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Das Wichtigste in 30 Sekunden

Während über 50 % aller Haushalte hauptsächlich zum Heizen auf Gas setzen, nutzt die Industrie es für Prozesswärme und chemische Grundstoffe. Neukunden können Geld einsparen, da die Preise variieren: Der Durchschnittspreis für Gas liegt bei etwa 11 ct/kWh, in der Grundversorgung werden bis zu 13 ct/kWh gezahlt. Der Wegfall der Gasspeicherumlage seit dem 01.01.2026 entlastet Verbraucher um 0,289 ct/kWh, jedoch steigen die Gasnetzentgelte um bis zu 12 %. Mit LNG-Importen aus den USA und Katar sowie Erdgas aus Norwegen wird die Versorgung sichergestellt. Umweltkritik bleibt aufgrund von Methan-Emissionen bestehen, während erneuerbare Gase wie Biogas und Wasserstoff als Alternative diskutiert werden.

Schon im 19. Jahrhundert wurde Stadtgas für die Straßenbeleuchtung genutzt. Mit dem technischen Fortschritt und der Umstellung von Kohlevergasung auf Erdgas begann in den 60er-Jahren der Ausbau eines modernen und weit verzweigten Gasnetzes. Dieses wuchs in den folgenden Jahrzehnten stark an, weil Erdgas als sauberer und effizienter Energieträger galt. Russland nahm dabei als Lieferant eine wichtige Rolle ein, da Deutschland Gas durch die Pipelines Nord Stream 1 und 2 bezog. 

Der russische Angriff auf die Ukraine 2022 änderte dies. Die Energieversorgung in Deutschland geriet unter Druck, und der Erdgasimport aus Russland wurde massiv eingeschränkt. Dadurch wurde einerseits der Umbau der europäischen Gasinfrastruktur vorangetrieben, anderseits diskutierte Deutschland erneut über die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Gas bis heute die wichtigste Wärmequelle in Deutschland.

Wie wird Gas im Haushalt genutzt?

Mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland, 56,1 %, nutzen Erdgas zum Heizen. Eingesetzt wird Erdgas häufig zur Warmwasserbereitung, wodurch Waschmaschinen und Spülmaschinen mit vorgewärmtem Wasser arbeiten können, was wiederum Zeit und Strom spart. In der Küche sind Gasherde und Gasbacköfen beliebt, da sie diese schneller aufwärmen und effizienteres Kochen ermöglichen.  

Es wird zwischen Erdgas (Leitungs-Gas), das direkt ins Haus geliefert wird, und Flaschengas, das im Baumarkt erhältlich ist, unterschieden. Flaschengas wird häufig für Grills, Terrassenstrahler oder ähnliche Geräte verwendet. 

6 Tipps zum Gas sparen

Mit den folgenden Tipps können private Haushalte ihren Gasverbrauch senken und dabei sparen und das Klima entlasten: 

  1. Richtig HeizenWenn die Raumtemperatur nur um 1 °C gesenkt wird, spart das 6 % der Energie ein. Wenig genutzte Räume sollten also generell kühler bleiben, während geschlossene Türen zusätzlich verhindern, dass die Räume unnötig an Wärme verlieren. Programmierbare Thermostate können dabei helfen, Heizzeiten und Temperaturen automatisch anzupassen. 
  2. Stoßlüften: Mehrmals täglich für fünf Minuten die Fenster ganz aufzumachen, ist effektiver als dauerhaft gekippte Fenster. Außerdem wärmt sich frische Luft schneller auf, als verbrauchte.  
  3. Heizungen optimieren: Regelmäßige Wartungen senken den Verbrauch und sparen bis zu 15 % an Energiekosten. Auch ein hydraulischer Abgleich, bei dem die Heizwassermenge für jeden Heizkörper auf den tatsächlichen Bedarf des Raumes eingestellt wird, kann eine gleichmäßige Wärmeverteilung ermöglichen und den Energieverbrauch um 10-15 % reduzieren. 
  4. Wasserverbrauch: Kürzeres Duschen von idealerweise fünf bis zehn Minuten spart nicht nur Warmwasser, sondern auch Energie. Der Einsatz wassersparender Duschköpfe kann den Verbrauch sogar, um bis zu 50 % senken.  
  5. Effizientes Kochen: Töpfe sollten in der passenden Größe zur Herdplatte oder –flamme ausgewählt werden. Außerdem sorgt ein Deckel auf dem Topf dafür, dass er schneller heiß wird und weniger Hitze verliert. 
  6. Umstieg auf nachhaltige Lösungen und Ökogas: Moderne Systeme wie (Gas)-Wärmepumpen oder Pelletheizungen können Gas einsparen, die Kosten damit senken und sogar die Umwelt entlasten. Das lohnt sich aber erst, wenn diese langfristig eingesetzt werden. Wer umweltfreundlicher heizen möchte, kann außerdem einen Ökogas-Tarif beziehen.  

