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Stromtarife vergleichen

Schritt für Schritt zum optimalen Stromtarif!

Zugegeben: Es gibt Dinge, die mehr Spaß machen. Warum sollten Sie also überhaupt Stromtarife vergleichen? Die Antwort ist ganz einfach: Weil Sie dadurch Geld sparen – und zwar nicht zu knapp! Im Durchschnitt zahlen Sie nach einem Tarifwechsel 270 Euro weniger. Über die Jahre hinweg kommt da schnell eine schöne Summe zusammen. Leider ist die Zahl der Deutschen, die regelmäßig ihren Stromtarif wechseln, noch viel zu gering. Dass viele Verbraucher keine Lust haben, sich mit ihrem Stromvertrag zu beschäftigen, können wir zwar nachvollziehen; dass viele Haushalte dadurch immer noch in überteuerten Tarifen stecken und viel zu viel für Strom zahlen, möchten wir ändern.

Wer Strom so günstig wie möglich beziehen möchte, merkt schnell: Bei der Vielzahl von Versorgern und den teils unübersichtlichen Preisstrukturen ist es nicht ganz einfach, sich einen Überblick zu verschaffen. Alles kein Problem! Wir erklären wir Ihnen hier Schritt für Schritt, worauf Sie bei einem Stromtarifvergleich achten sollten und wie Sie garantierte den optimalen Tarif finden. Bevor wir loslegen, weisen wir noch schnell auf drei typische Fallen hin, die Sie mit unserer Anleitung garantiert umschiffen!

Falle 1: Ich spare nur im billigsten Tarif!

Mehr als 1.000 verschiedene Versorger sind auf dem deutschen Energiemarkt aktiv, darunter auch zahlreiche aus dem Discounter-Segment, die häufig harte Preiskämpfe austragen und mit Dumping-Tarifen werben. Auch extrem großzügige Prämien sind in der Neukundengewinnung nach wie vor ein gern eingesetztes Mittel. Aber Achtung: Wenn Anbieter mit Preismodellen arbeiten, die deutlich unter ihren tatsächlichen Kosten liegen, ist ihr finanzielles Risiko riesig. Wenn Bonuszahlungen im Vergleich zu anderen Tarifen auffällig hoch ausfallen, können Preiserhöhungen die Folge sein. Günstige Lockangebote entpuppen sich dann als teure Enttäuschung.

Bei Sparangeboten sollten Verbraucher ganz genau hinschauen, bevor sie einen Vertrag unterschreiben. Problematisch ist, dass sich häufig nicht ohne Aufwand erkennen lässt, welcher Anbieter empfehlenswert ist und bei wem man das Kleingedruckte besser zwei Mal lesen sollte.

Die Insolvenz der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft (BEV)
Das Beispiel der jüngsten Vergangenheit: die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH (BEV), die im Januar 2019 in München die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragte.

  • Zum Jahresende 2018 beklagten immer mehr Verbraucher, die BEV behalte Bonuszahlungen ein
  • Anschließend setzte die BEV trotz Preisgarantie im ersten Jahr drastische Preiserhöhungen an
  • Die Grundpreise sollten teilweise um 100% angehoben werden – ein deutlicher Hinweis auf einen finanziellen Engpass der BEV
  • Die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtete über eine Flut von Beschwerden
  • Tausende Kunden kündigten ihren Vertrag, wodurch das System der BEV zusammenbrach
  • Von der Insolvenz der BEV waren 500.000 Kunden betroffen, die auf offene Bonus- oder Rückzahlungen warteten
  • Ansprüche können im Rahmen des Insolvenzverfahrens angemeldet werden, die Erfolgschancen sind allerdings gering
Falle 2: Einmal wechseln reicht!

Wer sich durch den Tarifdschungel gekämpft, gewechselt und gespart hat, denkt sich nach diesem Aufwand vielleicht, der nächste Stromtarifvergleich könne jetzt erstmal warten – und liegt damit gehörig falsch!

Stromanbietern gehen mit Bonuszahlungen in Vorleistung. Damit sich dieses Modell rechnet, sind Grund- und Arbeitspreise höher als in Tarifen ohne Wechselprämie. Da Boni nur im ersten Jahr ausgezahlt werden, steigen die Kosten im zweiten Belieferungsjahr aufgrund der höheren Grund- und Arbeitspreise sprunghaft an. Auch ohne Preiserhöhung zahlen Sie bereits im zweiten Vertragsjahr deutlich mehr. Versorger setzen nach wie vor auf die Trägheit ihrer Kunden und verdienen sich so die im ersten Jahr ausgezahlten Wechselprämien wieder zurück. Dagegen hilft nur eins: der regelmäßige Stromtarifvergleich!

