Strompreisvergleich: Fallen gekonnt umgehen und richtig sparen!

Ein Strompreisvergleich lohnt sich immer – egal, ob Sie seit Jahren beim selben Anbieter sind oder sich zum ersten Mal mit dem Thema auseinander setzen. Denn nur, wenn Sie Strompreise jährlich vergleichen, können Sie langfristig ihre Stromkosten senken. Kurzum: Sie sparen richtig Geld und das bis zu mehreren hundert Euro.

Wir geben jedoch zu, dass ein Strompreisvergleich mit Aufwand verbunden ist. Zudem tummeln sich auf dem Strommarkt tausende Strompreise – wie sollen Sie da den Überblick behalten? Ganz einfach: Mit unserer Hilfe! Wir lotsen Sie als Wechselpilot durch all die Turbulenzen, die beim Strompreisvergleich aufkommen können, geben Ihnen wichtige Tipps an die Hand und übernehmen auch gerne komplett das Steuer für Sie.

Corona drückt Strompreis

Das Corona-Virus hat bereits Spuren auf dem Weltmarkt und an der Börse hinterlassen. Auch der Strompreis ist davon betroffen. Was das für Sie, Ihren Stromvertrag und Ihre Stromkosten bedeutet, erklären wir Ihnen weiter unten.

Strompreisvergleich kurz & knapp

  • Um zu erkennen, ob ein Strompreis fair ist, sind regelmäßige Strompreisvergleiche und -wechsel unerlässlich. Zumindest beim Arbeitspreis, aus dem sich der Strompreis u.a. zusammensetzt, können wir sagen: max. 29 ct/kWh sind angemessen.
  • Die Chance auf einen fairen Strompreis ist in 12-Monats-Verträgen mit Bonus und 12-monatiger Preisgarantie am höchsten.
  • Strompreise in Verbindung mit Sachprämien sind nicht empfehlenswert.
  • Überprüfen Sie immer den Anbieter des Strompreises und beharren Sie auf Bonusauszahlungen.
  • Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt den Strompreisvergleich meistern. Gerne übernehmen wir auch den kompletten Prozess für Sie – mehr dazu lesen Sie weiter unten.
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Inhaltsverzeichnis

Wechselpilot-Ratgeber zum Strompreisvergleich

Bevor es los geht

1. Wie lange dauert ein Strompreisvergleich?

Strompreise zu vergleichen, ist essentiell, um den günstigsten Preis zu finden. Doch dafür müssen Sie nicht zwingend mehrere Stunden investieren. Ein Strompreisvergleich kann auch schnell gehen! Wie, erklären wir Ihnen im Folgenden.

15 Minuten

Sie möchten max. 15 Minuten investieren, aber Jahr für Jahr sparen? Dann geben Sie den Wechsel an uns ab! Alles, was Sie tun müssen: Registrieren, Daten eingeben, Auftrag abschicken. Wir kümmern wir uns für Sie um den gesamten Wechselprozess inkl. Strompreisvergleich, Kündigung und Vertragsabschluss. Über Ihr Kundenkonto bleiben Sie dennoch stets informiert.

60 Minuten

In einer Stunde können Sie sich mit Hilfe von Vergleichsportalen einen guten ersten Überblick über die Strompreise verschaffen. Dennoch gilt es, vorsichtig zu sein: Nicht immer sind die Strompreise, die prominent gelistet werden, für Sie vorteilhaft. Zum Teil arbeiten Portale Hand in Hand mit Versorgern und zeigen Ergebnislisten an, deren Ranking von Provisionen beeinflusst sind.

120 Minuten

Ist es Ihnen Ernst mit dem Strompreisvergleich? Dann sollten Sie mind. 120 Minuten einplanen, damit Sie sich in die Welt der Strompreise richtig einlesen können. Zum Beispiel hier über unseren Ratgeber. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Grund- und Arbeitspreise, Bonus-Zahlungen und Vertragsdetails auswerten, um gezielt Ihren optimalen Strompreis zu finden.

Wie teuer kann es werden?