Erdgas in der Industrie

Erdgas spielt nicht nur in Haushalten eine Rolle, sondern vor allem auch in der Industrie. Fast ein Drittel des industriellen Energieverbrauchs wird durch Erdgas gedeckt und hat damit einen größeren Anteil am Energieverbrauch als Strom. Genutzt wird Gas vor allem zur Erzeugung von Prozesswärme, die für viele Produktionsschritte unverzichtbar ist. Besonders energieintensiv sind Prozesse über 500 °C, wie bei Metall-, Glas-, Keramik- oder Grundstoffchemie. Beim Schmelzen, Glühen, Härten oder Trocken lässt sich Erdgas aufgrund seiner Dosierbarkeit und der sauberen Verbrennung gut einsetzen.  

Neben der Wärmebereitstellung wird Erdgas auch stofflich genutzt, etwa zur Herstellung von Ammoniak, Wasserstoff oder Methanol, welche wichtige Grundstoffe für Dünger, Kunststoffe oder synthetische Kraftstoffe sind.  

Wie und woher wird Erdgas gewonnen?

Erdgas entsteht unter der Erdoberfläche aus organischem Material, das über Millionen Jahre unter hohem Druck und hoher Temperatur umgewandelt wurde. Um dieses Gas zu nutzen, wird es durch Bohrungen erschlossen. Dabei wird aus tausenden Metern Tiefe ein Gemisch aus Gas und anderen Stoffen gefördert, das anschließend in Anlagen gereinigt, getrocknet und aufbereitet wird. Erst danach gelangt es über große Fernleitungen in das Gasnetz und schließlich zu Haushalten, Gewerbe und Industrie. 

In Deutschland gibt es noch eigene Erdgasvorkommen, vor allem in Niedersachen. Diese decken aktuell nur 5 % des Verbrauchs. Der Großteil des Gases kommt aber aus Ländern wie Norwegen, den Niederlanden, Belgien sowie in Form von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus Übersee, zum Beispiel aus den USA oder Katar. LNG wird per Schiff transportiert und an speziellen Terminals wieder in gasförmigen Zustand versetzt, bevor es ins Gasnetz eingespeist wird. 

Gas-Reserven im globalen Ländervergleich

Rang
Land
Gas-Reserven (Mrd. m³)
Weltanteil
1
Russland
48.000
24,4 %
2
Iran
34.000
17,1 %
3
Katar
24.000
12,4 %
4
USA
9.100
4,7 %
5
Saudi-Arabien
8.600
4,4 %
6
Turkmenistan
7.500
3,8 %
7
Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
6.100
3,1 %
8
Venezuela
5.700
2,9 %
9
Nigeria
5.300
2,7 %
10
China
5.200
2,7 %

Ist Erdgas umweltfreundlich?

Erdgas ist ein fossiler Energieträger. Bei der Verbrennung entsteht weniger CO₂ als bei Öl oder Kohle, wodurch es im direkten Vergleich emissionsärmer ist. Gleichzeitig besteht Erdgas hauptsächlich aus Methan, einem Gas, das in der Atmosphäre klimawirksamer ist als Kohlendioxid. Deshalb ist es wichtig, zu schauen, wie sauber die Förderung, der Transport und die Nutzung jeweils ablaufen. 