Einzige Ausnahme: Stromtarife ohne Bonuszahlungen. Wer wirklich nur einmal wechseln möchte, dem empfehlen wir einen solchen Tarif. Durch günstigere Grund- und Arbeitspreise verändern sich die Kosten in den Folgejahren vermutlich nicht drastisch (es sei denn, der Verbrauch steigt).

Tarif mit Bonus

  • Verbrauch: 2.200 kWh
  • Arbeitspreis: 29,23 Cent/kWh
  • Grundpreis: 13,99 Euro/Monat
  • Sofortbonus: 91,00 Euro
  • Neukundenbonus: 50,00 Euro
  • Kosten im 1. Jahr: 615,98 Euro
  • Kosten im 2. Jahr: 738,98 Euro

Tarif ohne Bonus

  • Verbrauch: 2.200 kWh
  • Arbeitspreis: 26,42Cent/kWh
  • Grundpreis: 5,93 Euro/Monat
  • Kosten im 1. Jahr: 652,40 Euro
  • Kosten im 2. Jahr: 652,40 Euro

Allerdings gilt auch hier: Augen auf und wachsam bleiben. Wer eine Strompreiserhöhung erhält, sollte sich erneut um einen Tarifvergleich kümmern.

Falle 3: Tarife mit Sachprämien lohnen sich!

Das Interesse an Stromtarifen, die mit Sachprämien vertrieben werden, ist ungebrochen. Das Problem: Ob sich ein solches Angebot wirklich lohnt, lässt sich meist nicht direkt vom Preisetikett ablesen.

Deutlicher wird es mit unserer Beispielrechnung: Wir legen einen Jahresverbrauch von 2.200 kWh zugrunde. Wir haben einen Tarif mit Smartphone ausgewählt, mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Für die Stromlieferung zahlt der Kunden einen monatlichen Grundpreis von 13,15 Euro sowie einen Arbeitspreis von 29,83 Cent pro Kilowattstunde. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 4,95 Euro sowie eine monatliche Rate von 30 Euro für das neue Smartphone. Über zwei Jahre ergeben sich Kosten in Höhe von 2.486,66 Euro. Eine stolze Summe! Hier wird klar, dass die Kosten vom Anbieter geschickt verschleiert werden.

Für einen Tarif mit Bonus-Zahlung ergibt sich hingegen folgende Rechnung: Im ersten Jahr zahlt ein neuer Kunde für die Belieferung 788,26 Euro. Nach Abzug von Sofort- und Neukundenbonus in Höhe von 140 Euro ergeben sich effektive Kosten von 648,26 Euro. Selbst wenn die Strompreise im folgenden Jahr steigen und die Rechnung etwas höher ausfällt, zahlt dieser Kunde über zwei Jahre rund 1.200 Euro weniger! Ein Betrag, der sogar den Kauf von gleich zwei neuen Smartphones erlaubt.

Daher unser Tipp: Vor Vertragsabschluss unbedingt einmal nachrechnen, ob durch den Tarif mit Sachprämie wirklich ein Vorteil entsteht!

Schritt 1

Einen zuverlässigen Versorger finden – so gelingt es Ihnen!

Plötzlich deutlich höhere Abschlagszahlungen, doppelte Abbuchungen oder gar nicht erstattete Guthaben – die negative Berichterstattung über die teils zweifelhaften Methoden im Energiemarkt reißt nicht ab. Natürlich muss ein unbedachter Versorgerwechsel nicht immer schief gehen. Um böse Überraschungen nach Vertragsabschluss zu vermeiden, empfehlen wir, den potenziellen neuen Stromanbieter ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Genau darum geht es in diesem Schritt!