2. Strompreisentwicklung 2020 in Deutschland

Was den Strommarkt so unübersichtlich macht, ist die große Anzahl verschiedener Stromanbieter und Preise. All das geht zurück auf die Strommarktliberalisierung 1998. Damals wurde der Markt für alle Stromanbieter geöffnet, um den Wettbewerb am Markt zu erhöhen und den Strompreis zu senken. Im Zuge dessen entstanden viele neue Anbieter mit besonderen Tarifmodellen, beispielsweise Energiediscounter wie Immergrün oder Billig?Will ich!, die Strom zu besonders niedrigen Preisen vermarkten.

Gesunken ist der Strompreis in den letzten 20 Jahren allerdings nicht. Im Gegenteil: Seither ist er um etwa 70 Prozent gestiegen. 1998 zahlte ein privater Haushalt im Schnitt noch 17,11 ct/kWh, heute sind es 29,42 ct/kWh. Für viele Verbraucher stellt diese Strompreisentwicklung eine hohe Belastung dar – gerade einkommensschwache Gruppen sind betroffen.

Die Strompreisentwicklung 2020 in Zeiten von Corona

Die Preisentwicklung der Rohstoffe Kohle, Öl, Gas und CO₂ hat einen direkten Einfluss auf den Großhandelspreis für Strom an der Börse. Seitdem aufgrund der Corona-Maßnahmen die Preise für Kohle, Öl und Gas regelrecht fallen, war abzusehen, dass auch der Strompreis sich nicht lange halten würde. Anfang Februar war es so weit: Die Kurve ging bergab, die Preise liegen nun mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Alles fing mit dem Ausbruch von COVID-19 in China an. Wie sich das Land daraufhin verhielt, löste eine regelrechte Kettenreaktion auf der gesamten Welt aus (s. Infografik). China reagierte auf den Corona-Ausbruch, indem es massiv seine Produktionen drosselte sowie weitflächig den Reiseverkehr einschränkte. Das hatte zur Folge, dass Chinas Nachfrage nach Kohle, Öl und Gas stark zurück ging. Da die Nachfrage maßgeblich den Angebotspreis beeinflusst, machte sich Chinas Verhalten – ein Land, das als „Werkbank der Welt“ und größter Kohlebetreiber gilt – sofort am Weltmarkt bemerkbar.

Der ohnehin schon geschwächte Rohstoffmarkt reagierte entsprechend mit sinkenden Preisen bei Kohle, Öl und Gas. Ausschlaggebend hierfür waren auch die wachsende Unsicherheit der Unternehmen hinsichtlich der Exporte nach China. Seitdem sich das Virus weltweit ausbreitet und auch andere Länder mit ähnlichen Maßnahmen wie China nachziehen, nimmt die Rohstoffnachfrage immer weiter ab. Anfang März verzeichnete der Markt ein Ölpreis-Tief wie schon seit Jahren nicht mehr. Hinzu kommt, dass durch den wirtschaftlichen Shutdown in Europa die Nachfrage nach CO₂-Zertifikaten abnimmt. Folglich ging auch hier der Preis zurück, genauer gesagt um 40 Prozent (Stand 18. März 2020).

Die Entwicklung der genannten Rohstoffpreise führte schlussendlich auch zu einem merklichen Rückgang des Großhandelspreises für Strom. So sind die Preise im Vergleich zum letzten Jahr bereits um über 20 Prozent gesunken. Aktuell beläuft sich der Großhandelspreis für Strom auf 34,50 Euro/MWh für das Kalenderjahr 2021 (Stand 18. März 2020), dabei gingen Schätzungen ursprünglich von 50 Euro/MWh aus.

Infografik zur Entwicklung des Strompreises an der Börse in der Corona-Krise.

Was bedeutet das für Sie und Ihre Stromkosten?

Versorger haben derzeit die Möglichkeit, Strom sowie CO₂-Zertifikate günstig einzukaufen und dadurch für Neukunden ab sofort günstigere Tarife anzubieten. Eine vielversprechende Aussicht, insbesondere für Verbraucher, die sich noch in der Grundversorgung befinden oder aktuell über einen Wechsel nachdenken. Denn wer zeitnah seinen Stromvertrag kündigen kann – was auf Verträge in der Grundversorgung zutrifft –, kann effektiv seine Stromkosten für 2020 senken.

