier Gründe für die Preiserhöhung

  1. Die Gründe für die Kostenexplosion sind mannigfaltig. Bedeutsam ist etwa die sich allmählich wieder erholende Wirtschaftslage: Nachdem die weltweite Nachfrage im Zuge der Coronakrise zeitweilig abflaute, kehren nun überraschend schnell wieder präpandemische Verhältnisse ein; ohnehin besteht auf dem asiatischen Markt seit jeher ein stetig anwachsender Energiebedarf. Dies manifestiert sich in rasant zunehmenden Großhandelspreisen für fossile Brennstoffe wie Gas, Öl und Kohle. Erhöhte CO2-Abgaben verschärfen diese Entwicklung zusätzlich. 
  2. Problematisch sind überdies politische Brisanzfaktoren. Der mittlerweile eskalierende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist ein erhebliches Störelement und versetzt den Markt in Unruhe. Als direkte Konsequenz des Russland-Ukraine-Kriegs wurde zudem bereits die Nord Stream 2-Pipeline auf Eis gelegt – die langfristigen Folgen dieses Beschlusses sind unklar. 
  3. Hinzu kommen temporäre bzw. saisonale Ursachen. 2021 war eine ausgesprochen schlechte Erzeugungsperiode für regenerative Energien: Geringe Sonnenstrahlung und mangelnder Wind sorgten für niedrige Speicherstände, die sich besonders im Spätjahr bemerkbar machten. Zur gleichen Zeit war Frankreich dazu gezwungen, diverse Atomreaktoren für Wartungsarbeiten vorübergehend zu deaktivieren – die hierdurch entstehende Versorgungslücke musste unter anderem mit dem Import von deutschem Strom überbrückt werden, was hierzulande wiederum den Preis in die Höhe trieb. 
  4. Der hohe Großhandelspreis für Energie entsteht durch das Zusammenspiel all jener Aspekte. Als unmittelbare Konsequenz haben sich die Einkaufskosten für Strom- und Gasversorger signifikant erhöht, diese finanzielle Mehrbelastung wird in vielen Fällen direkt an die Kundschaft weitergegeben. Aufgrund der unklaren und unsicheren Lage haben zudem zahlreiche Anbieter das Neukundengeschäft vorübergehend gedrosselt oder ganz eingestellt. Daher werden Privathaushalte bei der Suche nach einem günstigeren Energievertrag nicht immer fündig. 

Werden die Preise für Strom und Gas wieder sinken?

Die Prognose des Energiemarktexperten

Solange keine Lösung für die militärische Auseinandersetzung in der Ukraine gefunden wird, dürfte eine Entspannung auf dem Energiemarkt utopisch sein. Gerade infolge der Unklarheit bezüglich zukünftiger Erdgaslieferungen wird der Gaspreis in nächster Zeit wohl erst einmal nicht sinken.

Auch beim Strompreis ist ein rückwärtiger Trend unrealistisch. Zwar hat sich die EEG-Umlage für 2022 im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert, doch vor allem aufgrund der fortwährend ansteigenden Einkaufs- und Vertriebskosten sowie der Verteuerung von CO2-Zertifikaten ist in diesem Jahr insgesamt wohl keine Besserung in Sicht. Gerade kleinere Stromanbieter sind in erheblichem Maße vom turbulenten Klima auf dem Energiemarkt betroffen und greifen als Reaktion deshalb zu Preiserhöhungen. 

Die von der Ampel-Koalition beschlossene Abschaffung der EEG-Umlage im Jahr 2023 könnte mittelfristig indessen tatsächlich eine Entlastung für Haushalte und Unternehmen bedeuten. Angesichts der undurchsichtigen Lage an der Strombörse ist eine seriöse Prognose zu diesem Zeitpunkt allerdings schlichtweg nicht möglich, und selbst wenn die Großhandelspreise wieder fallen sollten, besteht keine Garantie, dass sich dies auch im Arbeitspreis niederschlägt: 

„Preiserhöhungen für Versorger werden stetig auf den Kunden abgewälzt. Von gegenteiligen Entwicklungen profitiert hingegen in der Regel nur der Stromanbieter, denn sinkende Einkaufspreise werden nur selten an den Verbraucher weitergegeben.“

Jan Rabe, Wechselpilot-Gründer

Ist meine Energieversorgung gesichert?

Was wirklich passiert, wenn Ihr Anbieter Sie kündigt

Manche Versorger belassen es nicht bei bloßen Preiserhöhungen, sondern greifen mitunter zu rabiaten Methoden und kündigen schlichtweg Verträge. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Zahlungsfähigkeit einiger Stromanbieter, in den vergangenen Wochen mussten bereits sieben Versorgungsunternehmen die Insolvenz anmelden, darunter Grünwelt/Stromio. Verbraucher betrachten solche Neuigkeiten verständlicherweise mit sorgenvollem Blick und fragen sich: Was passiert, wenn mein Anbieter mich kündigt oder den Betrieb einstellt? 

Viele Kunden befürchten in so einem Fall gar, dass sie vom Strom- oder Gasnetz abgeschnitten werden könnten. Solcherart Bedenken können wir getrost ausräumen – die Versorgung mit Energie ist ein gesetzlich verankertes Grundrecht jedes Bürgers. Wenn der aktuelle Anbieter seinen Belieferungsauftrag nicht mehr erfüllen kann oder will, übernimmt sofort der lokale Grundversorger die Strom- oder Gasversorgung. Dieser Prozess geht automatisch und übergangslos vonstatten. 

Aktuell ist der eigentlich verhältnismäßig teure Grundversorgungstarif vielerorts sogar die günstigste Option, da dessen Preise nur einmal im Jahr definiert werden und sich deswegen relativ stabil gegenüber plötzlichen Marktschwankungen verhalten. Im Gegensatz hierzu aktualisieren kommerzielle Energieanbieter ihre Tarife regelmäßig, wodurch sich ansteigende Großhandelspreise sofort auch auf Kundenseite zeigen.  

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