Tipp 1: Nutzen Sie Bewertungsportale

Eine gute Anlaufstelle sind Bewertungs- und Beschwerdeportale. Verbraucher teilen hier ihre Erfahrungen und helfen, schwarze Schafe von ehrlichen Anbietern zu trennen. So lässt sich unter anderem erkennen, ob ein Versorger sein Versprechen bezüglich der Auszahlung von Boni und Wechselprämien einhält. Wichtig sind auch Informationen darüber, ob die Kommunikation reibungslos verläuft. Ist der Kundenservice gut erreichbar, sind die Mitarbeiter freundlich und kompetent? Stellt sich der Stromversorger bei einer Kündigung quer? Lockt ein Anbieter mit besonders günstigen Tarifen, nur um dann Preiserhöhungen durchzusetzen? Wie transparent sind die Abrechnungen und kommen diese fristgerecht? Für solche Informationen sind die Portale zuverlässige Quellen. Auch Vergleichsportale listen Kundenbewertungen – meist entstehen diese Kommentare allerdings gleich zu Vertragsbeginn. Ob ein Stromanbieter wirklich verlässlich ist, lässt sich allerdings meist erst nach einiger Zeit in der Belieferung feststellen.

Nehmen Sie sich also etwas Zeit, um möglichst viele Informationen über den Stromanbieter, der von Ihnen in Betracht gezogen wird, einzuholen. In jedem Fall empfehlen wir, einen Blick auf die Google-Bewertungen zu werfen und einen Check über das Portal ReclaBox zu machen. Sollten Fragen offen bleiben, können Sie unsere individuellen Stromanbieter-Ratgeber oder unseren Kundenservice telefonisch zu Rate ziehen.

Tipp 2: Testen Sie den Kundenservice

Viele Beschwerden über Stromunternehmen beziehen sich auf fehlende Kundenfreundlichkeit. Wenn es darum geht, einen direkten Kontakt zum Anbieter herzustellen, legen viele Unternehmen den Kunden unnötig Steine in den Weg. Einige schwarze Schafe bauen darauf, dass die Verbraucher die Kontaktaufnahme abbrechen, wenn die Kommunikation erschwert wird. Deshalb sollten Sie prüfen, welche Kontaktmöglichkeiten angeboten werden. Ein Indiz für die Kundennähe ist immer auch die offizielle Webseite. Ist diese klar und verständlich oder finden sich mehrere Optionen für die Kontaktaufnahme, stehen die Chance gut, dass auch eine direkte Kommunikation mit dem Unternehmen möglich ist. Wer vor dem Wechsel auf Nummer sicher gehen möchte, dem empfehlen wir den Praxistest: Rufen Sie den Kundenservice an, stellen Sie ein paar Fragen, lassen Sie sich beraten. Schon ein kurzes Telefonat hilft, die Servicebereitschaft des Versorgers einzuschätzen.

Tipp 3: Kontrollieren Sie die Aussagekraft von verwendeten Qualitätssiegeln

Wer die Websites von Versorgern besucht, stellt schnell fest: es wimmelt nur so von Gütesiegeln, Labels und Auszeichnungen. Welche Aussagen einer Zertifizierung in Bezug auf die Qualität eines Stromanbieters entnommen werden kann, lässt sich durch einen Blick auf die Bewertungskriterien überprüfen. Als verlässlich sind solche Zertifizierungen einzustufen, bei denen eine externe Bewertung erfolgt oder regelmäßige Nachprüfungen stattfinden. Werden keine verbindlichen Kriterien vorgegeben, ist Vorsicht geboten. Auch Auszeichnungen, die gekauft werden können, sollten kritisch geprüft werden. Selbst wenn (vermeintliche) Bewertungskataloge existieren, vielleicht sogar eine externe Überprüfung stattfindet – wenn der Erhalt des Siegels von Vornherein feststeht, können Sie dessen Aussagekraft zu Recht bezweifeln.

Tipp 4: Achtung bei Haustürgeschäften

Vorsicht gilt generell bei Haustürgeschäften. Hier wird auf einen schnellen Vertragsabschluss gedrängt. Ohne Vergleichsmöglichkeit ist eine objektive Bewertung innerhalb von wenigen Minuten jedoch nicht möglich. Immer wieder wird berichtet, dass Gründe erfunden werden, um einen Wechsel aggressiv zu bewerben, beispielsweise, dass ein ganzes Haus auf einen neuen Anbieter umgestellt wird. Auch Unterschriften für vermeintliche Zählerstandablesungen entpuppten sich im Nachhinein schon mal als Einverständniserklärung für einen Tarifwechsel. Wer an der Tür überrumpelt oder getäuscht wurde, braucht aber nicht in Panik zu verfallen: In Deutschland gilt für Privatpersonen eine 14-tägige Widerrufsfrist. Innerhalb dieser Zeit kann von einem Vertrag ohne Angabe von Gründen zurückgetreten werden.