Versorger geben in der Regel fallende Strompreise nur dann an Verbraucher weiter, wenn diese einen neuen Vertrag abschließen. Unser Wechselpilot-Rat: Verlassen Sie sich als Verbraucher also besser nicht darauf, dass Ihr jetziger Stromanbieter aufgrund der aktuellen Lage auch die Strompreise für Sie senken wird. Wie viel Verbraucher für Strom zahlen, hängt von mehr Faktoren als dem Großhandelspreis für Strom oder dem Preis für CO₂-Zertifikate ab. In den letzten Monaten etwa erhöhten viele Stromanbieter die Preise aufgrund gestiegener Kosten für Netzentgelte und der höheren EEG-Umlage.

Ob die Krise und damit auch die fallenden Preise anhalten, lässt sich nicht vorhersehen. Damit Sie auf Preisschwankungen am Markt reagieren und die Kontrolle über ihre Stromkosten behalten können, bleiben Sie nur 12 Monate lang in einem Stromvertrag. Wechselpilot-Gründer Jan Rabe erklärt: „Machen Sie als Verbraucher mindestens einmal im Jahr einen Tarifcheck und wechseln Sie, falls es bessere Angebote gibt. So haben Sie es im Griff, wie viel Sie für Strom bezahlen – ganz unabhängig von aktuellen Entwicklungen.“ Auch in Zeiten der Corona-Krise gilt daher: Wohlüberlegt handeln und die Preislage im Blick behalten. Prüfen und vergleichen Sie Tarife und Versorger gründlich und schließen Sie nur Einjahresverträge mit Bonus ab. So handhaben wir es für Wechselpilot-Kunden ebenfalls.

Strompreise verstehen

3. Strompreiszusammensetzung: kWh-Preis, EEG-Umlage & Co.

Dieses Jahr ist der kWh-Preis so hoch, wie nie zuvor: 29,42 ct/kWh blättert Deutschland 2020 durchschnittlich für Strom hin. Zum Vergleich, in Europa liegt der Schnitt bei gerade mal 20,45 ct/kWh. Der Grund sind steigende Umlagen und Netzentgelte. Was bedeutet das? Der Strompreis setzt sich aus einem Grund- und einem Verbrauchspreis zusammen. Während der Grundpreis vom Verbraucher abhängig und fix ist, fließen in den Verbrauchspreis mehrere flexible Komponenten.

Grundpreis ergibt sich u.a. aus Kosten für:

  • Vertragsabschluss
  • Wartungspauschale für die Infrastruktur des Versorgers
  • Zählerbereitstellung
  • Rechnungsstellungen
  • Umlagen für Unternehmenszentrale

Verbrauchspreis ergibt sich aus:

  • Verbrauch: Wie viel Strom beziehen Sie im Jahr?
  • Arbeitspreis: Netzentgelte, Kosten für Stromerzeugung, Vertrieb und Marge, Mehrwertsteuer (19 Prozent) und Stromsteuer (2,05 ct/kWh), Kosten für Betrieb der Messstelle, EEG-Umlage (6,756 ct/kWh), Konzessionsabgabe

Um nachvollziehen zu können, was mit den einzelnen Komponenten des Arbeitspreises gemeint ist, erklären wir sie Ihnen hier noch mal genauer:

Netzentgelte können Sie als den Preis verstehen, den Sie an Ihren Netzbetreiber für die Nutzung des Versorgungsnetzes zahlen. In Deutschland gibt es vier große Netzbetreiber. Aufgrund dieser Marktstruktur (man nennt sie auch natürliches Monopol) bilden sich Preise nicht im freien Wettbewerb. Daher gibt es Behörden, die regulierend eingreifen und sicherstellen, dass die Netzbetreiber vertretbare Preise ansetzen. Die Preise müssen auf den Internetseiten der Betreiber veröffentlicht werden. Auch in Ihrer Stomrechnung wird dieser Posten separat aufgeführt. Aktuell machen die Netzentgelte etwa etwa 25 Prozent des Strompreises aus.