Erneuerbare Gase wie BiogasWasserstoff oder synthetisches Methan können hingegen deutlich klimafreundlicher sein. Biogas entsteht zum Beispiel aus organischen Reststoffen und kann nach der Aufbereitung wie Erdgas genutzt werden. Bei Power-to-Gas wird überschüssiger Strom aus Wind- oder Solaranlagen genutzt, um Wasserstoff oder synthetisches Methan herzustellen. 

Ob Gas also “umweltfreundlich” ist, hängt davon ab, welches Gas gemeint ist und wie es erzeugt wird: 

  • Fossiles Erdgas: Emissionsärmer als Kohle/Öl, aber nicht erneuerbar. 
  • Biogas / Biomethan: CO₂- arm, da Teil eines natürlichen Kreislaufs. 
  • Grüner Wasserstoff: Emissionsfrei in der Herstellung, im Gegensatz zu schwarzem oder grauem Wasserstoff. 
  • Synthetisches Methan: Kann erneuerbar sein, wenn CO₂ klimaneutral gewonnen wird. 

Wie hoch sind die Gaspreise 2026?

Die Gaspreise liegen Anfang 2026 weiterhin über dem Niveau der Vorjahre, fallen aber je nach Tarifmodel und Region unterschiedlich aus: 

  • Für Neukunden mit zwölf Monaten Preisgarantie bewegen sich die günstigsten Tarife aktuell bei etwa 8 ct/kWh 
  • Für Bestandskunden (Durchschnittspreis), die sich meist in länger laufenden Verträgen befinden, liegt der durchschnittlich bezahlte Gaspreis bei etwa 11 ct/kWh. 
  • Kunden in der Grundversorgung zahlen über 13 ct/kWh. Da die Grundversorgung automatisch gilt, wenn kein anderer Vertrag besteht, ist sie meist die teuerste Option. Ein Anbieterwechsel, zum Beispiel über Wechselpilot, kann sich hier besonders lohnen.  
  • Für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ergeben sich daraus jährliche Gesamtkosten von 2.312 Euro 
  • Kunden, die schon mehrere Jahre im gleichen Tarif sind, sollten jetzt prüfen, ob es eine günstigere Alternative gibt.

Die Preisentwicklung wird vor allem durch strukturelle Faktoren beeinflusst, darunter der Wegfall der günstigeren russischen Pipeline-Importe im Jahr 2022, die Notwendigkeit der Gasspeicherbefüllung, die derzeit bei knapp 24 % liegt und die steigenden Co₂-Kosten. Die Gaspreise steigen außerdem, weil das Gasnetz von immer weniger Verbrauchern genutzt wird und damit höhere Kosten pro Kunde verursacht werden. 

Erdgaspreis für Haushalte von 2015 bis 2026

Gasumlage entfällt und Netzentgelte steigen 2026

Zum 1. Januar 2026 wurde die Gasspeicherumlage gestrichen. Verbrauchende profitieren von einer direkten Entlastung von 0,289 ct/kWh, was für einen Durchschnittshaushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch etwa 58 Euro im Jahr sind. Der Wegfall der Umlage wurde politisch beschlossen, damit die Kosten für die staatliche Befüllung der Gasspeicher künftig aus dem Bundeshaushalt finanziert werden und dem steigenden Gaspreis für die Verbraucher entgegengewirkt wird. 

Gleichzeitig steigen die Gasnetzentgelte um bis zu 12%, die rund 23 % des Gaspreises ausmachen. Je nach Region fallen die Erhöhungen der Netzentgelte unterschiedlich stark aus: Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gehören zu den Bundesländern mit den größten Preissteigerungen, was auf die langen Versorgungsnetze und den großen Kundenstamm zurückzuführen ist. In Teilen Ostdeutschlands, darunter Sachsen-Anhalt und Thüringen profitieren Verbraucher hingegen von leichten Entlastungen. 

Insgesamt jedoch gleicht die gestrichene Gasumlage die Kosten der steigenden Netzentgelte nicht aus, womit der Gaspreis weiterhin steigen wird.  

Gaspreiszusammensetzung 2026