Schritt 2

Stromtarif mit oder ohne Bonus?

Mit der Strommarktliberalisierung im Jahre 1998 wurde der Markt für alle Stromanbieter geöffnet, um den Wettbewerb am Markt zu erhöhen und den Strompreis zu senken. Im Zuge dessen entstanden viele neue Anbieter mit besonderen Tarifmodellen, beispielsweise Energiediscounter, die Strom zu besonders niedrigen Preisen vermarkten. Seitdem kämpfen die Anbieter in Deutschland um neue Kunden und werben mit attraktiven Sofort- und Neukundenboni – mit dem Ziel, neue Kunden möglichst lange Zeit im selben Tarif zu halten. Aus einem einfachen Grund: Versorger gehen mit Prämien in Vorleistung.

Damit sich dieses Modell rechnet, ist der Preis, den Sie für den Strom zahlen, meist höher als in Tarifen ohne Prämie. Aufgrund der höheren Grund- und Arbeitspreise zahlen Sie also im nachfolgenden Belieferungsjahr deutlich mehr und Ihr Versorger verdient sich so den an Sie ausgezahlten Bonus wieder zurück. Kommt nach Ablauf der vertraglich zugesicherten Preisgarantie noch eine Preiserhöhung hinzu, steigen Ihre Stromkosten erneut. Treue wird von keinem Versorger belohnt, im Gegenteil: Sie zahlen drauf. Daher erklären wir Ihnen im zweiten Schritt, wann sich ein Tarif mit Bonus lohnt und wann Sie sich lieber für einen Tarif ohne Bonuszahlungen entscheiden sollten.

Wird der Bonus trotz Wechsel in einen anderen Stromtarif ausgezahlt?

Immer wieder wird darüber berichtet, der Neukundenboni werde nach der regulären Kündigung im ersten Vertragsjahr nicht ausgezahlt. Das ist allerdings nicht der Fall: eine Kündigung verhindert in keiner Weise die Auszahlung! Jene wird den Kunden gesetzlich garantiert. Sollte sich ein Anbieter doch einmal weigern, so ist der Gang zum Verbraucherschutz oder zur Schlichtungsstelle Energie ratsam. Bei zuverlässigen Versorgern gibt es in dieser Hinsicht aber so gut wie keine Probleme.

Nur in Ausnahmefällen verfällt der Anspruch auf den Neukundenbonus, etwa wenn Sie wegen eines Umzugs eine Sonderkündigung aussprechen und Ihren Vertrag vor Ablauf des Belieferungsjahres unterbrechen. In diesem Zusammenhang sollten Sie bereits vor Vertragsabschluss prüfen, was das Kleingedruckte in Bezug auf eine Kündigung sagt.

Sofortbonus

Fast immer eine feste Summe, die 4 bis 12 Wochen nach Vertragsbeginn auf das hinterlegte Bankkonto des Kunden ausgezahlt wird.

Neukundenbonus

Wird meist prozentual an den Jahreskosten bemessen und nach 12 Monaten ausbezahlt; manchmal wird dieser Bonus mit der ersten Jahresrechnung verrechnet.

Wann sollte ich mich für einen Tarif mit Bonus entscheiden?

Regelmäßigem Tarif-Hopping ist für Sie kein Problem? Dann empfehlen wir einen Tarif, der Boni beinhaltet. Wer jedes Jahr rechtzeitig kündigt und den Versorger wechselt, profitiert immer wieder von günstigeren Tarifen und neuen Bonuszahlungen. Und zwar nicht zu knapp: Mit dem Wechsel in einen anderen Stromtarif können Sie jedes Jahr mehrere Hunderte Euro sparen!

In welchen Fällen profitiere ich von Tarifen ohne Bonus?

Wer den Wechsel-Aufwand scheut, sollte daher von Angeboten mit Bonus Abstand halten. Tarife ohne Bonus sind also für die Verbraucher interessant, die sich nicht permanent mit dem Thema Stromvertrag beschäftigen möchten. In der Regel sind Grund- und Arbeitspreise günstiger, außerdem kommen größere Preissprünge nach der Garantiezeit weniger häufig vor.