Die Stromsteuer ist ebenfalls ein fixer Betrag, deren Einführung auf die ökologische Steuerreform im Jahr 1999 zurückgeht. Seit 2004 beträgt der Satz für Privatverbraucher 2,05 Cent pro Kilowattstunde.

Die EEG-Umlage ist eine weitere staatliche Abgabe. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erhalten Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen, eine Förderung. Diese wird wiederum über den Strompreis finanziert. Die Höhe der Umlage wird von den Netzbetreibern festgelegt. Für 2020 sind das 6,756 ct/kWh.

Die Konzessionsabgabe wird von Netzbetreibern an Gemeinden gezahlt und gewährt ihnen das Recht, öffentliche Wege zur Verlegung von Strom- und Gasleitungen und somit zur Energieversorgung zu nutzen. Diese Abgabe wird über die Energieversorger an die Verbraucher weitergereicht. Die Höhe der Abgabe ist abhängig von der Versorgungsart, der Größe der Gemeinde und der Menge der durchgeleiteten Energie. Für Strom liegt sie zwischen 1,32 und 2,39 Cent pro Kilowattstunde.

Woran erkennen Sie einen fairen Strompreis? Diese Frage lässt sich pauschal nicht so leicht beantworten. Aus unserer Erfahrung heraus halten wir jedoch einen Arbeitspreis von maximal 29 ct/kWh für fair. Ob der Stromanbieter Ihnen beim Grundpreis ein angemessenes Angebot macht, hängt stark von Ihrem Verbrauch ab. Genau aus diesem Grund raten wir zu einem regelmäßigen Strompreisvergleich und -wechsel. Nur dann bekommen Sie ein Gefühl dafür, ob der Versorger Sie beim Grundpreis über den Tisch zieht – oder nicht.

Hinter die Kulissen blicken

4. Strompreisverträge: Laufzeit, Bonus & Co.

Damit Ihnen beim Strompreisvergleich niemand etwas vormachen kann, sollten Sie auch über die Vertragsbedingungen Bescheid wissen. Wir erklären Ihnen daher im Folgenden, worauf Sie bei Vertragslaufzeit, Kündigungsfristen, Preisgarantie und Bonuszahlungen achten müssen.

In welcher Vertragslaufzeit ist der Strompreis am günstigsten?

Beim Strompreisvergleich werden Sie auf mehrere Vertragslaufzeiten treffen. Von wenigen Wochen bis hin zu Jahren ist auf dem Strommarkt fast alles vertreten. Was alle Verträge eint: Wenn Sie nicht zum Vertragsende fristgerecht kündigen, wird der Vertrag noch mal um dieselbe Laufzeit verlängert. Beim Grundversorger etwa beträgt die Laufzeit immer zwei Wochen. Kündigen Sie nicht, kann Ihr Vertrag dort ewig weitergeführt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Laufzeiten kennen.

Ob zwei Wochen oder sechs Monate, was diese Vertragslaufzeiten eint, ist ihre Flexibilität. Denn sie erwecken den Anschein, dass Sie jederzeit aus diesem Vertrag in einen neuen, günstigeren wechseln können. Das stimmt, Sie können tatsächlich mit solchen Verträgen schneller auf Gegebenheiten des Strommarktes reagieren. Aber: Kündigungsfristen und Strompreise können es in sich haben. So beträgt nicht selten bei einem Vertrag von drei Monaten die Kündigungsfrist anderthalb Monate. Spontan das Vertragsverhältnis beenden sieht anders aus. Auch die Strompreise sind im Verhältnis häufig teurer als in Verträgen mit längerer Laufzeit. Aus diesem Grund wechseln wir für unsere Kunden stets in Einjahresverträge.

Unserer Erfahrung nach ist das die beste Vertragslaufzeit auf dem Strommarkt. Warum? Diese Verträge sind meist an attraktive Bonuszahlungen geknüpft, mit denen Sie – sofern Sie zum Ende des Vertragsjahres kündigen – ihre Stromkosten effektiv senken können.

