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Gas

Energiemarkt-Update Oktober 2022

5. Oktober 2022

von Anne Härtling

Die Gasumlage kommt – doch nicht! Stattdessen kommt die Gaspreisbremse. Was bedeutet das? Wir wissen Bescheid! Wir tragen zusammen, was aktuell im Energiemarkt passiert und welche Auswirkungen das für Sie als Verbraucher hat.

Statt Gasumlage: Gaspreisbremse

Die angekündigte Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,4 Cent pro kWh wurde kurz vor ihrem geplanten Beginn am 01. Oktober gekippt. Hintergrund für die Umlage waren die hohen Importpreise für Gas, welche die Versorger plötzlich zu zahlen hatten. Die Umlage sollte dafür genutzt werden, die in Schieflage geratenen Energieunternehmen zu unterstützen.

Bei Uniper, dem größten Energieunternehmen in Deutschland, wäre die Gasumlage jedoch zu spät gekommen, sodass sich die Bundesregierung für eine weitgehende Verstaatlichung entschied. 99 Prozent des Unternehmens gehören nun dem Bund.

Die Folge: Die Gasumlage verlor langsam ihre Grundlage. Sollte sie ursprünglich Unternehmen wie Uniper aus der Misere helfen, würde eine Auszahlung an Uniper als staatliches Unternehmen nun verfassungsrechtliche Probleme mit sich bringen.

Damit war das Ende der Gasumlage Ende September besiegelt. Statt der Mehrbelastung entschied sich die Politik sogar für eine Gaspreisbremse, um private Haushalte und Gewerbe zu entlasten. In finanzielle Schwierigkeiten geratene Energieimporteure wie Uniper sollen nun mit gezielten Direktzahlungen und „maßgeschneiderten Lösungen“ unterstützt werden.

Die genaue Ausgestaltung der Gaspreisbremse ist noch offen – ebenso übrigens die Ausgestaltung einer Strompreisbremse, die schon Anfang September von der Bundesregierung angekündigt wurde. Im Raum steht ein Modell, bei dem ein noch zu bestimmender Basisverbrauch einen gedeckelten Preis erhält. Jede zusätzlicch verbrauchte Kilowattstunde schlüge weiterhin mit dem – deutlich teureren – Marktpreis zu Buche.

Ein solches Vorgehen ist aus energiepolitischer Sicht allerdings nur zielführend, wenn der Basisverbrauch unterhalb des mittleren Gasverbrauchs eines Durchschnittshaushalts liegt. Nur so können private Haushalte weiterhin dazu angehalten werden, möglichst viel Energie einzusparen. Wäre der subventionierte Gasverbrauch zu hoch, könnten sich viele Haushalte darauf ausruhen und müssten keine Energie sparen.

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Mögliche Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken

Der sparsame Verbrauch der vorhandenen Energie ist aber derzeit maßgeblich für die Bekämpfung der Energiekrise. Die Kombination aus möglichst großen Einsparungen und gleichzeitig möglichst viel Energieerzeugung ohne Gas soll Entspannung in den Energiemarkt bringen. Dafür lässt sich die Politik sogar offen, zwei Atomkraftwerke länger als geplant am Netz zu lassen.

Die zwei süddeutschen Reaktoren Neckarwestheim 2 und Isar 2 könnten noch bis zum Frühjahr 2023 laufen. Eigentlich war der Atomausstieg beschlossene Sache: Am 31. Dezember 2022 sollten alle drei noch aktiven Atomkraftwerke vom Netz genommen werden. Für die Versorgungssicherheit könnte dieser Plan nun aber außer Kraft gesetzt werden.

Mehrwertsteuersenkung auf Fernwärme

Nach der Mehrwertsteuersenkung auf Gas folgt nun Fernwärme. Auch auf Fernwärme fallen ab sofort statt 19 Prozent nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer an. Die Maßnahme ist ebenfalls bis zum 31. März 2024 befristet.

Lecks an Ostsee-Pipelines

In den Gaspipelines Nord-Stream 1 und 2 sind insgesamt vier Lecks gefunden worden, durch die Gas ausgetreten ist. Obwohl durch Nord-Stream 1 seit Anfang September kein Gas mehr nach Deutschland geliefert wurde und Nord-Stream 2 nie in Betrieb genommen wurde, waren die Pipelines mit Gas gefüllt.

Mehrere Staaten vermuteten Sabotage hinter den Lecks, die alle innerhalb einer kurzen Zeit auftraten. Auf die deutsche Gasversorgung hatten die Lecks aber dennoch keine Auswirkungen, weil über die Pipelines auch schon vorher kein russisches Gas nach Deutschland importiert wurde.

Gasspeicher-Füllstände

Trotz der eingestellten Gaslieferungen aus Russland wird weiterhin Gas eingespeichert. Aktuell liegt der Gesamtspeicherstand bei rund 92 Prozent. Bis zum 01. November ist ein Speicherstand von 95 Prozent angestrebt. Angesichts der aktuell niedrigen Temperaturen könnte das Speicherziel jedoch gefährdet sein, weil bereits Gas zum Heizen verwendet wird. Gassparen ist dementsprechend weiterhin eine der höchsten Prioritäten.