Warum geben Sie den Versorgerwechsel nicht einfach an uns ab? Wir organisieren für Sie jedes Jahr den gesamten Prozess: Sie erhalten von uns unabhängige Tarif-Empfehlungen, wir kündigen den alten Vertrag und melden Sie neu an. Auch die zeitintensive Kommunikation übernimmt unser Team und klärt offene Fragen ohne Umwege direkt mit dem Versorger oder Netzbetreiber. Sie hören nur dann etwas von uns, wenn vertragsrelevante Nachrichten für sie vorliegen oder der nächste Wechsel bevorsteht.

Wechsel abgeben

Schritt 3

Die wichtigsten Stromtarif-Merkmale auf einen Blick

Ein Stromtarif setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen – und das kann manchmal ziemlich verwirren! Ausschlaggebend ist allerdings (zum Glück) nur eine Frage: Wie viel zahlen Sie effektiv für den Strom, den Sie verbrauchen? Wir erklären zuerst die Bestandteilen eines Stromtarifs, auf die Sie bei der Auswahl eines Tarifs besonderes Augenmerk legen sollten, und machen Sie anschließend mit weiteren vier Merkmalen vertraut:

Bei diesen Bestandteilen gilt: Augen auf und Kleingedrucktes genau lesen! Behalten Sie einfach im Hinterkopf, dass Stromanbieter Ihnen keine Geschenke machen. Manche Tarif-Angebote scheinen zu günstig, um wahr zu sein – und entpuppen sich später als ärgerliche Kostenfalle.

Achtung bei diesen Stromtarif-Bestandteilen!Das steckt dahinter:
Bonus (z.B. Sofortbonus, Neukundenbonus)Zum Glück ist beim Stromtarifvergleich nur eine Frage ausschlaggebend: Wie viel zahlen Sie effektiv für den Strom, den Sie verbrauchen? Dafür betrachten Sie einfach Ihre jährliche Kosten und ziehen davon die im Tarif angegebenen Bonuszahlungen ab.
VertragslaufzeitUm jedes Jahr zu wechseln und zu sparen, empfehlen wir ausschließlich Tarife mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Wer sich für einen Vertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten entscheidet, zahlt im zweiten Jahr aufgrund ausbleibender Bonuszahlungen kräftig drauf. Lange Laufzeiten lohnen sich fast nie!
Kaution (auch Sonderabschlag genannt)Eine Kaution ist eine Vorauszahlung an Ihren Versorger. Diese wird während der Vertragslaufzeit einbehalten und zum Ende unverzinst ausgezahlt, sofern Sie mit ihren monatlichen Abschlagszahlungen nicht in Verzug geraten sind. Problematisch kann es werden, sollte der Versorger insolvent gehen. Vermeiden Sie unnötiges Risiko und machen Sie um Tarife mit Kautionen einen großen Bogen!
PakettarifWer sich für ein Strompaket entscheidet, kauft eine festgesetzte Menge von Strom: Die Abrechnung findet als nicht in Abhängigkeit vom Verbrauch statt. Wer mehr verbraucht, zahlt kräftig drauf – wer weniger verbraucht, erhält keine Rückerstattung. Keine besonders faire Regelung, daher raten wir von solchen Tarifen ab!
VorkasseBei Vorkassetarifen wird der Strom meist bis zu einem Jahr im Voraus bezahlt. Ob ein Versorger zuverlässig agiert, können Sie vor einem Wechsel einschätzen – eine Garantie besteht jedoch nicht. Ebenso wie bei Tarifen mit Kautionszahlungen besteht auch hier das Risiko, bereits geleistete Zahlungen nicht zurückzuerhalten. Unser Tipp: Finger weg von Vorkassetarifen!

Grund- und Arbeitspreis – worauf Sie achten sollten!

Für Ihre tatsächlichen Kosten sind der Grund- und Arbeitspreis ausschlaggebend. Bei dem Grundpreis handelt es sich um eine monatliche fixe Gebühr. Selbst wenn Ihr Verbrauch in einem Abrechnungszeitraum bei 0 kWh lag, wird dieser Betrag in der angegebenen Höhe fällig. Der Arbeitspreis hingegen ist variabel und gibt die Kosten für den Verbrauch einer Kilowattstunde Strom an.

Oftmals ist ein höherer Grundpreis mit einem niedrigeren Arbeitspreis gepaart. Für Haushalte mit einem hohen Verbrauch lohnen sich meistens Verträge dieser Art. Wer wenig verbraucht, fährt mit einem niedrigeren Grundpreis und einem höheren Arbeitspreis meist besser.