Auch 24-Monats-Verträge kommen häufig mit Bonuszahlungen im Pack, sind aber tückisch. Das erste Vertragsjahr mag durch den Bonus und einen fairen Grundpreis günstig für Sie sein – im zweiten Jahr werden Sie unter Garantie eine unerfreuliche Überraschung erleben. Dann erhöhen Verbraucher nämlich gerne ihre Strompreise und im Schnitt ist der 24-Monats-Vertrag dann deutlich teurer als der für 12 Monate.

Verträge über den Zeitraum von zwei Jahren können sich lohnen, wenn Sie Boni und Sachprämien liegen lassen und auf einen fairen Grundpreis in Summe achten. Tendieren Sie eher zu Verträgen mit langen Laufzeiten, weil Sie sich nicht jedes Jahr um den Strompreis kümmern möchten, werden Sie einfach Wechselpilot-Kunde. Wir machen jährlich für Sie den Strompreisvergleich und wechseln Sie in einen günstigeren Tarif.

Merken!

Verträge mit einer Laufzeit von 24 Monaten sind selten vorteilhaft – vor allem, wenn sie mit Bonuszahlungen verbunden sind.

12-Monats-Verträge lohnen sich für Sie am meisten.

Verträge mit Laufzeiten von weniger als einem Jahr locken mit Flexibilität, rächen sich mit langen Kündigungsfristen und hohen Strompreisen.

Welche Kündigungsfrist beim Strompreisvergleich wählen?

Unserer Erfahrung nach sollte eine faire Kündigungsfrist bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr maximal sechs Wochen betragen. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Gerade bei Verträgen, die über einen Zeitraum von wenigen Wochen andauern, ist die Kündigungsfrist im Verhältnis viel zu hoch. Manchmal beträgt sie sogar mehr als die eigentliche Vertragslaufzeit. Es empfiehlt sich daher immer, die Kündigungsfrist zu prüfen. Denn je kürzer die Kündigungsfrist, desto eher kommen Sie aus Ihrem Vertrag heraus.

Welche Preisgarantie rentiert sich für Sie?

Preisgarantie bedeutet im Prinzip Kostensicherheit und schützt Sie davor, dass Ihr Versorger den Strompreis erhöht. Unterschieden wird dabei zwischen der vollständigen und der eingeschränkten Preisgarantie. Gleich jedoch vorweg: Selbst die vollständige Preisgarantie schützt Sie nicht vor Strompreiserhöhungen.

Beim Grundversorger gilt in der Regel keine Preisgarantie für den Kunden. Das heißt, die Kosten können jederzeit angepasst werden. Legt Ihr Vertrag eine vollständige Preisgarantie fest, darf der Stromanbieter nur dann den Preis erhöhen, wenn sich Mehrwertsteuer und Stromsteuer ändern. Im Falle einer eingeschränkten Preisgarantie darf der Stromanbieter darüber hinaus auf Änderungen in puncto Abgaben oder Umlagen mit einer Preiserhöhung reagieren. In der Theorie klingt eine Preisgarantie vom Versorger vielversprechend, in der Praxis kann Ihnen kein Versorger stabile Preise garantieren.

Dafür gibt es zwei simple Gründe: Erstens, weil die Strompreiszusammensetzung komplex ist. So viele Komponenten beeinflussen den Strompreis. Es braucht nur eine Änderung in der Politik oder Wirtschaft, damit sich beim Strompreis etwas tut. Zweitens, eine bittere Wahrheit, Stromanbieter kennen jedes Schlupfloch genau. Erhöhen sich aus irgendeinem Grund die Strompreise, werden Anbieter versuchen, Sie mit allen mitteln zur Kasse zu bitten. Das mag nicht für jeden Versorger gelten, bedenken Sie aber, dass es auf dem Markt über 1.000 gibt. Hinzu kommt, dass viele Stromanbieter eine Preisgarantie nicht für die gesamte Laufzeit des Vertrags aussprechen. Für Sie bedeutet das konkret: Nach Ablauf der Garantie kann alles passieren und Sie kommen dann nicht so leicht aus dem Vertrag raus. Machen Sie sich dennoch immer bei einer Preiserhöhung über Ihr Sonderkündigungsrecht schlau!