Stromkosten

Zusammen mit Ihrem Verbrauch können Sie Ihre jährlichen Stromkosten ganz einfach mit folgender Formel berechnen:

Grundpreis + Arbeitspreis * Verbrauch = Stromkosten

Was sind eigentlich Abschläge?

In Deutschland hat sich ein System aus Abschlagszahlungen sowie einer jährlichen Abrechnung eingebürgert. Die Abschläge berechnen sich nach einem geschätzten Verbrauch. Zugrunde gelegt wird der Verbrauch des Vorjahres. Aus diesem werden in der Regel elf Abschlagszahlungen errechnet. Mit den monatlichen Abschlägen leisten Sie also eine Vorauszahlung auf Ihren Jahresverbrauch.

Warum elf und nicht zwölf Abschläge? Im zwölften Monat der Vertragslaufzeit erhalten Sie Ihre Abschlussrechnung und – falls Sie zuvor zu viel gezahlt haben – eine Rückzahlung. Damit in diesem Monat nicht noch eine Abbuchung stattfindet und Sie außerdem Ihre Abrechnung erhalten, wird zu diesem Zeitpunkt kein Abschlag fällig.

Abschläge

Mit dem Verbrauch aus dem vorigen Belieferungsjahr bzw. mit den Kosten, die im letzten Vertragsjahr fällig geworden sind, werden elf Abschlagszahlungen berechnet:

Stromkosten / 11 Monate = Monatlicher Abschlag

Effektive Stromkosten oder auch: Warum sind Abschläge manchmal höher als die tatsächlichen monatlichen Kosten?

Monatliche Schwankungen beim Stromverbrauch, wie sie zum Teil zwischen Sommer- und Wintermonaten bestehen, werden bei Abschlägen nicht berücksichtigt. Die Stromanbieter runden bei der Berechnung meist ein wenig auf.

Wurden also im Vorjahr 3.395 kWh verbraucht, kann es gut sein, dass als Grundlage für die Abschläge im nächsten Jahr mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh gerechnet wird.

Aus diesem Grund sind die Abschlagszahlungen meist ein wenig höher als die tatsächlichen Kosten. Diese Vorgehensweise verhindert hohe Nachzahlungen, wenn bei der Jahresabrechnung doch ein höherer Verbrauch festgestellt wird. Sofern der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben ist, erhalten Verbraucher eine Rückerstattung.

Effektive Stromkosten

Tarife mit Boni führen meist zu höheren Abschlägen. Warum? Prämien werden getrennt von den monatlichen Abschlägen gutgeschrieben (Ausnahme: Tarife mit Bonus auf den Abschlag), sind für die Berechnung der tatsächlichen Kosten aber ausschlaggebend.

Grundpreis + Arbeitspreis * Verbrauch – Bonus =
effektive Stromkosten

Sind kurze oder längere Laufzeiten sinnvoll?

Stromverträge werden in der Regel mit Laufzeiten von 12 oder 24 Monaten angeboten. Manche Versorger bieten auch kürzere Verträge über drei oder sechs Monate an. Grundsätzlich gilt, dass Verträge mit kürzerer Laufzeit flexibler sind: Sie binden sich weniger lang an einen bestimmten Anbieter und können deutlich früher erneut wechseln. Bei Verträgen mit besonders kurzer Laufzeit (unter einem Jahr) sollten Sie jedoch einen genauen Blick auf Grund- und Arbeitspreis werfen – diese fallen meist höher aus. Auch Boni für Neukunden sind bei diesen Verträgen eher selten.

Angebote mit einer Laufzeit von 24 Monaten sind selten vorteilhaft – vor allem, wenn diese mit Bonuszahlungen verbunden sind. Im ersten Jahr mag es weniger offensichtlich sein, wenn Grund- und Arbeitspreise teurer sind, schließlich fallen Ihre effektiven Stromkosten durch den Bonus niedriger aus. Im zweiten Jahr kann es dann zu einer unschönen Überraschung kommen, wenn die Prämie wegfällt und die Kosten signifikant ansteigen. Für den Verbraucher entsteht dann unter dem Strich kein Vorteil gegenüber Verträgen mit kurzer Laufzeit.

Was genau besagt die Preisgarantie?