Unsere Tipps für Sie: Lassen Sie sich von einer eingeschränkten Preisgarantie nicht verunsichern. Die meisten Verträge werden mit dieser Preisgarantie angeboten, das macht sie nicht weniger interessant für Sie. Wenn Sie einen 12-Monats-Vertrag mit einer eingeschränkten (oder auch vollständigen) Preisgarantie für eine Dauer von 12 Monaten abschließen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Welchen Einfluss haben Sofort- und Neukundenbonus auf den Strompreis?

Beim Sofortbonus handelt es sich in den meisten Fällen um eine feste Summe, die Ihnen vier bis zwölf Wochen nach Vertragsbeginn ausgezahlt wird. Der Neukundenbonus hingegen wird fast immer prozentual an den Jahreskosten gemessen. Liegt der Neukundenbonus beispielsweise bei zehn Prozent, erhalten Sie bei Kosten in Höhe von 500 Euro einen Betrag von 50 Euro gut geschrieben. Wird der Neukundenbonus hingegen als feste Summe vereinbart, erfolgt die Auszahlung nach zwölf Monaten. Teilweise wird er auch mit der ersten Jahresrechnung verrechnet. Boni werden nur im ersten Jahr ausgezahlt oder auf die monatlichen Abschläge berechnet – das bedeutet, dass Ihre Stromkosten nach zwölf Monaten wieder ansteigen.

Ob sich ein Sofort- oder Neukundenbonus für Sie lohnt, hängt davon ab, welche Vertragslaufzeit Sie wählen. Unserer Erfahrung nach wirken sich solche Boni nur dann positiv auf Ihren Strompreis aus, wenn Sie Einjahresverträge abschließen. Ein Beispiel:

Vertrag mit Bonus über 24 Monate im 1. Jahr:

  • Ihr jährlicher Verbrauch: 1.500 kWh
  • Monatlicher Grundpreis: 13,79 Euro
  • Arbeitspreis: 29,99 ct/kWh
  • Sofortbonus: 140 Euro
  • Monatlicher Abschlag nach Abzug des Bonus: 39,61 Euro
  • Abschlag im Jahr: 475,33 Euro

Vertrag mit Bonus über 24 Monate im 2. Jahr:

  • Ihr jährlicher Verbrauch: 1.500 kWh
  • Monatlicher Grundpreis: 13,79 Euro
  • Arbeitspreis: 29,99 ct/kWh
  • kein Bonus
  • Monatlicher Abschlag: 51,23 Euro
  • Abschlag im Jahr: 615,33 Euro

Vertrag mit Bonus über 12 Monate für Ihr erstes Jahr:

  • Ihr jährlicher Verbrauch: 1.500 kWh
  • Monatlicher Grundpreis: 13,79 Euro
  • Arbeitspreis: 29,99 ct/kWh
  • Sofortbonus: 140 Euro
  • Monatlicher Abschlag nach Abzug des Bonus: 39,61 Euro
  • Abschlag im Jahr: 475,33 Euro

Sie wechseln nach einem Jahr in einen neuen Vertrag über 12 Monate mit Bonus:

  • Ihr jährlicher Verbrauch: 1.500 kWh
  • Monatlicher Grundpreis: 12,45 Euro
  • Arbeitspreis: 29,99 ct/kWh
  • Sofortbonus: 175 Euro
  • Monatlicher Abschlag nach Abzug des Bonus: 35,35 Euro
  • Abschlag im Jahr: 424,25 Euro
Fazit

Für zwei Jahre zahlen Sie im 24-Monats-Vertrag ganze 1090,66 Euro für Ihren Strom. Ihre effektiven Stromkosten belaufen sich für den Gesamtzeitraum auf 45,44 Euro/Monat.

Für zwei Jahre in jeweils zwei 12-Monats-Verträgen zahlen Sie insgesamt nur 899,58 Euro für Ihren Strom. Ihre effektiven Stromkosten belaufen sich für den Gesamtzeitraum auf 37,48 Euro/Monat.

Nie wieder in Turbulenzen geraten!

Strompreisvergleich: Die 4 größten Fallen umgehen

Mit einigen versteckten Tricks versuchen Stromanbieter, Neukunden anzulocken. Auf den ersten Blick wirken viele Angebote sehr verlockend. Erst bei einer genaueren Kontrolle beziehungsweise im Laufe der Vertragszeit entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen als Reinfall. Damit Sie immer auf Kurs bleiben und solchen Turbulenzen ausweichen, klären wir Sie über die vier größten Fallen auf dem Strommarkt auf.