Wichtig im Zusammenhang mit der Vertragslaufzeit ist die Preisgarantie, mit der Anbieter versichern, in einem bestimmten Zeitraum keine Korrekturen am Preis vorzunehmen. Der Unterschied zwischen der regulären und der eingeschränkten Preisgarantie besteht in der Weiterleitung der indirekten Kosten, die von den Anbietern nicht beeinflusst werden können. Bei der eingeschränkten Preisgarantie werden also Verteuerungen, die aufgrund von Steuererhöhungen und Umlagen entstehen, weiterhin an den Kunden weitergeleitet. Dies sind zum Beispiel die Mehrwert- und Stromsteuer sowie die EEG-Umlage und Konzessionsabgaben. Eingeschränkte Preisgarantien haben also den Nachteil, dass sie für den Verbraucher keine absolut stabilen Preise garantieren.

Wenn Preisgarantien nicht für die gesamte Vertragslaufzeit gelten, kann der Anbieter nach Ablauf der Garantie Preise grundsätzlich erhöhen. Dies betrifft sowohl die direkten Stromerzeugungskosten als auch Steuern und Umlagen. Solche Preiserhöhungen müssen vom Anbieter angekündigt werden. In den Vertragsdetails findet sich eine Angabe zu den Fristen, innerhalb denen Preiserhöhungen mitgeteilt werden. Gängig ist die Handhabe, Preiserhöhungen mindestens sechs Wochen im Voraus anzukündigen. Sie erhalten in diesen Fällen eine schriftliche Mitteilung und haben das Recht, Ihren Vertrag mit einer Sonderkündigung zu beenden.

Vertragsverlängerung: Was hat es damit auf sich?

In der Regel verlängern sich Verträge automatisch, wenn keine Kündigung erfolgt. In den Vertragskonditionen sind sowohl die Kündigungsfrist als auch das Intervall der Vertragsverlängerung festgelegt. Wird der Zeitpunkt zur Kündigung verpasst, ist man mit meist mit einer Folgelaufzeit von zwölf Monaten an den Anbieter gebunden.

Die Kündigung muss vor dem Ablauf der Frist und schriftlich erfolgen. Auch bei den Kündigungsfristen gibt es mitunter große Unterschiede. Einige Anbieter gewähren zwar kurze Fristen, andere Unternehmen hingegen versuchen, Kündigungen durch sehr lange Zeiträume zu verhindern. Als faire Kündigungsfrist gilt ein Zeitraum von vier Wochen zum Ende des Vertrags. Es gibt jedoch auch Sonderkündigungsgründe:

Wer seinen Strom vom Grundversorger bezieht, für den gelten wiederum andere Regelungen. In diesen Fällen ist die Kündigung deutlich einfacher. Es existieren keine festen Termine, zu denen der Vertrag gekündigt werden kann. Eine Kündigung ist jederzeit möglich, wobei die Frist bei zwei Wochen liegt. Wer sich dazu entscheidet, einen Vertrag bei einem anderen Anbieter abzuschließen, muss in der Regel gar nicht tätig werden. Alle Formalitäten mit dem Grundversorger erledigt der neue Anbieter.

Unser Kundenservice kennt sich am Strommarkt bestens aus und berät jeden Tag zahlreiche Verbraucher. Die häufigsten Fragen rund um das Thema Stromtarif haben wir hier gesammelt und beantwortet. Falls Sie Ihre Frage hier nicht finden, rufen Sie uns einfach an – wir helfen Ihnen gerne!

Das Wichtigste zum Thema Stromtarifvergleich und Anbieterwechsel

Wer sich im großen Angebot der Tarife und Anbieter zurechtfinden will, der benötigt vor allem zuverlässige Informationen. Nur so ist es möglich, einen vertrauenswürdigen Anbieter zu finden und einen Tarif auszuwählen, der zum eigenen Profil passt. Sparfüchse wechseln möglichst jedes Jahr und nutzen so die angebotenen Boni bestmöglich aus. Wer die Zeit in regelmäßige Recherche nicht investieren möchte, aber trotzdem immer im besten Tarif sein will, kann unseren automatischen Wechselservice nutzen. Einmal angemeldet, wechselt unser Team Ihren Stromtarif jedes Jahr, übernimmt die gesamte Kommunikation mit dem Versorger und erledigt den lästigen Papierkram. Berechnen Sie jetzt Ihr Einsparpotenzial!

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