Eine beliebte Masche ist das Spiel mit der Preisgarantie. Verdächtig sind grundsätzliche alle Tarife, bei denen die Preisgarantie kürzer ist als die Vertragslaufzeit. Beispielsweise schließt ein Kunde einen Vertrag über 24 Monate ab, da ihn der günstige Arbeitspreis angesprochen hat. Die Preisgarantie läuft jedoch nur 12 Monate. Mit Ablauf des ersten Vertragsjahres erhält der Kunde prompt eine saftige Preiserhöhung. Beim Nachrechnen stellt sich heraus, dass der Vertrag plötzlich teurer ist als Vergleichsangebote.

In diesem Fall ist für den Verbraucher jedoch noch nicht alles verloren. Bei Preiserhöhungen hat der Kunde automatisch ein Sonderkündigungsrecht. Innerhalb von zwei Wochen, nachdem der Kunde Kenntnis über die Preiserhöhung erhalten hat, kann der Vertrag gekündigt werden. Dieses Sonderkündigungsrecht wurde im Sommer 2016 von dem Oberlandesgericht Düsseldorf nochmals ausdrücklich bestätigt.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Bonuszahlungen. Häufig sind diese so gelegt, dass sie erst nach 12 oder 24 Monaten fällig sind. Viele Verbraucher vergessen nach dieser langen Zeit, dass sie Anspruch auf einen Bonus haben. Wann genau der Bonus gut geschrieben werden soll, steht in den Vertragsdetails. Verpasst der Anbieter den Zeitpunkt, ist es sinnvoll, zunächst direkt über den Kundenservice nachzufragen. Hat dies keinen Erfolg, ist eine schriftliche Mahnung der nächste Schritt. Sollte der Anbieter auch hierauf nicht reagieren, bleiben noch Beschwerdeportale oder die Verbraucherzentrale.

Sind Sie Wechselpilot-Kunde, kümmern wir uns darum, dass Sie Ihre Bonuszahlungen erhalten. Auch wenn das bedeutet, dass wir vermehrt auf die Anbieter und sogar auf die Verbraucherzentrale zugehen müssen.

Unsere Wechselpilot-Erfahrung hat gezeigt: Verträge mit Sachprämie lohnen sich nie für den Verbraucher. Egal, ob es sich dabei um ein Tablet, ein Smartphone oder einen Fernseher handelt, bei einer Sachprämie zahlen Sie immer drauf. Dabei wollen Sie mit dem Wechsel in einen günstigeren Stromvertrag doch eigentlich Kosten sparen. Kurzum: Der Strompreis, den Sie in einem Vertrag mit Sachprämie zahlen, ist höher als in einem Vertrag mit Bonus. Daher stets 12-Monats-Verträge mit Bonus wählen.

Unzuverlässige Anbieter können für Probleme sorgen. Besonders ärgerlich ist es, wenn ein Stromunternehmen insolvent geht, so wie es 2019 bei der BEV passiert ist. Daher eine letzte Empfehlung: Informieren Sie sich über den Ruf des potenziellen neuen Versorgers. Online gibt es verschiedene Verbraucher- und Beschwerdeportale, die Anhaltspunkte über die Zuverlässigkeit eines Anbieters geben. Unter anderem lässt sich erkennen, ob ein Versorger sein Versprechen bezüglich der Auszahlung von Bonus und Wechselprämie einhält.

Wichtig sind auch Informationen darüber, ob die Kommunikation reibungslos verläuft. Ist der Kundenservice gut erreichbar, sind die Mitarbeiter freundlich und kompetent? Stellt sich der Stromversorger bei einer Kündigung quer? Lockt ein Anbieter mit besonders günstigen Tarifen, nur um dann Preiserhöhungen durchzusetzen? Wie transparent sind die Abrechnungen und kommen diese fristgerecht?

Mit Bewertungen und Erfahrungsberichten anderer Versorger fällt es leichter, schwarze Schafe von ehrlichen Anbietern zu trennen. Sollten Fragen offen bleiben, können Sie unsere individuellen Stromanbieter-Ratgeber oder unseren Kundenservice telefonisch zu Rate ziehen.

Ihre ersten Flugstunden

5. Strompreisvergleich: Schritt für Schritt zum günstigeren Angebot

Nun sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet. Sie wissen, worauf Sie beim Strompreisvergleich achten müssen: 12-Monats-Verträge, Bonus, Arbeitspreis von maximal 29 ct/kWh, Kündigungsfrist von maximal sechs Wochen. Sie wissen zudem, dass es sich lohnt, den Versorger zu prüfen, Preisgarantien mit gesunder Vorsicht zu genießen und auf Sachprämien zu verzichten. Nun wird es Zeit für Ihre erste Flugstunde und damit den ersten Strompreisvergleich.

Ganz wichtig vorab: Checken Sie die Kündigungsfrist Ihres aktuellen Stromvertrags! Wenn Sie Ihren Stromanbieter wechseln, müssen Sie zwar Ihren aktuellen Stromvertrag nicht selber kündigen, denn das übernimmt Ihr neuer Stromanbieter für Sie. Achten Sie dennoch darauf, dass Sie den Wechsel zum neuen Anbieter rechtzeitig – mit einem guten zeitlichen Puffer – beantragen. Heißt: Haben Sie eine Kündigungsfrist von sechs Wochen, kümmern Sie sich mindestens acht Wochen vor Vertragsende um den Strompreisvergleich und -wechsel.

Das wäre geklärt? Dann lotsen wir Sie nun Schritt für Schritt durch den Strompreisvergleich:

  1. Notieren Sie sich alle wichtigen Informationen, die Sie für den Vergleich benötigen: Ihr jährlicher Verbrauch, Ihr aktueller Stromanbieter, Ihr aktueller monatlicher und jährlicher Abschlag. Machen Sie sich zudem Gedanken, welche Ansprüche Sie darüber hinaus haben. Vielleicht wünschen Sie einen Ökostromtarif?
  2. Nutzen Sie Vergleichsportale und geben Sie Ihre Daten ein. Fürs Erste sind das: Verbrauch, PLZ und Ihr aktueller Stromanbieter. Im zweiten Schritt geben Sie Ihren aktuellen Verbraucher ein. Unser Tipp: Führen Sie Strompreisvergleiche ruhig bei mehreren Vergleichsportalen durch! Möglich, dass Ihnen bei einem anderen Portal ein günstigerer Strompreis ausgespielt wird.
  3. Nutzen Sie die Filter der Vergleichsportale und suchen Sie gezielt nach: 12-Monats-Verträgen, 12 Monaten Preisgarantie, Bonus sowie Ihren persönlichen Wünschen (z.B. Ökostromtarife).
  4. Wählen Sie aus den Ergebnissen bis zu drei Strompreise, die Ihnen zusagen. Machen Sie zunächst einen Background-Check der Versorger. Sind alle Anbieter, die für Sie infrage kommen, bei einem Stadtwerk oder Konzern, dürfen sie in der engeren Auswahl bleiben.
  5. Vergleichen Sie Ihre ausgewählten Strompreise miteinander und immer auch mit Ihren aktuellen Stromkosten. Wo können Sie am meisten sparen? Welcher
  6. Entscheiden Sie sich für einen Strompreis und schließen den Vertrag ab.
Wir als Ihr Wechselpilot

Strompreis vergleichen lassen: Geld sparen ohne Aufwand!

Ein Strompreisvergleich kann auch schnell und ohne Aufwand vonstatten gehen. Nämlich dann, wenn wir ihn für Sie übernehmen. Alles, was Sie tun müssen, ist:

Schritt 1: Sich bei uns registrieren und ein Kundenkonto erstellen.
Schritt 2: Folgende Informationen bereithalten und an uns weitergeben:

  • Ihr aktueller Stromanbieter
  • Ihr jährlicher Verbrauch
  • Zählernummer
  • Wechselgrund
  • Kundennummer Ihres jetzigen Anbieters

Schritt 3: Ihren Auftrag absenden.

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